10. Juni 2020 / 10:55 Uhr

Gifhorns Basketball-Welt wird immer größer

Gifhorns Basketball-Welt wird immer größer

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Umzug steht an: Der MTV Gifhorn muss die Flutmulde verlassen, freut sich aber auf die neue Saison.
Umzug steht an: Der MTV Gifhorn muss die Flutmulde verlassen, freut sich aber auf die neue Saison. © Michael Franke/Cagla Canidar
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Neue Liga, neuer Heimspielort, neue Reserve: Auf ihrem mittlerweile seit drei Jahren andauernden Höhenflug wird's für die Basketballer des MTV Gifhorn in naher Zukunft einiges zu sehen geben.

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Jetzt schmeckt es langsam nach der großen Basketball-Welt. Für den MTV Gifhorn geht die Reise in der kommenden Landesliga-Saison zu den Bundesliga-Standorten Göttingen und Braunschweig. Klar, nicht zu den Top-Klubs BG Göttingen und den Löwen Braunschweig, sondern zu Reserven der BG oder des ASC in die Uni- und zur Eintracht in die Löwenstadt. Aber es sind Hotspots auf der Basketball-Landkarte – und Gifhorn ist heiß darauf. „Wir freuen uns auf die neue Saison“, sagt MTV-Teammanager Frank Bühren beim Blick auf die vorläufige Ligeneinteilung.

Für fast alle Neuland

Es gibt viel Neues zu entdecken, die Reisen sind natürlich weiter als in der Bezirksliga. „Das nehmen wir gern in Kauf“, sagt Bühren. Dreimal in Folge ist der MTV nun aufgestiegen, mittlerweile in der Landesliga am Start. „Die Spielklasse ist fast für alle Neuland“, sagt MTV-Spielertrainer Sinisa Pazin, der mit einer verdammt schweren Saison rechnet. „Viele Teams agieren seit Jahren auf diesem Niveau, wir haben diese Spiele noch nicht in den Beinen.“ Spiele, die oft mit Göttingen zu tun haben werden. Dreimal tritt Gifhorn direkt bei Teams aus der Unistadt an, Hilkerode gehört zudem zum Landkreis. „Die Teams profitieren davon, dass es dort viele Studenten gibt. Wir hingegen müssen um jeden einzelnen Spieler kämpfen“, sagt Pazin.

Wobei dabei die Aufstiege helfen. „Erfolg macht sexy“, sagt Bühren augenzwinkernd. Und er hat Recht. Mittlerweile meldet der MTV für die kommende Spielzeit wieder ein zweites Team (AZ/WAZ berichtete). „Wir haben einen festen Stamm von Spielern, die in der ersten Mannschaft auflaufen werden, diese werden von der Zweiten unterstützt“, sagt der Teamsprecher. Heimspiele sind als Doppelpacks geplant, damit der Austausch besser klappt. Auswärtsspiele sind da problematischer für die neue Kreisliga-Reserve. Bühren: „Wenn es in Sachen Kadergröße mal eng wird, dann ist das so. Aber Absagen oder Termine verschieben werden wir nicht. Das wäre gegenüber anderen unfair.“

MTV muss umziehen

Für alle Gifhorner gibt es derweil nicht nur auf Auswärtsfahrten Neues zu entdecken, vor der eigenen Haustür wird’s auch Veränderungen geben. Der MTV muss seine sportliche Heimat, die Flutmulde, verlassen. Sanierungsarbeiten stehen in der Sporthalle an. Die Basketballer hoffen, so lange in der Adam-Riese-Schule ein neues Zuhause zu finden. „Wir müssen noch dafür kämpfen, dass es unsere Trainings- und Spielhalle wird“, sagt Bühren.

Denn pendeln zwischen zwei Orten will der MTV nicht. Aus gutem Grund: Bälle springen unterschiedlich auf verschiedenen Böden ab, Körbe federn anders, das Drumherum – wie weit sind die Wände von der Spielfeldbegrenzung entfernt – ist beim anvisieren des Ziels wichtig. „Es geht dabei um unseren Heimvorteil. Solche Unterschiede können schon mal ein paar Punkte kosten – und damit vielleicht das ganze Spiel“, warnt der Teammanager, der hofft, dass der MTV-Wunsch erfüllt wird.

Bundesliga macht Mut

Sportlich lautet der Wunsch bei Bühren und Pazin Klassenerhalt – und dafür soll die starke Defensive das Fundament sein. „Wir sind kein Team, dass 80, 90 Punkte macht, aber wir lassen im Schnitt auch nur 57 zu“, weiß Pazin, der sich auf die nächste Herausforderung für sein Team nach drei Aufstiegen in Folge freut: „Da geht’s für uns direkt wieder von Null auf Hundert.“ Wenn denn wieder gespielt werden kann.

Und da kommt dann noch einmal die große Basketball-Welt für Gifhorn ins Spiel. In München hat es nämlich den Re-Start der Bundesliga gegeben, ein Meister wird gesucht. Bühren: „Dass gespielt werden kann, macht auch uns Hoffnung auf einen Ligenbetrieb im September.“

Mehr heimischer Sport

Landesliga Herren 1:

MTV Gifhorn

TSV Völkenrode

Pro Basketball Göttingen

TSV Edemissen

Eintracht Braunschweig

SV Stöckheim

MTV/BG Wolfenbüttel III

SG Hilkerode/Birkungen

ASC 46 Göttingen III

BG 74 Göttingen II