11. April 2021 / 20:00 Uhr

Gisdol droht das Aus: Köln kassiert nach Aufholjagd bittere Last-Minute-Pleite gegen Mainz

Gisdol droht das Aus: Köln kassiert nach Aufholjagd bittere Last-Minute-Pleite gegen Mainz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trainer Markus Gisdol vom 1. FC Köln steht nach der Niederlage gegen den Keller-Rivalen Mainz 05 weiter unter Druck.
Trainer Markus Gisdol vom 1. FC Köln steht nach der Niederlage gegen den Keller-Rivalen Mainz 05 weiter unter Druck. © Getty Images (Montage)
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Der 1. FC Köln hat im Abstiegskampf der Bundesliga eine späte Niederlage kassiert, die Trainer Markus Gisdol womöglich den Job kosten könnte. Durch das 2:3 im Heimspiel gegen Mainz 05 bleiben die Geißböcke weiter Vorletzter. Selbst eine zwischenzeitliche Aufholjagd genügte im entscheidenden Kellerduell nicht.

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Tiefschlag im Abstiegskampf: Der 1. FC Köln hat durch einen späten Gegentreffer von Mainz-Stürmer Leandro Barreiro (90.+1) einen weiteren herben Rückschlag hinnehmen müssen. Die nun seit acht Pflichtspielen sieglose Mannschaft von Trainer Markus Gisdol verlor das Heimspiel gegen Mainz 05 am Sonntagabend mit 2:3 (1:1). Jean-Paul Boetius (11. Minute) brachte die Gastgeber zunächst in Führung, Ondrej Duda (43., Handelfmeter) und Ellyes Skhiri (61.) drehten das Spiel für die Gastgeber sogar zwischendurch. Doch die Mainzer kamen zurück und blieben durch die Treffer von Karim Onisowo (65.) und eben Barreiro zum fünften Mal in Folge ungeschlagen. Mainz springt in der Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz auf Rang 14. Köln bleibt mit drei Zählern Abstand zum rettenden Ufer Vorletzter.

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Der stark unter Druck stehende Köln-Coach gab sich vor dem Anpfiff demonstrativ gelassen: "Ich rechne mit gar nichts, weil ich mich voll auf die Arbeit mit meiner Mannschaft konzentriere", betonte der 51-Jährige zu einer möglicherweise drohenden Ablösung, sollte sein Team die Partie nicht gewinnen. Gegen Mainz setzte der Trainer von Beginn an auf die Rückkehrer Sebastian Andersson und Florian Kainz. Beide zuletzt verletzten Spieler kamen in der vergangenen Woche beim 0:1 in Wolfsburg zu ersten Kurzeinsätzen. Bei den Mainzern startete Danny da Costa wieder auf der rechten Seite. Er ersetzte den angeschlagenen Daniel Brosinski. Im Angriff spielte Karim Onisiwo für Robert Glatzel.

Für die Mainzer traf mit der ersten Torchance des Spiels jedoch ein anderer: Jean-Paul Boetius zirkelte den Ball nach einer Vorlage von Leandro Barreiro, unhaltbar für Torwart Timo Horn, ins Tor (11.). Köln gab nicht auf, allerdings ließ Startelf-Rückkehrer Andersson kurz drauf zwei große Torchancen ungenutzt (19. und 20.). Erst schoss der Schwede per Drehschuss am Tor vorbei, dann setzte er im Fallen gut sieben Meter vor dem Mainzer Kasten auch den nächsten Versuch daneben. Zum Torerfolg vor der Pause sollte der FC trotzdem noch kommen. Nach Videobeweis entschied Schiedsrichter Felix Brych auf Handelfmeter für die Gastgeber, nachdem Phillipp Mwene im Strafraum unabsichtlich an die Hand geschossen wurde. Duda verwandelte den glücklichen Strafstoß.

Mit einem guten Gefühl gingen die Kölner trotzdem nicht in die Kabine: Kingsley Ehizibue musste in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach einem Zusammenprall mit Jonathan Burkhardt mit einer Kopfverletzung ausgewechselt werden. Kurz nach Wiederanpfiff erwischte ausgerechnet Burkhardt das gleiche Schicksal. Der U21-Nationalspieler bekam von Jorge Meré einen Ellenbogen ins Gesicht, musste lange behandelt werden und verließ den Platz daraufhin sichtlich benommen (51.).

Nach dem Schock für die Mainzer übernahm Köln kurzzeitig die Kontrolle über das Spiel und hätte eigentlich schon nach einem Kopfball von Marius Wolf (58.) in Führung gehen müssen. Allerdings regierte Mainz Keeper Robin Zentner aus kürzester Distanz sensationell und lenkte den Ball an die Latte. Das Spiel drehte der FC trotzdem. Nach einer Freistoß-Flanke von Ex-Nationalspieler Jonas Hector versenkte Skhiri den Ball ins Tor zum 2:1. Die Führung hatte jedoch nicht lange Bestand. Nach flacher Hereingabe des völlig freien Boetius rutschte Onisowo kurz vor dem Fünfmeterraum in den Ball erzielte so das 2:2 (65.). Danach kehrte etwas Ruhe in die Partie ein. Die Gäste waren erst in der Schlussphase wieder etwas aktiver - und sicherten sich den Auswärtssieg doch noch: Barreiro versetzte den Kölnern mit seinem späten Treffer (90.+1) den K.o. - und damit womöglich auch FC-Coach Gisdol.