24. September 2019 / 17:06 Uhr

Gifhorns WM-Debütant Nick Bier: "Ich habe mir in der Box-Welt einen Namen gemacht"

Gifhorns WM-Debütant Nick Bier: "Ich habe mir in der Box-Welt einen Namen gemacht"

Nick Heitmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Viele Erfahrungen gesammelt: Der Gifhorner Nick Bier (r.) feierte seine WM-Premiere im Männerbereich.
Viele Erfahrungen gesammelt: Der Gifhorner Nick Bier (r.) feierte seine WM-Premiere im Männerbereich. © Facebook DBV
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Eine WM-Medaille hatte Nick Bier bei der Rückreise aus Jekaterinburg nicht im Gepäck, ärgerlich war’s natürlich trotzdem, dass sein Koffer am Zielflughafen in Berlin nicht auftauchte. „Zwei Stunden haben mich die ganzen Formalitäten gekostet“, so der Boxer des BC Gifhorn. Doch auch ohne Edelmetall brachte der 19-jährige Weltergewichtler einiges mit aus Russland: sehr viele, teils schmerzhafte Erfahrungen, ein großes Lob – und die Gewissheit, wieder ganz dick im Olympia-Geschäft zu sein.

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Chance genutzt

Erst durch die Ausfälle von Magomed Schachidov (München) und Paul Wall (Berlin) war der Gifhorner überhaupt in den WM-Kader gerutscht. Er nutzte diese Chance, souveräne Siege gegen Tyron Thomas (Trinidad und Tobago) und den Schweden Billy Liljeqvist führten Bier ins Achtelfinale. Dort war zwar gegen den späteren Bronzemedaillen-Gewinner Ablaikhan Zhussupov (Kasachstan) Endstation, „aber der Kampf hätte auch anders verlaufen können“, so der Teenager. Wenn da nicht eine blutige Premiere gewesen wäre.

"Ich hatte Angst um mein Auge"

Erstmals in seiner Box-Karriere trug Bier Cuts davon. Der erste aus der Endphase des Thomas-Fights war ohne Belang, umso weitreichendere Folgen hatte die zweite Verletzung. Zhussupov erwischte ihn schon in Durchgang eins mit dem Kopf an der rechten Augenbraue, „in den beiden nächsten Runden habe ich fast nichts mehr gemacht. Ich hatte Angst um mein Auge“, sagt der Gifhorner, dessen Cut ohne Betäubung mit zwei Stichen genäht wurde.

Beherzte Vorstellungen

Seine beherzten Vorstellungen in der Stadt am Uralgebirge hinterließen trotz des bitteren Endes bleibenden Eindruck. Während der deutsche Verband (DBV) mit dem medaillenlosen Auftritt seiner Riege haderte, gab’s für WM-Debütant Bier Lobeshymnen. Auch von Cheftrainer Eddie Bolger. „Er hat mir gesagt, dass ich die beste Leistung aller Deutschen gezeigt habe“, berichtet der 19-Jährige stolz. Doch nicht nur das. „Ich erhalte jetzt mehr finanzielle Unterstützung, bin im Perspektivkader für Olympia.“

Im Dezember gibt es einen Ausscheidungswettkampf

Dabei waren seine Chancen auf einen Tokio-Start im nächsten Jahr nach dem verlorenen DM-Finale im August auf den Nullpunkt gesunken. Bier: „Nun wurden die Karten neu gemischt, ich habe mir in der Box-Welt einen Namen gemacht.“ Im Dezember veranstaltet der DBV einen Ausscheidungswettkampf, im Weltergewicht dürften sich der Gifhorner, Schachidov und Wall gegenüberstehen.

Bier macht sich keinen Druck

Gekämpft wird nach dem Modus Jeder-gegen-jeden um den Startplatz für die europäische Olympia-Qualifikation in London (März 2020). Sollte der deutsche Teilnehmer dort das Ticket nicht lösen, bleibt das Weltturnier in Paris (Mai 2020) als letzte Chance. „Ich habe die Möglichkeit, zu den Olympischen Spielen zu fahren“, freut sich Bier. Unter Druck setzt er sich aber nicht. „Damit“, weiß er, „macht man sich nur alles kaputt.“

Dinner-Boxen 2018: So lief das Event

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Dinner-Boxen 2018: So lief das Event. ©
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