05. Oktober 2019 / 16:42 Uhr

Nach Chaos bei Gladbach-Spiel: Vorsitzender der Türkischen Gemeinde kritisiert Polizei - "Willkür nimmt zu"

Nach Chaos bei Gladbach-Spiel: Vorsitzender der Türkischen Gemeinde kritisiert Polizei - "Willkür nimmt zu"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gökay Sofuoglu, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, kritisiert das Vorgehen der Istanbuler Polizei.
Gökay Sofuoglu, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, kritisiert das Vorgehen der Istanbuler Polizei. © imago images/Seskim Photo
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Nach den Auseinandersetzungen der türkischen Polizei mit Gladbacher Fans beim Europa-League-Spiel gegen Basaksehir Istanbul hagelt es Kritik. Nach den Borussia-Verantwortlichen äußert sich nun auch der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde - und nennt das Vorgehen "verheerend".

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Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland hat das Vorgehen der Polizei gegen Fans des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach als vollkommen inakzeptabel bezeichnet. „Ich finde es verheerend, was da passiert ist“, sagte Gökay Sofuoglu am Samstag der Welt. Am Rande des Europa-League-Spiels (1:1) der Gladbacher bei Basaksehir Istanbul hatten Polizisten am Donnerstagabend den Borussen-Fans Fahnen abgenommen, weil diese christliche Symbole gezeigt hätten. Dabei handelte sich um das Stadtwappen Mönchengladbachs, in dem unter anderem ein Kreuz abgebildet ist. Zudem war es nach Clubangaben vor dem Spiel zu Rangeleien gekommen.

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Sofuoglu über Polizeieinsatz: "Das ist lächerlich"

Zwei Borussen-Fans waren vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, weil sie angeblich Polizisten geschlagen haben sollen. Videoaufnahmen bewiesen aber das Gegenteil. Die Gladbacher erwägen nun weitere Schritte und kündigten Gespräche mit der UEFA an. Für Unmut sorgte auch der Zwang für die rund 1400 Gladbacher Fans, in Bussen anzureisen.

„Das ist lächerlich. Ein Kreuz in der Türkei zu tragen, ist nicht verboten. Das zeigt, dass die Willkür der Polizei immer mehr zunimmt“, sagte Sofuoglu. Die Türkei befinde sich gerade in einer politischen Umbruchsituation. Dafür werde auch Deutschland mitverantwortlich gemacht. „Ich könnte mir vorstellen, dass da im Hintergrund mitschwingt, dass man den Deutschen einmal zeigen wollte, wer Herr im Haus ist“, meinte Sofuoglu.

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Borussia-Manager Max Eberl hatte nach der Partie von „Polizeidiktatur“ gesprochen. Dieser Begriff sei laut Sofuoglu überzogen, er helfe in der Auseinandersetzung nicht wirklich weiter. Das Verhalten der Polizei könnte aber eine „Solidaritätsgeste an die Fans und den Verein“ gewesen sein. Mitbegründer des Retortenclubs Basaksehir war der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

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