18. April 2021 / 21:14 Uhr

Glasner-Verbleib in Wolfsburg immer unwahrscheinlicher: Entscheidung Anfang Mai?

Glasner-Verbleib in Wolfsburg immer unwahrscheinlicher: Entscheidung Anfang Mai?

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wolfsburg-Coach Oliver Glasner gilt als Trainer-Kandidat bei RB Salzburg.
Wolfsburg-Coach Oliver Glasner gilt als Trainer-Kandidat bei RB Salzburg. © Britta Schulze
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Der VfL Wolfsburg bleibt auch nach der 2:3-Niederlage gegen Bayern auf Champions-League-Kurs, dennoch wird ein Verbleib von Trainer Oliver Glasner bei den Niedersachsen immer unwahrscheinlicher - die Entscheidung fällt möglicherweise Anfang Mai.

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Im Wörthersee-Stadion in Klagenfurt steigt am 1. Mai das österreichische Pokalfinale. Mit RB Salzburg und dem Linzer ASK stehen sich dort dann zwei ehemalige Klubs von Oliver Glasner gegenüber, der Ausgang des Spiels mag aus Sicht des VfL Wolfsburg eher uninteressant sein. Interessanter ist das Datum. Denn vorher, so heißt es im Umfeld der Salzburger, wolle man in der Trainerfrage die Füße stillhalten. Heißt: Erst in zwei Wochen wird klar, ob Salzburg-Coach Jesse Marsch bleibt - oder doch aufs Trainer-Karussell der deutschen Bundesliga springt.

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Dass Bayern-Coach Hansi Flick am Samstag nach dem 3:2-Sieg in Wolfsburg verkündete, den Rekordmeister verlassen zu wollen, hat dieses Karussell so richtig in Fahrt gebracht. Julian Nagelsmann wird als Flick-Nachfolger gehandelt, dessen Job in Leipzig könnte im Rahmen einer Red-Bull-internen Lösung der US-Amerikaner Marsch übernehmen, für dessen Nachfolge wiederum Glasner als ein Top-Kandidat gilt. Marsch hat zwar keine Ausstiegsklausel, aber laut Salzburger Nachrichten sei RBS bereit, ihn für eine Ablösesumme von 2 Millionen Euro ziehen zu lassen.

In Wolfsburg soll Glasner eine Ausstiegsklausel aus seinem Vertrag bis 2023 haben, die Ablöse soll bei rund 5 Millionen Euro liegen. Nach SPORTBUZZER-Informationen muss diese Klausel nicht zwingend vor dem 1. Mai gezogen werden. Auf Spekulationen, dass Glasner den VfL am Saisonende verlassen könnte, reagiert Wolfsburgs Manager Jörg Schmadtke zunehmend genervt und kurz angebunden. Die Frage, ob sein Trainer schon mal mit einem Abschiedswunsch bei ihm oder Sportdirektor Marcel Schäfer vorstellig geworden sei, beantwortet Schmadtke mit einem schlichten: „Nein, er war nicht bei uns in den Büros.“

Seit im Rahmen des Transfer-Zoffs im vergangenen Herbst öffentlich wurde, wie belastet das Verhältnis zwischen Schmadtke und Glasner ist (der Trainer selbst nennt es "professionell"), glaubt beim VfL fast niemand mehr daran, dass der Österreicher auch zur kommenden Saison noch Wolfsburger Chef-Übungsleiter sein wird - auch wenn Schmadtke immer wieder betont, dass für eine erfolgreiche Arbeit ein herzliches Miteinander zwischen Trainer und Sport-Verantwortlichen nicht zwingend nötig ist.

Glasner selbst, der sich am Vorabend des Bayern-Spiels nach Sky-Informationen lange mit Flick an der Hotelbar ausgetauscht hatte, bleibt damit ein beliebtes Spekulationsobjekt für jeden freien oder frei werdenden Trainerposten. Sky-Experte Didi Hamann brachte Glasner sogar als Flick-Nachfolger bei den Bayern ins Gespräch: "Glasner wäre nicht die schlechteste Wahl - ich würde auf Nagelsmann oder Glasner tippen!"

Glasner: "Mich hat kein Klub kontaktiert"

Bemerkenswert offen hatte Nagelsmann vergangene Woche zugegeben, man müsse "als Trainer manchmal rumeiern", wenn es um die persönliche Zukunft geht. Frankfurt-Trainer Adi Hütter, der seine Zusage ("Ich bleibe") zurücknehmen musste, um ein Angebot von Borussia Mönchengladbach anzunehmen, dient da als aktuelles Beispiel.

Und so sind auch Glasners Aussagen nach dem Bayern-Spiel zu verstehen. Es gebe "jeden Tag irgendwelche Gerüchte", er selbst habe "mit keinem einzigen Klub gesprochen, es hat mich kein einziger Klub kontaktiert. Von daher gibt es nichts zu sagen." Außer: "Fakt ist, dass wir noch fünf Spieltage haben, in denen wir alles unternehmen werden, um in die Champions League einzuziehen." Wie sich der 46-Jährige seine berufliche Zukunft danach vorstellt, sagt er weiterhin nicht. Womöglich, weil er es tatsächlich nicht weiß - und weil das Beispiel seines Landsmannes Hütter zeigt, dass einem frühe Festlegungen ganz schnell um die Ohren fliegen können.