15. April 2021 / 21:38 Uhr

Glasner, die Emojis und die Zukunft: Die Spur führt zu RB Salzburg

Glasner, die Emojis und die Zukunft: Die Spur führt zu RB Salzburg

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Keine Rückkehr nach Salzburg: Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner.
Keine Rückkehr nach Salzburg: Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner. © Roland Hermstein
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Der Verbleib beim VfL Wolfsburg ist für Trainer Oliver Glasner nur eine von mehreren Optionen. Eine andere ist die Rückkehr zu RB Salzburg, wo er ein Top-Kandidat für die Nachfolge von Jesse Marsch ist.

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Dass Oliver Glasner nach seiner Zukunft befragt wird, ist nichts Neues. Immer wieder muss der Trainer des VfL Wolfsburg zu Gerüchten Stellung nehmen, er werde seinen Klub am Saisonende mithilfe einer Ausstiegsklausel verlassen. Er antwortet mal mehr oder weniger ausführlich, mal kurz angebunden, mal launig. Am Donnerstag, im Rahmen der wöchentlichen Pressekonferenz, war's eher launig - er verwies darauf, dass er entsprechende Nachfragen aus dem Bekanntenkreis mit einem Emoji kommentiert - nämlich mit dem achselzuckenden Keine-Ahnung-Emoji.

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Anlass für die erneuten Nachfragen waren Berichte über ein mögliches Interesse von Eintracht Frankfurt an Glasner, zudem gibt es recht wilde Spekulationen darüber, er könnte auch ein Kandidat bei den Bayern sein. Dabei führt die eigentliche Spur aber in sein Heimatland: Glasner ist nach SPORTBUZZER-Informationen ein Top-Kandidat bei RB Salzburg, sollte Jesse Marsch dort am Saisonende gehen.

Es bleibt allerdings alles im Ungefähren - denn Marsch ist zwar unter anderem auch ein Kandidat bei Bayer Leverkusen, ob er aber die Salzburger wirklich verlassen will, ist weiter unklar. Ähnlich wie Glasner und zuletzt auch Adi Hütter (der von Frankfurt nach Gladbach wechseln wird), vermeidet der US-Amerikaner eine klare Aussage zu seiner Zukunft. Eine ganze Reihe von Trainern beobachtet den Markt und das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel auf den Übungsleiter-Posten also offenbar aus einer sicheren Deckung - der Verbleib beim aktuellen Klub scheint dabei stets nur eine von mehreren Optionen zu sein. Auch für Glasner.

Er könne die Spekulation um seine Zukunft ohnehin nicht beeinflussen, befand er - und zitierte das englische Sprichwort "Love it, change it or leave it" - lieb es, ändere es oder lass es einfach sein. Glasner: "Gern habe ich es nicht, ändern kann ich es nicht - also lasse ich es."

Was natürlich so nicht stimmt - denn er könnte ja einfach sagen, dass er trotz Ausstiegsklausel aus dem Vertrag bis 2022 in der kommenden Saison auf jeden Fall Wolfsburg-Trainer bleiben will. Ein solches Bekenntnis verweigert er weiterhin. Warum? Glasner verweist auf das Beispiel Hütter. Sein Landsmann hatte im Februar betont, dass er in Frankfurt bleibe, dann kam das Gladbach-Angebot, das er annahm. Glasners Erkenntnis daraus: "Du kannst heute etwas mit voller Überzeugung sagen, und morgen ist es plötzlich anders - und dann wirst du vielleicht als Lügner dargestellt." Denn: "Wir wissen alle nicht, was die Zukunft bringt."

Für ihn womöglich eine Rückkehr in die Heimat. In Salzburg wurde er geboren, bei RB war er von 2012 bis 2014 Assistent der Geschäftsleitung, Sportlicher Koordinator und Co-Trainer von Roger Schmidt. Der Top-Klub aus der Mozartstadt ist der einzige Verein Österreichs mit nachhaltigen internationalen Ambitionen - und damit auch der einzige Verein des Landes, der für einen im Ausland erfolgreichen Coach interessant ist. Und: Aus Österreich ist immer wieder zu hören, dass die durch Corona verschärfte Trennung von seiner Familie für Glasner ein Problem ist - das sich mit einem Wechsel nach Salzburg erheblich verkleinern würde.

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Bis sich die Wer-wird-wo-Trainer-Fragen in Salzburg, Leverkusen, Frankfurt, München und anderswo geklärt haben, wird noch eine Weile vergehen - und solange müssen Glasner und der VfL damit leben, Teil des Spekulations-Spiels zu sein. Er bekomme das natürlich schon mit, so der Österreicher, denn von Bekannten und Freunden habe er "dann immer auf dem Handy die eine oder andere Mitteilung mit unterschiedlichen Emojis dazu, darum schicke er dann immer dieses Emoji zurück, dass die Arme hebt und 'Keine Ahnung' sagt." Wer so routiniert im Umgang mit den kleinen Piktogrammen für Handy-Chats ist, wird allerdings auch wissen, dass es ein "Hier-ich!"-Emoji gibt, das die Hand hebt und sich meldet. Und er wird ebenso wissen, welcher Verein ihn locken müsste, damit er es verwendet.