26. Oktober 2019 / 08:51 Uhr

Gladbach-Boss Max Eberl nach Skandal in Rom: Kritik an Polizei – und den eigenen Fans

Gladbach-Boss Max Eberl nach Skandal in Rom: Kritik an Polizei – und den eigenen Fans

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gladbachs Sportdirektor Max Eberl ärgerte sich in Rom über das Vorgehen der italienischen Polizei, aber auch über einige der mitgereisten Fans.
Gladbachs Sportdirektor Max Eberl ärgerte sich in Rom über das Vorgehen der italienischen Polizei, aber auch über einige der mitgereisten Fans. © imago images/Insidefoto/Montage
Anzeige

Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl hat nach den Krawallen beim Europa-League-Auswärtsspiel bei der AS Rom (1:1) das umstrittene Vorgehen der italienischen Sicherheitskräfte, aber auch die eigenen Fans kritisiert. Die waren durch das Abbrennen von Pyrotechnik negativ aufgefallen, weshalb der Klub nun mit einer Strafe rechnet.

Anzeige
Anzeige

Sportdirektor Max Eberl von Borussia Mönchengladbach hat nach den Unruhen rund um das Europa-League-Spiel bei der AS Rom (1:1) Kritik am Vorgehen der italienischen Sicherheitskräfte, aber auch an den eigenen Fans geäußert. Den 46-Jährigen ärgerte, dass die Borussia-Anhänger den aus Sicht des Vereins unverhältnismäßigen Polizei-Einsatz gegen die mitgereisten Gladbacher offenbar erst provoziert hatten – und zwar durch das Abbrennen von Pyrotechnik.

50 ehemalige Spieler von Borussia Mönchengladbach – wo sind sie gelandet?

Juan Arango, Marko Marin und Mo Idrissou - nur drei ehemalige Gladbach-Stars, die nicht nur Fohlen-Fans ein Begriff sind. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt 50 Ex-Borussen und was aus ihnen wurde. Zur Galerie
Juan Arango, Marko Marin und Mo Idrissou - nur drei ehemalige Gladbach-Stars, die nicht nur "Fohlen"-Fans ein Begriff sind. Der SPORTBUZZER zeigt 50 Ex-Borussen und was aus ihnen wurde. ©
Anzeige

Eberl: „Zeigt einmal mehr, dass Pyro blödsinnig ist“

Eberl sagte: „Es zeigt einmal mehr, dass Pyro blödsinnig ist. Es mag eine schöne Lichtshow sein, aber es hilft keinem. Es drangsaliert die meisten der anderen Fans, die wirklich Fußball schauen wollen. Das ist die Konsequenz und zeigt, was Pyro als gesellschaftliche Folge haben kann.“

Mehr vom SPORTBUZZER

Aber auch das Vorgehen der Sicherheitskräfte monierte der frühere Profi – vor allem, dass nach Darstellung der Borussia auch Unbeteiligte von den Maßnahmen betroffen gewesen sein sollen. „Es geht nicht, dass unbeteiligte Menschen, darunter Frauen und Kinder, nicht so behandelt werden, wie Menschen behandelt werden sollen“, betonte Eberl.

Gladbach-Trainer Marco Rose zu Rom-Remis: 30 Minuten waren "sehr gut"

Bis zu drei Stunden nach Abpfiff ausharren? „Nicht gerechtfertigt“

Nach Mönchengladbacher Darstellung soll die Polizei beim Vorgehen gegen das Abbrennen von Pyrotechnik im Gäste-Fanblock des Olympiastadions auch unbeteiligte Zuschauer drangsaliert haben und dabei rücksichtslos vorgegangen sein. Gästefans mussten demnach unter anderem bis zu drei Stunden nach dem Abpfiff im Stadion bleiben. Auch das schmeckte Eberl nicht. „Zwei bis drei Stunden in so einem Korridor zu stehen ist nicht gerechtfertigt“, sagte er.

Vier Borussia-Fans wurden in Gewahrsam genommen, genau wie ein Vereinsmitarbeiter, der die polizeilichen Maßnahmen im Gladbacher Block zu Dokumentationszwecken mit einem Handy gefilmt haben soll. Die Borussia zeigte sich zuversichtlich, dass der Mitarbeiter zeitnah auf freien Fuß gesetzt wird. Zwei weitere Beschäftigte des Klubs seien vorerst in Rom geblieben, um ihren Kollegen zu unterstützen. Auch die Gladbacher Fanhilfe hatte wegen des Einsatzes Vorwürfe gegen die Polizei erhoben.

Gladbach rechnet mit einer Geldstrafe durch die UEFA

Nach Angaben der italienischen Polizei hätten zwei der festgenommenen Fans nach dem Spiel einen Stadion-Offiziellen angegriffen und ihn mit Fahnenstangen, Fußtritten und Fausthieben attackiert. Ein weiterer habe Gegenstände auf die Polizei geworfen.

Die Gladbacher rechnen nach den Vorkommnissen in Rom mit einer Geldstrafe durch die Europäische Fußball-Union. Schon beim Auswärtsspiel in Istanbul hatte es Probleme mit den türkischen Sicherheitskräften gegeben, weil Fahnen der Gladbach-Fans konfisziert und Borussen-Anhänger des Stadions verwiesen worden waren.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus aller Welt