11. März 2020 / 20:23 Uhr

Gladbach gewinnt Rhein-Derby gegen Köln: Ungewohnte Atmosphäre bei erstem Bundesliga-Geisterspiel

Gladbach gewinnt Rhein-Derby gegen Köln: Ungewohnte Atmosphäre bei erstem Bundesliga-Geisterspiel

Dennis Ebbecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Auch wenn von den Rängen im Borussia-Park beim Geisterspiel nichts zu hören war: Das 1:0 von Breel Embolo war für die Fohlen sehr wichtig.
Auch wenn von den Rängen im Borussia-Park beim Geisterspiel nichts zu hören war: Das 1:0 von Breel Embolo war für die "Fohlen" sehr wichtig. © imago images/RHR-Foto
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Borussia Mönchengladbach hat das Rhein-Derby gegen den 1. FC Köln mit 2:1 gewonnen. Soweit das Sportliche! Langfristig in Erinnerung bleibt jedoch die ungewohnte Atmosphäre vor leeren Rängen im ersten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte.

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Mit einem skeptischen Blick betraten Schiedsrichter Deniz Aytekin sowie die Profis von Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am 11. März 2020 wenige Minuten vor 18.30 Uhr den leeren Borussia-Park - zum ersten sogenannten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte. Das Nachholspiel vom 21. Spieltag, das aufgrund des Sturmtiefs "Sabine" Anfang Februar verschoben werden und an diesem Mittwoch unter erneut widrigen Umständen (Stichwort: Coronavirus) vor leeren Rängen nachgeholt werden musste, endete mit einem 2:1-Sieg für die Hausherren.

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Für den ersten Lacher sorgte der Unparteiische, der die Partie versehentlich einige Sekunden zu früh anpfiff und kurz danach lachend zurückruderte. Es passte zu diesem besonderen Bundesliga-Spiel, das auf lange Sicht weniger ob des Ergebnisses, sondern wegen der ungewohnten Atmosphäre im Stadion in Erinnerung bleiben wird. Und doch dürfen die sportlichen Aspekte nicht unter den Teppich gekehrt werden. Immerhin handelte es sich um ein Rhein-Derby - auch wenn es sich nicht so anfühlte.

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Köln-Trainer Gisdol wollte ungewohnte Atmosphäre zum Vorteil machen

Gladbach musste auf den verletzten Denis Zakaria verzichten, Köln hingegen konnte auf den zuletzt gelbgesperrten Jhon Cordoba zurückgreifen. Für den ersten gefährlichen Torschuss des Derbys sorgte allerdings ein anderer FC-Profi: Mark Uth. In der 21. Minute landete sein Freistoß nur knapp über dem Querbalken des Gladbacher Gehäuses. Köln-Trainer Markus Gisdol hatte bereits vor dem Spiel auf die ungewohnten Begleitumstände dieses Spiels hingewiesen ("Man hört jedes Wort von einem Spieler, ich kann coachen über den ganzen Platz hinweg") und erklärt: "Der Mannschaft, der es gelingt, sich darauf einzulassen, die wird einen Vorteil haben."

Zunächst sah es danach aus, dass die zuletzt formstarken Gäste diese Mannschaft sein könnten. Doch der kleine Weckruf, der aus gegebenem Anlass also nicht von den heimischen Fans gekommen war, verfehlte seine Wirkung nicht. Gladbach kam von Minute zu Minute mit der Situation besser zurecht und belohnte sich nach einer halben Stunde mit dem 1:0 durch Breel Embolo, der eine Vorlage von Patrick Herrmann links unten verwandelte.

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Die zweite Halbzeit begann etwas lebhafter als die erste - und das, obwohl den 22 Profis auf dem Platz neben der merkwürdigen Stimmung im leeren Rund nun auch noch der zunehmende Regen zusetzte. Die Hausherren waren mit der Marschroute aus der Kabine gekommen, die Führung auszubauen. Erst konnte Köln-Keeper Timo Horn einen Schuss des völlig freistehenden Herrmann (51.) abwehren, dann verfehlte ein Kopfball von Nico Elvedi (52.) knapp das Ziel.

Der Wille der Gäste war in der Folge erkennbar. Die Gisdol-Elf agierte mutiger als noch im ersten Durchgang, ließ in der Nähe des gegnerischen Strafraums allerdings die letzte Konsequenz vermissen. Ausgerechnet vor dem eigenen Kasten zeigten sich die Domstädter 20 Minuten vor Schluss treffsicher. Unglücksrabe Jorge Meré (70.) lenkte eine Embolo-Flanke ins eigene Netz ab. Dass es zum Ende noch einmal spannend wurde, lag vor allem an Gladbach-Torwart Yann Sommer, der bei einem Abschlag wegrutschte und den Ball in die Füße von Uth (81.) spielte, der mühelos verwandeln konnte. Um ein Haar wäre ihm in der Nachspielzeit sogar noch der Ausgleich gelungen, doch diesmal war Sommer hellwach.