04. Dezember 2019 / 18:00 Uhr

Glasner testet: Guilavogui wieder hinten und eine piepende Uhr

Glasner testet: Guilavogui wieder hinten und eine piepende Uhr

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fussball; Bundesliga; VfL Wolfsburg-Werder Bremen; Saison 2019/20; 13. Spieltag; 01.12.2019;
Baut Oliver Glasner (M.) sein Team um? Die Rückkehr von Xaver Schlager (r.) bietet dem Trainer mehr Optionen. Im Training übte Kapitän Josuha Guilavogui (l.) nach längerer Zeit mal wieder in der Abwehr. © Roland Hermstein
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Die Rückkehr von Xaver Schlager gibt Oliver Glasner, dem Trainer des VfL Wolfsburg, vor dem Spiel am Samstag beim SC Freiburg wieder neue Optionen...

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Für den VfL begann am Mittwoch die letzte normale Trainingswoche des Jahres, bevor zum Abschluss von 2019 zwei englische Wochen folgen. Auffällig dabei am Mittwochmorgen: Trainer Oliver Glasner ließ seine Spieler an seiner Spielidee vom Umschalt-Fußball feilen. Und dafür benutzte der Coach des Wolfsburger Bundesligisten im Training eine große Uhr samt Piepton. Ebenfalls auffällig: Josuha Guilavogui übte nicht im Mittelfeld, sondern in der Abwehrkette. Ein Fingerzeig, dass Glasner am Samstag (15.30 Uhr) in Freiburg den Franzosen ganz hinten spielen lässt?

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Zu Saisonbeginn hatte Guilavogui da – und nicht im Mittelfeld gespielt. Die beiden Achterpositionen hatten Maximilian Arnold und Xaver Schlager eingenommen. Die VfL-Bilanz: Zwei Siege zum Start und ein Remis gegen Paderborn, bei dem sich Schlager schon früh und schwer verletzt hatte. Nach Schlagers Knöchelbruch hatte Glasner wieder umgestellt, Guilavogui zurück ins Mittelfeld beordert – und Bruma eine Chance im Abwehrzentrum der Dreierkette gegeben. Der Niederländer, der den Klub im Sommer hätte verlassen können, sich aber durchbiss und dafür belohnt wurde, machte es sehr ordentlich. Im Training jedoch übte Guilavogui nun nach längerer Zeit mal wieder hinten drin. Muss Bruma jetzt also wieder auf die Bank? Offen! „Ins Grübeln komme ich deswegen nicht. Es ist klar, dass wir alle spielen wollen. Ich kann hinten überall spielen, ich habe auf Schalke auch rechts in der Dreierkette gespielt – das ist kein Problem“, sagt der ehemalige Nationalspieler ganz gelassen.

Training VfL Wolfsburg

Im Trainingsspiel waren seine Kollegen und er am Mittwoch permanent gefordert. Glasner ließ nach dem 2:3 gegen Bremen verstärkt das von ihm favorisierte Umschaltspiel üben, impfte seinen Profis ein, dass sie schnell und mit möglichst wenigen Kontakten in Richtung Torabschluss kommen sollen. Nach Ball-Eroberung gab’s eine sogenannte Zehn-Sekunden-Regel: In dieser Zeit verlangte Glasner von seinen Stars, dass das Leder aufs oder Richtung Tor gebracht wird. „Im Umschalten haben wir etwas zu viel in die Breite gespielt“, hatte er nach der Niederlage gegen Werder moniert. „Da haben wir noch unser größtes Potenzial.“

Und so ließ der Österreicher am Mittwochmorgen auf einer großen grünen Tonne eine große Uhr platzieren, Co-Trainer Michael Berktold schaute immer wieder, dass die Zeit bei den Umschalt-Situationen eingehalten wird. Glasner selbst unterbrach ab und an und zeigte auf, wer wo stehen muss, damit es nach Balleroberung fix in Richtung des gegnerisches Tor ging. Das sei nicht immer einfach, wie Bruma zugab: „Das große Ziel ist es, nach Ballgewinn nicht Tiki-Taka zu spielen, sondern den Blick nach vorn zu richten und den Ball in die Tiefe zu spielen – am besten flach ein, zwei Linien überspielen.“


Bilder vom Spiel der 1. Bundesliga zwischen dem VfL Wolfsburg und SV Werder Bremen

Bremens Yuya Osako muss sich gegen die Wolfsburger John Anthony Brooks (links) und Maximilian Arnold behaupten. Zur Galerie
Bremens Yuya Osako muss sich gegen die Wolfsburger John Anthony Brooks (links) und Maximilian Arnold behaupten. ©
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Warum klappt das alles noch nicht so wie Glasner sich das wünscht? „Vielleicht haben wir das im Spiel noch nicht so im Kopf. Wir müssen einfach noch besser erkennen, wann der richtige Moment da ist.“ Der Moment für den schnellen Pass in die Tiefe, um einen nach Ballverlust unsortierten Gegner knacken zu können.

Wichtig sei es insgesamt zudem, schwerer ausrechenbar zu sein, so Bruma: „Wir wollen nicht, dass jede Mannschaft weiß, was wir machen. Wir wollen ein bisschen variabler werden.“ Und schneller Richtung gegnerisches Tor kommen.