04. März 2021 / 14:56 Uhr

Gladbach oder Salzburg: Verlässt Glasner den VfL Wolfsburg am Saisonende?

Gladbach oder Salzburg: Verlässt Glasner den VfL Wolfsburg am Saisonende?

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Oliver Glasner hat beim VfL Wolfsburg noch einen Vertrag bis 2022.
Oliver Glasner hat beim VfL Wolfsburg noch einen Vertrag bis 2022. © Swen Pförtner/dpa
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Hinter der Zukunft von Oliver Glasner beim VfL Wolfsburg stehen Fragezeichen. Sein Vertrag bei den Niedersachsen läuft noch bis 2022, Gespräche über eine Verlängerung soll es erst nach dem Ende der Saison geben. Allerdings hat der Österreicher auch eine Ausstiegsklausel.

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Hängt die Zukunft von Oliver Glasner beim VfL Wolfsburg von der Qualifikation für die Champions League ab? Nach SPORTBUZZER-Informationen wollen die Niedersachsen Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem Österreicher (das aktuelle Arbeitspapier läuft bis 2022) nur dann in jedem Fall starten, wenn der VfL am Saisonende unter den ersten vier der Tabelle steht. Was passiert, wenn es "nur" Platz fünf wird oder gar die Qualifikation fürs internationale Geschäft doch noch schiefgeht, ist offen. Und jetzt soll Glasner ein Kandidat bei seinem Ex-Klub RB Salzburg sein...

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Im Herbst war das Verhältnis zwischen Glasner und Manager Jörg Schmadtke angeschlagen, eine Aussprache und anschließender sportlicher Erfolg sorgten für die Trendwende. Der Österreicher hat die Mannschaft zu einem Spitzenteam der Bundesliga entwickelt, seine Idee vom aggressiven, lauffreudigen und intensiven Spiel funktioniert und hat den VfL zu einem Kandidaten für die Champions League gemacht. Das Verhältnis zwischen Schmadtke und Glasner gilt allerdings nach wie vor als angespannt.

Und der Wolfsburger Trainer ist nun begehrt. In Mönchengladbach wurde sei Name schon gehandelt, noch bevor Marco Roses Wechsel zu Borussia Dortmund feststand. Auch wenn Gladbach-Manager Max Eberl andere Namen auf dem Zettel hat - unter anderem Berns Gerardo Seoane, der auch schon VfL-Kandidat war -, bleibt die Frage nach Glasners Zukunft. Nach einem Bericht des Kicker hat der VfL-Coach eine Ausstiegsklausel zum Ende dieser Saison, die er noch ziehen kann. Und: In Salzburg könnte der Trainer-Job frei werden, weil auch der jetzige RBS-Coach Jesse Marsch auf der Gladbacher Liste stehen soll.

Sollten die Gladbacher bei der Suche nach einem Rose-Nachfolger dagegen in der Bundesliga fündig werden (auch Bremens Florian Kohfeldt gilt als Kandidat), könnte zudem das Trainer-Karussell der Liga so richtig in Schwung kommen und weitere Job-Optionen bieten.

Darum wechselten die Trainer des VfL Wolfsburg

1997/98: Aufstiegstrainer <b>Willi Reimann</b> wurde im Team respektiert, herzlich war sein Umgang mit den Spielern nie. Nach der Winterpause wurden Risse sichtbar; als die WAZ enthüllte, dass Manager Peter Pander Reimanns Defizite im Umgang mit den Spielern ausgleichen sollte, war der Trainer sauer („Dann kann ich ja hinwerfen“), der VfL nahm die Aussage als Rücktritt. Uwe Erkenbrecher wurde für ein Spiel Interimscoach, dann folgte <b>Wolfgang Wolf</b>, der mit drei 1:0-Siegen in Folge startete. Zur Galerie
1997/98: Aufstiegstrainer Willi Reimann wurde im Team respektiert, herzlich war sein Umgang mit den Spielern nie. Nach der Winterpause wurden Risse sichtbar; als die WAZ enthüllte, dass Manager Peter Pander Reimanns Defizite im Umgang mit den Spielern ausgleichen sollte, war der Trainer sauer („Dann kann ich ja hinwerfen“), der VfL nahm die Aussage als Rücktritt. Uwe Erkenbrecher wurde für ein Spiel Interimscoach, dann folgte Wolfgang Wolf, der mit drei 1:0-Siegen in Folge startete. ©

Wie sieht Glasner seine Zukunft? Im Podcast der österreichischen Zeitung „Kurier“ hat der Coach unlängst über seine mittel- und kurzfristigen Zukunftspläne gesprochen. Seine Vertragslaufzeit bis 2022 sei "ja auch noch relativ lang hin", sagte er dort. Und: "Der Durchschnitt für einen Trainer bei einem Klub ist ein, zwei Jahre, da bin ich schon drüber, das ist das Gute.“

Dass es keine Gespräche über eine Vertragsverlängerung gibt, ehe das Abschneiden in dieser Saison feststeht, würde ihn nicht überraschen: „Wir wollen jetzt erst einmal die Saison sehr erfolgreich zu Ende spielen. Und dann wird der Klub – sollte es in seinem Interesse sein – sich schon irgendwann bei mir melden.“ Er habe die Erfahrung gemacht, dass im Fußball „oft alles anders gekommen ist als ich es gedacht hätte“, von daher seien Karriere-Planungen wenig sinnvoll. Mit dem VfL wolle er nach Europa „und dann ist es meine Planung, dass ich mit dem VfL wieder international unterwegs bin“.

Doch Salzburg, sein Geburtsort, könnte ihn reizen - nicht zuletzt wegen der Nähe zu seiner Familie, die nach wie vor in Österreich lebt. Beim RB-Klub in seinem Heimatland arbeitete er bereits als Assistent der Geschäftsleitung, als Sportlicher Koordinator und als Co-Trainer von Roger Schmidt, ehe er 2014 seinen ersten Cheftrainer-Posten bei seinem Heimatklub SV Ried antrat. Der Abschied aus Ried (er ging 2015 zum Linzer ASK) traf die Oberösterreicher ziemlich überraschend. Von Linz wechselte Glasner dann 2019 zum VfL Wolfsburg - mit Hilfe einer Ausstiegsklausel...