Borussia Mönchengladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers hat sich klar für die Aufrechterhaltung der 50+1-Regel ausgesprochen. Ohne diese Regel, die im Grundsatz den Komplettverkauf der Vereine an Investoren verhindert, "würde unsere Fußball-Landschaft implodieren und zusammenknicken", sagte Schippers in einem Interview der Rheinischen Post. Der Fan "würde es nicht verstehen, er will es nicht. Dann hast du vielleicht das Geld vom Investor, aber dir bricht deine Fan-Basis weg. Dann hat es keinem genutzt".
Die 50+1-Regel sei "der Dreh- und Angelpunkt für unseren Fußball und in diesem Rahmen müssen und können wir uns gut bewegen". 50+1 gilt im Vergleich der Topligen nur im deutschen Profifußball, die Regel besagt, dass die Entscheidungsmehrheit bei einem Investoreneinstieg immer beim Stammverein bleiben muss (50+1 Prozent der Stimmen). "Ich glaube nicht, dass 50+1 Luxus ist. Es ist eine Frage der Fußballkultur – unserer deutschen Fußballkultur. 50+1 ist ein Anker dafür, dass der Fußball den Menschen in Deutschland so viel Spaß macht", sagte Schippers (55).
Derzeit läuft ein Klärungsverfahren mit dem Bundeskartellamt, das die Regel im Jahr 2021 sportpolitisch als unbedenklich eingestuft, aber die drei Ausnahmen für die TSG 1899 Hoffenheim mit Mehrheitseigner Dietmar Hopp sowie die von Unternehmen gelenkten Klubs Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg kritisiert hatte. Die Deutsche Fußball Liga sucht davon abgesehen nach weiteren Möglichkeiten der Erlössteigerung - etwa durch den Einstieg eines Partners in die Rechtevermarktung.
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