11. November 2022 / 22:25 Uhr

Gladbach verpasst BVB Nackenschlag vor WM-Pause: Abwehr um verunsicherten Hummels schwach

Gladbach verpasst BVB Nackenschlag vor WM-Pause: Abwehr um verunsicherten Hummels schwach

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Borussia Mönchengladbach jubelt über den Sieg gegen den BVB.
Borussia Mönchengladbach jubelt über den Sieg gegen den BVB. © IMAGO/Kirchner-Media/Team 2 (Montage)
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Borussia Mönchengladbach hat den spektakulären Schlagabtausch mit Borussia Dortmund am Freitagabend für sich entschieden. Der BVB kassierte durch die zweite Bundesliga-Pleite in Serie den nächsten Rückschlag im Rennen um die Spitzenplätze, Gladbach feierte einen versöhnlichen Abschluss vor der WM-Pause.

Borussia Mönchengladbach hat ein spektakuläres und torreiches Borussen-Duell für sich entschieden und Borussia Dortmund am Freitagabend den nächsten empfindlichen Nackenschlag im Rennen um die Champions-League-Plätze verpasst. Die Mannschaft von Trainer Daniel Farke schlug den BVB am letzten Spieltag vor der WM-Pause mit 4:2 (3:2). Jonas Hofmann (4.), Ramy Bensebaini (26.), Marcus Thuram (30.) und Manu Koné (46.) besiegelten das Schicksal des BVB, der nur die Treffer von Julian Brandt (19.) und Nico Schlotterbeck (40.) entgegenzusetzen hatte. Dem BVB droht die Konkurrenz als Sechster einen Punkt hinter Champions-League-Platz vier kurz vor der Bundesliga-Pause vorerst zu einteilen, Gladbach pirschte sich mit nun 22 Zählern auf drei Punkte an die Schwarz-Gelben heran und ist nun Siebter.

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Der BVB ging mit wenig Änderungen in die letzte Partie vor der langen WM-Pause. Nicht zuletzt aufgrund anhaltender Personalnot änderte Trainer Edin Terzic seine Startelf für die Partie nur auf zwei Positionen. Im Vergleich zum 0:2 am Dienstag beim VfL Wolfsburg wurden Karim Adeyemi und Salih Özcan durch Giovanni Reyna und Emre Can ersetzt. Gladbach-Coach Daniel Farke, der von November 2015 bis Sommer 2017 Coach des Dortmunder U23-Teams war, musste auf den an Corona erkrankten Alassane Pléa verzichten, der durch Kapitän Lars Stindl ersetzt wurde. Im Tor stand mit Jan Olschowsky der dritte Schlussmann, weil Stammkeeper Yann Sommer und dessen Vertreter Tobias Sippel verletzt passen mussten.

Zunächst wurde es aber vor dem Tor von BVB-Keeper Gregor Kobel gefährlich – mit Folgen. Nach einem Zuspiel von Lars Stindl in die Schnittstelle der Dortmunder Deckung erlief Hofmann den Ball und schoss zur frühen Führung ein (4.). Die Defensive des BVB wackelte auch in den Folgeminuten und doch hatten die Schwarz-Gelben das nächste Wort. Nach einem Diagonalpass von Jude Bellingham pflückte Brandt den Ball technisch anspruchsvoll aus der Luft und markierte aus der Drehung den Ausgleich (19.). Doch auch der Treffer brachte der Hintermannschaft der Westfalen nicht die nötige Sicherheit. Im Anschluss an einen Hofmann-Freistoß köpfte Bensebaini zur erneuten Gladbach-Führung ein (26.).

Hummels löst sich zu früh aus der Abwehrkette

Und es kam noch schlimmer: Der überraschend nicht für die WM nominierte und verunsichert wirkende Mats Hummels attackierte auf höhe der Mittellinie früh und verließ die hintere Kette. In die sich bietende Lücke ging Thuram mit viel Tempo, umkurvte Kobel und schob zum 3:1 ein (30.). Doch noch in der Schlussphase von Durchgang eins ließ die Terzic-Elf ein Aufbäumen erkennen, wurde offensiv besonders durch den agilen WM-Fahrer Youssoufa Moukoko gefährlich. Die Belohnung holten sich die BVB-Akteure nach einer Standardsituation ab. Einen Kopfball von Niklas Süle konnte Gladbach-Ersatzkeeper Olschowsky nicht entscheidend klären. Schlotterbeck sorgte kurz vor der Pause wieder für Spannung (40.). Donyell Malen vergab kurz darauf aus kurzer Distanz die Riesenchance zum Ausgleich (42.) – es ging mit 2:3 in die Kabinen.

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Doch statt den Schwung aus der Schlussphase der ersten Hälfte in Durchgang zwei zu übertragen, setzte es für den BVB kurz nach Wiederanpfiff die nächste kalte Dusche. Nicht einmal 40 Sekunden waren nach den Seitenwechsel gespielt, da fand Hofmann mit seinem Zuspiel Teamkollegen Koné, der von der Strafraumgrenze auf 4:2 stellte (46.). Die löchrige Defensive um das Trio Süle, Hummels und Schlotterbeck machte dem BVB weiter zu Schaffen. Nach Stindl-Zuckerpass auf Thuram war der Gladbach-Angreifer einmal mehr zu schnell für die Dortmunder Verteidiger, zielte freistehend aber am Kobel-Tor vorbei (52.).

Unglücklicher Abend für den BVB-Kapitän geht weiter

Kurz darauf die nächste Aufreger-Szene: Thuram luchste dem weiterhin unglücklich agierenden Hummels bei einem Rückpassversuch des BVB-Verteidigers den Ball ab, legte frei vor Kobel quer auf Hofmann, der zur vermeintlichen Entscheidung traf. Schiedsrichter Sven Jablonski sah sich die Entstehung des Treffers jedoch auf den Videobildern an und entschied auf Thuram-Foul an Hummels (68.). Das Tor wurde annulliert, der unglückliche Hummels-Abend ging jedoch weiter. Der 33-Jährige musste mit muskulären Problemen vorzeitig vom Platz. Für ihn kam Antonios Papadopoulos (78.). Der Erfolg der Gladbacher geriet nicht mehr in Gefahr.

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