12. Juli 2019 / 18:47 Uhr

Gifhorns neuer Schiri-Chef: Polizist, HSV-Fan und ein Freund des Dialogs

Gifhorns neuer Schiri-Chef: Polizist, HSV-Fan und ein Freund des Dialogs

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
forthebraun
Vom aktiven Unparteiischen zum Schiri-Chef: Dennis Laeseke ist der neue Schiri-Obmann des NFV-Kreises Gifhorn - und bekennender HSV-Fan.
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Er ist Streifenpolizist und seit dem 5. Juli auch offiziell neuer Schiedsrichter-Obmann des NFV-Kreises Gifhorn: Bei Dennis Laeseke passen Hobby und Beruf wie die Faust aufs Auge. „Die Kombination bietet einiges an Parallelen – man kann es nie allen recht machen“, sagt der 38-Jährige, der schon seit seinem 14. Lebensjahr an der Pfeife aktiv ist, mit einem Schmunzeln.

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Beruf und Ehrenamt lassen sich gut kombinieren

Nicht nur ähnliche Aufgaben, sondern auch die Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf, machen diese Kombination attraktiv: „Ich arbeite im Schichtdienst und kann gerade bei langfristigen Terminen meine Dienste drum herum planen“, sagt Laeseke. Und: „Es gibt mit Michael Weiner, der aber mittlerweile nicht mehr in der Bundesliga pfeift, und Bibiana Steinhaus zwei prominente Schiedsrichter, die ebenfalls Polizisten sind.“

1. Kreisklasse Gifhorn 2: SV Osloß - SSV Kästorf II (rote Trikots). Zur Galerie
1. Kreisklasse Gifhorn 2: SV Osloß - SSV Kästorf II (rote Trikots). © Sebastian Preuss
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"Wir sind Leute, mit denen man sprechen kann"

Auf dem Platz und in Uniform hat Laeseke das Sagen, als Schiedsrichter-Obmann suche er aber ganz klar den Dialog mit den Vereinen, will nichts von oben herab diktieren: „Wir sind ein junger Kreis-Schiedsrichterausschuss, junge Leute, mit denen man sprechen kann.“ Diese Kompromissfähigkeit sei in den letzten Jahren aber auch schon gelebt worden, sagt der Steinhorster, der zukünftig auf Kontinuität setze.

"Ich trete so ein Amt nicht nur für drei Jahre an"

„Ich werde jetzt ganz bestimmt nicht alles umreißen, schließlich haben wir auch in der Vergangenheit gute Arbeit geleistet“, so der 38-Jährige, der schon zuvor jahrelang Mitglied des Schiedsrichterausschusses war. „So, wie wir im Moment aufgestellt sind, bin ich absolut zufrieden.“ Und diese Zusammensetzung könnte auch noch über diese Legislaturperiode hinausgehen. Laeseke: „Ich trete so ein Amt nicht nur für drei Jahre an.“
Schiedsrichter ist der bekennende HSV-Fan schon seit fast 25 Jahren – Spötter könnten behaupten: Laeseke ist sehr leiderprobt. Doch durch die jahrelange Tätigkeit als Referee „habe ich mir mit Sicherheit ein dickes Fell angeeignet“. Und was den HSV angeht, sagt er mit einem Lachen: „Sie haben lange auf den Abstieg hingearbeitet – und es letztes Jahr dann endlich geschafft.“

Am Ball nicht so gut wie an der Pfeife

Anders als für den HSV ging es für Laeseke aber bergauf, er hat in der Bezirksklasse, Bezirksliga und zwölf Jahre in der Landesliga gepfiffen. Fußball hat er zuvor auch beim VfL Knesebeck gespielt, doch als es dann in den Herrenbereich ging, musste er eine Entscheidung fällen: „In dem Alter ist dann nur noch eines möglich“, sagt Laeseke. „Es war absehbar, dass bei mir das Talent da ist, höher zu pfeifen.“ Am Ball war er einfach nicht so gut wie an der Pfeife – ein Schicksal, mit dem der 38-Jähre aber sehr gut leben kann.

Per Crash-Kurs zur Schiedsrichterei

Dass er überhaupt den Schiedsrichter-Lehrgang gemacht hat – der zu der Zeit noch als zweitägiger Crash-Kurs inklusive Abschlussprüfung möglich war – verdankt er Horst Schüller vom VfL Knesebeck, der damals im Verein rumfragte, wer sich ein Engagement als Schiedsrichter vorstellen könne. „Da hatte sich schnell ein Gruppe von vier, fünf Leuten gefunden“, sagt Laeseke, „Deshalb habe ich mich auch gemeldet.“ Daraus haben sich eine Leidenschaft und viele Freundschaften entwickelt. 2017 wurde er Niedersachsens U50-Schiedsrichter, „bei der Auszeichnung ging es aber eher um das Engagement, als um meine tatsächliche Leistung“, bleibt Laeseke bescheiden. Ans Aufhören hat er unterdessen nie gedacht. Natürlich habe auch er als Schiedsrichter Vorfälle erlebt, „die nicht so erfreulich waren. Aber da war nichts dabei, das mich auch nur annähernd dahin gebracht hätte, aufzuhören.“

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