28. Mai 2021 / 20:16 Uhr

Glasner-Abschied: Wolfsburg-Spieler erfuhren es offenbar nicht vom Trainer selbst

Glasner-Abschied: Wolfsburg-Spieler erfuhren es offenbar nicht vom Trainer selbst

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburg-Abschied: Trainer Glasner ging, Landsmann Schlager erfuhr es aus den Medien.
Wolfsburg-Abschied: Trainer Glasner ging, Landsmann Schlager erfuhr es aus den Medien. © Roland Hermstein / dpa
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Die Spieler des VfL Wolfsburg haben vom Abschied ihres Trainer aus den Medien erfahren - und nicht von Oliver Glasner selbst. Das verriet jetzt Mittelfeldmann Xaver Schlager im Trainingslager der österreichischen Nationalmannschaft.

Abschied aus der VW-Stadt, Wechsel zu Eintracht Frankfurt - die Spieler des VfL Wolfsburg haben den Abgang ihres Trainers offenbar nicht von Oliver Glasner selbst verkündet bekommen. Mittelfeldmann Xaver Schlager sagte am Freitag im Trainingslager der österreichischen Nationalmannschaft in Bad Tatzmannsdorf: "Ich habe es aus den Medien erfahren, dass unser Trainer weg ist."

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Allerdings: Überrascht habe die Trennung niemanden mehr, auch Glasner-Landsmann Schlager nicht. "Als wir dann fix in der Champions League waren, hat man schon gemerkt, dass es vielleicht auseinandergehen könnte. Wirklich gewusst haben wir es aber nie, also habe ich mir auch nicht viele Gedanken gemacht." Am Ende war es dann "nicht die größte Überraschung. Nach so einem Erfolg ist es natürlich nicht optimal", so der 23-Jährige. "Weil wir einfach eine coole Truppe waren. Wir haben uns über zwei Jahre weiterentwickelt, das System verinnerlicht und einfach gut miteinander gespielt. Jeder hat gewusst, wie die Abläufe sind, wo der andere jemanden braucht, wo man helfen kann."

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Am Mittwoch hatten der VfL und Eintracht Frankfurt den Trainerwechsel verkündet, nachdem Glasner zuvor wochenlang für einen Schwebezustand gesorgt hatte, weil er ein Bekenntnis zu einer Zukunft in Wolfsburg vermied. Sein Verhältnis zu VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke galt spätestens nach einem öffentlichen Transfer-Streit im vergangenen Herbst als extrem belastet. In Frankfurt unterschrieb Glasner nun einen Vertrag bei 2024, soll aber ähnlich wie in Wolfsburg eine Ausstiegsklausel besitzen.

Als Nachfolger beim VfL steht Mark van Bommel bereit, wenn nichts dazwischenkommt, soll der Niederländer in der kommenden Woche offiziell bestätigt werden - und bringt dann Ex-VfL-Kapitän Kevin Hofland als Co-Trainer mit. "Trainer-Wechsel gehören ganz normal dazu im Fußball-Geschäft, das ist nichts Außergewöhnliches", so Schlager. "Wenn wir andere Vereine hernehmen, haben die teilweise vier, fünf Trainer in einem Jahr. Da sind wir mit einem Trainer in zwei Jahren schon sehr gut gewesen. Man bekommt einfach wieder einen neuen Trainer, vielleicht eine sehr ähnliche Philosophie, aber neue Inputs. Das sollte kein Problem sein für uns. Bei uns freut sich jeder auf die Champions League in der neuen Saison."

Dass er mit Glasner bisher einen Landsmann auf der Trainerbank hatte, sei durchaus ein Vorteil gewesen: "Er hat mir den Einstieg in Deutschland natürlich erleichtert, denn es ist immer einfacher, wenn man auch einmal ein bisschen österreichisch reden kann." Oder wenn der Co-Trainer auch mal für einen "Schmäh" gut ist, "den nicht alle verstehen. Das war natürlich sehr gut für mich. Genauso mit der Taktik: Ich kannte das System und die Prinzipien. So war das natürlich viel leichter für mich."