13. November 2019 / 14:47 Uhr

Ginczek: Vorfreude aufs Comeback und Baby-Glück

Ginczek: Vorfreude aufs Comeback und Baby-Glück

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
<b>Daniel Ginczek</b>: Hannover 96 hat das gut gemacht, wir hatten wenige Mittel. das war spielerisch und aufgrund unserer Fehler eines unserer schlechtesten Spiele dieser Saison. Aber ich gewinne auch gerne mal, wenn wir schlecht gespielt haben.
Fast wieder zurück: VfL-Stürmer Daniel Ginczek. © imago images / Kirchner-Media
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Sein Comeback ist nicht mehr weit weg: VfL-Stürmer Daniel Ginczek arbeitet nach seiner Rücken-OP hart für seine Rückkehr in den Kader des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Teile des Mannschaftstrainings kann der Angreifer schon absolvieren, nächste Woche soll die Intensität weiter gesteigert werden. Das Frankfurt-Spiel nach der Länderspielpause kommt zwar noch zu früh, aber allzu lange muss sich der Torjäger nicht mehr gedulden.

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Ginczeks Karriere war bisher von zahlreichen Ausfällen geprägt - einige kleinere Beschwerden, aber auch große Verletzungen machten ihm das Leben schwer. Unter anderem zwei Kreuzbandrisse sowie einen Bandscheibenvorfall hatte der 28-Jährige schon erlitten. Und auch dieses Jahr lief für ihn noch nicht nach Plan, Ginczek wartet in dieser Saison nach wie vor auf seinen ersten Pflichtspiel-Einsatz. Erst die Sprunggelenkverletzung (zweieinhalb Monate Pause), dann die Rücken-OP Mitte Juli. Doch jetzt geht's immer weiter bergauf. "Mir geht's sehr gut, der Rücken ist komplett schmerzfrei", sagt Ginczek. Auch der Kopf blockiert ihn nicht. "Ich habe mich im Alltag relativ schnell wieder normal bewegt."

Auch auf dem Platz kann er inzwischen wieder mitmischen. "Ich mache schon Teile des Mannschaftstrainings mit, nächste Woche können wir es vielleicht steigern, sodass es irgendwann ins komplette Teamtraining übergeht", sagt Ginczek, der einen klaren Comeback-Plan im Kopf hat. "Das Frankfurt-Spiel wird sicherlich nichts. Ich will ja auch nicht nur im Kader sein, um gute Laune zu verbreiten. Mein Ziel ist St. Etienne. Und wenn es nur für zehn Minuten geht, würde ich das dem Trainer sagen." Das würde eine Rückkehr Mitte Dezember bedeuten.

Fussball, UEFA Europa League, Gruppenphase, 4. Spieltag, VfL Wolfsburg-KAA Gent, Saison 2019/20, Volkswagen-Arena, 07.11.2019, Zur Galerie
Fussball, UEFA Europa League, Gruppenphase, 4. Spieltag, VfL Wolfsburg-KAA Gent, Saison 2019/20, Volkswagen-Arena, 07.11.2019, ©

Ein wenig muss sich Ginczek also noch gedulden und sich die VfL-Spiele von der Tribüne aus ansehen - so wie in den vergangenen Wochen, als der VfL zuletzt viermal in Folge verlor. "In einer Phase, in der man unter einem neuen Trainer lange ungeschlagen bleibt, entwickelt sich eine Art Leichtigkeit. Jetzt wird gesagt, dass der Spielplan für uns gesprochen hat, aber man sieht, wie ausgeglichen die Liga ist", betont der Stürmer und sagt: "Man darf auch mal 1:6 verlieren, das ist ein Lernprozess. Da gilt es, das Gute herauszufiltern. So war es auch in der vergangenen Saison. Wenn wir nur einen Tick nachgelassen haben, haben wir die Spiele nicht gewonnen."

Hinzu komme die Dreifachbelastung, die nicht zu unterschätzen sei. "Wenn du zwei bis drei Jahre lang nicht international spielst, kommst du aus dem Rhythmus. Es braucht Zeit, sich wieder umzustellen. Aber das darf keine Ausrede sein", so Ginczek, der als Beispiel Ex-Nationalspieler Philipp Lahm nennt. "Er hat über zehn Jahre jede Saison in drei Wettbewerben die rechte Seite beackert - und war nie verletzt."

Fussball, Bundesliga, VfL Wolfsburg-Bayer Leverkusen,  Saison 2019/20, 11. Spieltag, 10.11.2019 Zur Galerie
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Der Angreifer weiß aber auch, dass vor allem offensiv derzeit beim VfL nicht viel zusammenläuft. Mit gerade einmal elf Toren stellen die Wolfsburger zusammen mit Schlusslicht SC Paderborn nach dem Tabellenvorletzten 1. FC Köln (zehn) die zweitschwächste Offensive der Liga. "Ich glaube, dass wir nicht erst seit zwei Wochen nicht so gefährlich nach vorn sind. Das war auch schon am Anfang zu sehen. Wieso es so ist, ist schwer zu erklären. Wir machen es bis 20, 25 Meter vor dem gegnerischen Tor gut", findet Ginczek. Er weiß aber auch kein probates Mittel, wie die Ladehemmung behoben werden könnte. "Es geht ja nicht, dass wir sieben Tage lang aufs Tor schießen und dann am Wochenende fünf Buden machen."

Helfen könnte da die Rückkehr von Ginczek. In der vergangenen Saison hatte er zwölf Spiele in der Bundesliga und im DFB-Pokal gemacht, in denen er mehr als 75 Minuten auf dem Platz stand. Die Ausbeute: sechs Tore und vier Assists. Auch ein Comeback von Admir Mehmedi könnte etwas bewirken. "Die Statistik zeigt, dass wir beide nicht ungefährlich sind. Und Admir kann das Spiel mit seinen kreativen Ideen beleben", sagt Ginczek. Und der Angreifer selbst? Der kommt bald mit zusätzlicher Motivation zurück - die Familie vergrößert sich im Frühjahr. Ehefrau Wiebke erwartet Kind Nummer 3. "Man hat natürlich schon etwas Routine, aber es ist das Schönste, ein Kind zu bekommen. Die Vorfreude ist immer da", strahlt Ginczek. Amüsant: Der Stichtag ist der 13. April - der Geburtstag von Wolfsburgs Nummer 33.

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