11. November 2022 / 19:52 Uhr

Gladbach und BVB setzen bei Borussen-Duell Zeichen mit Regenbogen-Aktion: Das steckt dahinter

Gladbach und BVB setzen bei Borussen-Duell Zeichen mit Regenbogen-Aktion: Das steckt dahinter

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Borussen-Duell zwischen Gladbach und dem BVB steht unter einem besonderen Motto.
Das Borussen-Duell zwischen Gladbach und dem BVB steht unter einem besonderen Motto. © IMAGO/Sven Simon/Twitter/Gladbach/BVB (Montage)
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Borussia Mönchengladbach und der BVB werden beim Freitagsspiel der Bundesliga in Sondertrikots auflaufen. Der Sponsor-Schriftzug beider Teams des speziellen Jerseys ist in Regenbogen-Farben gehalten. Der SPORTBUZZER blickt auf die Hintergründe.

Das Freitagsspiel in der Bundesliga zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund birgt nicht nur sportliche Brisanz, sondern wartet auch mit einem speziellen Detail auf: Beide Teams absolvieren die letzte Liga-Partie vor der anstehenden Weltmeisterschaft in Katar (20. November bis 18. Dezember) in Sondertrikots. Das Ungewohnte am Dress der Klubs: Der Sponsoren-Schriftzug auf der Brust und den Ärmeln ist jeweils in Regenbogen-Farben gehalten.

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Warum? Die Klubs wollen mit der besonderen Aktion ein "sichtbares Zeichen für mehr Vielfalt setzen", wie es in einer BVB-Mitteilung heißt. Carsten Cramer, Mitgeschäftsführer der Westfalen, erklärte vor der Partie gegenüber Sat.1: "Wir sind deutlich mehr als ein Fußballverein. Wir haben die Aufgabe, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Ich glaube, dass wir gerade in schwierigen Situationen auch Vorbildcharakter zeigen können. Deshalb ist es wahrscheinlich kein Zufall, dass wir an einem Spieltag wie heute ein klares Bekenntnis gegen Intoleranz für Vielfalt zum Ausdruck bringen."

Gastgeberland Katar steht vor dem WM-Turnier im Wüstenemirat wegen Menschrechtsverstößen und des Umgangs mit Arbeitern aus anderen Ländern schon lange in der Kritik. In der Vergangenheit war es auch zu tödlichen Unfällen auf den Baustellen gekommen. Die Regierung des Emirats verweist auf eigene Reformen und weist Teile der Kritik zurück. Die Rufe nach einem Boykott der WM werden nicht zuletzt unmittelbar vor dem Endrundenstart lauter. Cramer hält dies nicht für den richtigen Weg. "Wir können wirklich vorweg gehen und Zeichen setzen. Das tun wir als BVB, indem wir uns klar gegen Rassismus, Intoleranz und Antisemitismus aussprechen. Ich glaube nicht, dass in solchen Situationen Boykotte die richtigen Maßnahmen sind", so der 53-Jährige.

Gladbach ruft BVB-Partie zu Diversity-Spieltag aus

Grundsätzlich sei es wichtig, einen Standpunkt einzunehmen, "der sich der gesellschaftlichen Verantwortung nicht entzieht." Dies funktioniere weniger über einen Boykott, sondern vielmehr durch eine "kritische Auseinandersetzung" mit prekären Themen, sagt Cramer. Damit geht Gastgeber Gladbach am 15. Spieltag voran: Neben dem Sondertrikot erscheinen auch die Eckfahnen im Borussia-Park sowie die Kapitänsbinde der Gladbacher in Regenbogen-Farben. "Das Heimspiel gegen den BVB haben die Fohlen zum Diversity-Spieltag ausgerufen, an dem es verschiedene Aktionen sowie zahlreiche sichtbare Zeichen für Vielfalt geben wird", heißt es auf der Homepage.

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