04. April 2019 / 22:35 Uhr

„Gifhorn spielt eine ganz große Rolle“

„Gifhorn spielt eine ganz große Rolle“

Nick Heitmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Im Hintergrund funkeln die Pokale: NBSV-Präsident Manfred Schumann (v., mit Bundestrainer Valentin Silaghi) hat mit der Boxmühle einiges vor, die Trainingsmöglichkeiten sind top.
Im Hintergrund funkeln die Pokale: NBSV-Präsident Manfred Schumann (v., mit Bundestrainer Valentin Silaghi) hat mit der Boxmühle einiges vor, die Trainingsmöglichkeiten sind top. © S. Preuss (2)
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Manfred Schumann ist ein Mann der Tat. In den 1970er Jahren gehörte er zu den ersten Leichtathleten, die den Sprung in den Bobsport wagten. Experiment gelungen, darf man sagen – bei den Olympischen Winterspielen 1976 gab’s als Anschieber Silber und Bronze für den gebürtigen Hannoveraner. Seit November ist der 68-Jährige nun Präsident des Niedersächsischen Boxsport-Verbandes (NBSV). Schumann packt auch im neuen Amt sofort an, will seinen Landesverband deutschlandweit an die Spitze führen: „Und die Gifhorner Boxmühle spielt dabei in meinem Kopf eine ganz große Rolle.“

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2024, so das Ziel des NBSV-Chefs, soll Niedersachsen im Idealfall 50 Prozent des deutschen Nationalteams stellen. Ein ehrgeiziger Plan, gerade angesichts der Tatsache, dass bei der letzten DM allein Weltergewichtler Nick Bier vom BC Gifhorn mit dem Gewinn der Silbermedaille ein komplettes Desaster verhinderte. Eine schonungslose Bestandsaufnahme ist deshalb unumgänglich. Mitte Februar verschaffte sich Schumann bei einem Ortstermin auch einen Eindruck von der Boxmühle, die Ende 2016 ihren Status als Olympia- und Bundesstützpunkt eingebüßt hatte.

Drei Stunden dauerte die Besichtigung der Heimat des BCG, „Verband hat die Boxmühle als Landesstützpunkt im Visier“ titelte die AZ/WAZ nachher. Ausschlaggebend für diese Überlegungen ist die unbefriedigende Situation am Olympiastützpunkt Hannover. „Das Leistungszentrum ist für unsere Anforderungen zu klein“, betont Schumann. „Die Halle steht uns nur zu einem Drittel zur Verfügung, das sind gerade mal 120 Quadratmeter.“ Geradezu paradiesisch muten da die Bedingungen in Gifhorn an. „Die Boxmühle zählt zu den besten niedersächsischen Sportstätten“, schwärmt BCG-Boss Werner Kasimir. „Es gibt drei Boxringe, einen Fitnessraum, eine Sauna, und man hat genug Platz, um Läufe zu machen.“

Mit zielführenden Gesprächen über die Zukunft der Boxmühle rechnet Schumann ab Juni, allerdings sei auch ordentlich Geld in die Hand zu nehmen. „Wir brauchen 20 Übernachtungsmöglichkeiten, um Lehrgänge durchziehen zu können“, sagt Niedersachsens Box-Chef. Ideen, um den Finanzbedarf, den er auf 250.000 Euro taxiert, zu decken, gibt es, publik machen möchte er sie noch nicht. Aber wenn der Umbau zustande käme, so Schumann, sei die Boxmühle nicht nur als Landesstützpunkt interessant. „Ich würde sogar noch höher greifen. Für mich wäre sie dann auch als Bundesstützpunkt geeignet.“

Kasimir kandidiert

Die Gedankenspiele, die Boxmühle aufzuwerten, gefallen Kasimir grundsätzlich. „Ich bin neugierig, würde diesen Prozess gern begleiten.“ Aus diesem Grund ist er auch von seinem Vorhaben abgerückt, bei der Jahreshauptversammlung Ende Juni nicht mehr als Vorsitzender des BC Gifhorn zu kandidieren. „Wenn die Mitglieder der Meinung sind, dass ich der Richtige bin, mache ich noch ein Jahr weiter“, kündigt Kasimir an. Für das zweite Amtsjahr müsse jedoch ein Nachfolger gefunden werden, „dem ich dann mit Rat und Tat zur Seite stehen würde“.

Von Nick Heitmann

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