06. Januar 2020 / 14:33 Uhr

Gladbach-Sportdirektor Max Eberl über die Meisterschaft, Bayern-Gerüchte und Winter-Transfers

Gladbach-Sportdirektor Max Eberl über die Meisterschaft, Bayern-Gerüchte und Winter-Transfers

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Max Eberl hat sich zum Kampf um die Meisterschaft und mögliche Winter-Transfers geäußert.
Max Eberl hat sich zum Kampf um die Meisterschaft und mögliche Winter-Transfers geäußert. © imago images/Joachim Sielski
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Sportdirektor Max Eberl hat sich im Trainingslager in Jerez de la Frontera zu den Chancen von Borussia Mönchengladbach im Meisterschaftskampf geäußert. Zudem sprach er über den intensiven Austausch mit Trainer Marco Rose und die permanenten Spekulationen eines künftigen Engagements beim FC Bayern.  

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Am Sonntag hat Borussia Mönchengladbach sein Trainingslager im spanischen Jerez de la Frontera bezogen. Hier bereitet sich der Tabellenzweite der Bundesliga eine Woche lang auf die Rückrunde vor, die die Mannschaft von Trainer Marco Rose am 17. Januar mit einem Heimspiel gegen Schalke 04 eröffnen wird. Sportdirektor Max Eberl bezog in einer Presserunde nach der ersten Trainingseinheit am Montag ausführlich Stellung zu unterschiedlichen Themen. Der 46-Jährige sprach über...

…Vorsätze für das neue Jahr: "Den Wunsch nach etwas Blechernem habe ich oft genug erwähnt. Das ist ja fast schon ein Running Gag. Aber ich bin keiner, der das so hoch hängt. Für mich ist nicht Silvester der Tag, an dem man anfängt, sich neue Vorsätze zu machen. Ich nagel mir zumindest nichts an die Wand. Ich versuche jeden Tag, das Bestmögliche zu erreichen und privat bestmöglich für die Familie da zu sein."

…die Meister-Favoritenrolle: "Die hat aktuell RB Leipzig inne. Sie haben sich nicht nur mit den Punkten, sondern auch der Art und Weise in diese Position gebracht. RB hat in der ersten Hälfte einen sehr guten Job gemacht, der BVB und Bayern sind etwas hinten dran, wir haben uns dazwischen gemogelt."

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…die Gladbacher Chancen: "Wir haben uns eine gute Ausgangslage geschaffen und die gilt es für uns nun zu veredeln. Aber eine Meisterschaft geht nun mal über 34 Spieltage, nicht über 17. Die Situation war in der vergangenen Saison schon so ähnlich. Gerade zum Ende der Saison ist es noch mal eine erhöhte Drucksituation, deswegen gibt es da noch viele Fragezeichen. Aber ich bin überzeugt, dass wir es diesmal besser hinkriegen als letztes Jahr."

…den Lerneffekt: "Wir haben die letzte Saison ja erlebt, das sind Erfahrungswerte, die wir haben. Warum wird Bayern jedes Jahr Deutscher Meister? Weil sie mit Druck am besten umgehen können – da sie die meiste Erfahrung haben. So ist es für uns jetzt auch. Aber die zweite Saisonhälfte genauso zu spielen wie die erste, ist erst mal ein Wunsch. Unser Credo war es immer, sich aufs nächste Spiel zu fokussieren. Denn: Diese Bundesliga ist so kompliziert."

…Gladbacher Zielformulierungen: "Jeder Spieler hat das Recht zu sagen, was er erreichen möchte. Sie kommen ja nach Gladbach, um größtmöglichen Erfolg zu haben. Und ich diktiere nicht jedem in dem Block, Deutscher Meister werden zu wollen. Davon gewinnt niemand was. Wir haben nach außen eine realistische Einschätzung, aber natürlich träumen wir auch. Nur versuchen wir, das normal zu formulieren. Mit diesem Weg sind wir die letzten Jahre sehr gut gefahren. Es nützt einem nichts, ein Ziel zu setzen, dass man nur unfassbar schwer erreichen kann."

…weiteres Gladbacher Potenzial: "Es ist nicht so, dass wir endlos Luft nach oben haben und die 35 Punkte nur mit Standgas erspielt haben. Trotzdem glauben wir, dass wir im System noch stabiler werden und uns mehr Möglichkeiten erspielen können."

…den Austausch mit Marco Rose: "Im Gegensatz zu Dieter Hecking, mit dem ich meistens Kekse zusammen gegessen habe, sind es nun Nussecken. In der Sache ist es aber genauso harmonisch und kontrovers wie es mit Dieter war, wie es mit Lucien Favre war, wie es mit André Schubert oder Michael Frontzeck war. Marco ist ein großartiger Mensch, mit dem man gut reden und diskutieren kann. Ich finde es wichtig, dass der Sportdirektor und der Trainer ein Verhältnis haben, dass man hinter verschlossenen Türen auch mal Arschloch sagen kann – und trotzdem einen gemeinsamen Weg geht."

…den Zeitpunkt des „fertigen“ Rose-Fußballs: "Ob man die finale Perfektion irgendwann sieht, kann ich nicht beurteilen. Er arbeitet daran, dass wir es so nah und nachhaltig wie möglich schaffen. Das ist ein stetig zu bearbeitendes System. Wann er die Perfektion erreicht, muss Marco sagen. Wenn wir gewinnen, ist mir das dann aber auch egal." (lacht)

50 ehemalige Spieler von Borussia Mönchengladbach – wo sind sie gelandet?

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Juan Arango, Marko Marin und Mo Idrissou - nur drei ehemalige Gladbach-Stars, die nicht nur "Fohlen"-Fans ein Begriff sind. Der SPORTBUZZER zeigt 50 Ex-Borussen und was aus ihnen wurde. ©

…das Europa-League-Aus: "Am 31. Dezember war das Thema dann auch vorbei. Wir sind alle enttäuscht gewesen, es nützt aber nichts dem hinterherzutrauern. Jetzt gibt es den Ansporn, es wieder zu schaffen – um es dann besser zu machen."

…Zugänge im Winter: "Da tut sich nichts."

…Abgänge im Winter: "Wir haben unseren Kader. Wenn Spieler mit einem halben Jahr Vertrag zu mir kommen, muss man schauen. Aber dann muss es für alle Sinn ergeben. Es gibt Gerüchte um Fabian Johnson und Tobias Strobl, aber an mich ist keiner heran getreten. Ich befasse mich mit den Spekulationen nicht großartig."

Der SPORTBUZZER zeigt euch die aktuellen Vertragslaufzeiten der Gladbach-Profis. Klickt Euch durch!

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Sommer, Stindl & Co. - Das sind die Vertragslaufzeiten der Gladbach-Profis. ©

…unwiderstehliche Millionen-Angebote für umworbene Profis wie Denis Zakaria: "Das ist eine strategische Entscheidung, die wir dann fällen müssen. Keine Notentscheidung – dahin haben wir uns entwickelt, um auszuwählen: Nehmen wir das unfassbare Geld, können den Kader dafür verbessern, verlieren dafür aber einen großartigen Spieler – oder sagen wir, dieser eine Spieler ist so extrem wichtig, wir verzichten auf das Geld und versuchen mit „kleineren“ Transfers den Kader besser zu machen."

…Bayern-Gerüchte um seine Person: "Die Bayern sind mit Oliver Kahn, Herbert Hainer und Hasan Salihamidzic wirklich gut aufgestellt. Ich hatte mit Brazzo eine tolle Zeit bei der Reise mit dem DFB in die USA, wo wir uns sehr gut verstanden und viel miteinander gelacht haben. Andere Klubs sind ebenfalls aufgestellt. Wir sind aufgestellt. Wann mein Klub auf mich zu kommt, um über meinen Vertrag zu reden, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich habe ja auch noch zweieinhalb Jahre und bereits nachhaltig gezeigt, dass ich ein Mensch bin, der kontinuierlich arbeiten will."