13. November 2020 / 21:34 Uhr

Gina Chmielinski schießt Turbine Potsdam zum Sieg im "Classico 2.0"

Gina Chmielinski schießt Turbine Potsdam zum Sieg im "Classico 2.0"

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
20201113_Frankfurt_TP_tor_(c)SN-4
Ausgelassener Jubel bei den Spielerinnen von Turbine Potsdam nach dem Siegtreffer von Gina Chmielinski in Frankfurt. © Saskia Nafe
Anzeige

Frauen-Bundesliga: Turbine Potsdam gewinnt das erste Duell mit Eintracht Frankfurt 1:0 (0:0) und festigt den Champions League-Qualifikationsplatz. Bei seinen Einwechselungen hatte Trainer Sofian Chahed das glücklichere Händchen.

Anzeige

„Wolfsburg war Bonus, gegen Frankfurt zählt es“, hatte Sofian Chahed vor dem von der Frauenfußball-Bundesliga schon als „Classico 2.0“ betitelten Duell zwischen seinen Turbinen (3.) und den nun als Eintracht startenden Frankfurterinnen (4.) betont. Und der Potsdamer Trainer hatte seine Spielerinnen am Freitagabend überaus gut eingestellt auf dieses direkte Duell um den dritten Platz, der für beide Clubs nach langer Abstinenz wieder ein Ticket für das europäische Geschäft bedeuten würde. Diesen Qualifikationsplatz festigten nach dem 1:0 (0:0)-Auswärtssieg beim langjährigen Rivalen, der nun den Adler auf dem Trikot trägt, erst einmal die Kickerinnen aus Brandenburg.

Anzeige

Nach einer kurzen Abtastphase zeigten Chaheds Turbinen, dass sie die 0:5-Pleite der Vorwoche gegen Meister Wolfsburg schnell abgeschüttelt hatten. Das torlose Unentschieden zur Pause war schmeichelhaft für die Mainstädterinnen, die im Sommer vom traditionsreichen 1. FFC zur Eintracht übergesiedelt waren und bei denen Ex-Turbine Lara Prasnikar nach überstandener Corona-Infektion zunächst auf der Bank saß. Ihre slowenische Landsfrau Sara Agrez, die ebenfalls erkrankt war, rückte auf Potsdamer Seite dagegen sofort in die Startelf. Auch diese Umstellung war ausschlaggebend dafür, dass Potsdam ein laufintensives Spiel aufzog und mit zunehmender Dauer auch beste Torchancen hatte. Turbines Kapitänin Merle Barth konnte sich so im defensiven Mittelfeld immer wieder in den Spielaufbau einbringen.

In Bildern: Turbine Potsdam gewinnt Klassiker in Frankfurt.

Turbine Potsdam gewinnt Premierenduell mit Eintracht Frankfurt 1:0 (0:0) und festigt Rang 3 in der Frauenfußball-Bundesliga. Die eingewechselte Gina Chmielinski erzielte in der 76. Minute das Tor des Abends im Stadion am Brentanobad. Zur Galerie
Turbine Potsdam gewinnt Premierenduell mit Eintracht Frankfurt 1:0 (0:0) und festigt Rang 3 in der Frauenfußball-Bundesliga. Die eingewechselte Gina Chmielinski erzielte in der 76. Minute das Tor des Abends im Stadion am Brentanobad. © Saskia Nafe

Nina Ehegötz schoss aus guter Position an die Querlatte (9.). In den Minuten vor der Pause setzten sich die Turbinen regelrecht fest in der Eintracht-Hälfte. Aus dem Gewühl heraus scheiterte Malgorzata Mesjasz nach einem weiten Ball an Nationalkeeperin Merle Frohms (39.), kurz danach parierte die Frankfurter Torfrau gegen die Polin erneut glänzend (44.). Verfolger Frankfurt sorgte bei Kontern oder Standards nur für latente Torgefahr. Lediglich einmal, bei einem schwachen Abschluss von Tanja Pawollek, musste Turbine-Torfrau Vanessa Fischer in Richtung Ball hechten (36.).

Nach der Pause blieben die ganz dicken Torchancen Mangelware. Frankfurt konnte immerhin etwas mehr Spielanteile verzeichnen, aber auch die nach gut einer Stunde eingewechselte Prasnikar konnte in der Offensive keine Akzente setzen. Turbine-Coach Sofian Chahed hatte da ein glücklicheres Händchen als sein Kollege Niko Arnautis: Gina Chmielinski ersetzte Angreiferin Karoline Smidt Nielsen und avancierte prompt zur Matchwinnerin. Als die Frankfurterinnen eine Hereingabe von Nina Ehegötz zu kurz abwehrten, nahm das Potsdamer Eigengewächs die Kugel volley und versenkte sie zum Tor des Tages im rechten Eck (76.).


Die Gäste schalteten mit der Führung im Rücken keineswegs in den Verwaltungsmodus, sondern spielten weiter mutig mit. Einmal mussten sie trotzdem noch die Luft anhalten, als Vanessa Fischer sich bei einem abgefälschten Rückraumschuss von Pawollek strecken musste (85.), um die drei Punkte im direkten Duell festzuhalten.

Turbine Potsdam: Fischer – Nally, Elsig, Agrez, Graf – Orschmann (73. Weidauer), Barth, Mesjasz, Ehegötz (90. Plattner) – Smidt Nielsen (62. Chmielinski), Kössler (73. Cerci).