29. April 2021 / 10:46 Uhr

Glasner wollte nicht zu RB Salzburg: Jetzt droht ihm der Wolfsburg-Rauswurf

Glasner wollte nicht zu RB Salzburg: Jetzt droht ihm der Wolfsburg-Rauswurf

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Keine Rückkehr nach Salzburg: Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner.
Keine Rückkehr nach Salzburg: Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner. © Roland Hermstein
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Oliver Glasner wird nicht Trainer von RB Salzburg. Dass er übers Saisonende hinaus beim VfL Wolfsburg bleibt, ist dennoch unwahrscheinlich. Sollte er seine Ausstiegsklausel nicht ziehen, droht ihm der Rauswurf.

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Julian Nagelsmann zu den Bayern, Jesse Marsch nach Leipzig - und Oliver Glasner dann zu RB Salzburg? So hätte der Trainerregen weitergehen können. Zumal Glasner, aktuell noch Coach des VfL Wolfsburg, bei den Salzburgern zu den absoluten Top-Kandidaten gehörte. Allerdings: Nach gleichlautenden Informationen von SPORTBUZZER und "Krone" wollte Glasner nicht zurück in die Mozartstadt. Den Job dort übernimmt nun Matthias Jaissle, aktuell noch Trainer beim FC Liefering in der 2. Liga Österreichs.

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Und Glasner? In Salzburg wurde er geboren, bei RB war er von 2012 bis 2014 Assistent der Geschäftsleitung, Sportlicher Koordinator und Co-Trainer von Roger Schmidt. Seine Familie lebt nicht weit entfernt. Dass sich der Salzburger RB-Klub darum Chancen auf eine Rückkehr des 46-Jährigen ausrechnete, ist nachvollziehbar. Allerdings: Einen Job in seinem Heimatland, so ist aus Glasners Umfeld zu hören, hätte der Trainer als Karriere-Rückschritt empfunden. Glasners Berater, so mutmaßt die "Krone", gehe davon aus, dass er etwas Besseres finden könne als den Top-Klub seines Heimatlandes - auch in der deutschen Bundesliga, wo etwa Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen (wo Berns Meistertrainer Gerardo Seoane als Kandidat gilt) neue Übungsleiter suchen.

Per Ausstiegsklausel kann Glasner Wolfsburg verlassen. Sollte er aber keinen neuen Klub finden und sich zum Bleiben entscheiden, heißt das noch lange nicht, dass er auch als VfL-Trainer in die kommende Spielzeit geht. Denn dass sein fehlendes Bekenntnis zu einer Zukunft in Wolfsburg bei Manager Jörg Schmadtke und dem stets um Ausgleich bemühten Sportdirektor Marcel Schäfer für Riesen-Unmut sorgt, ist rund um den VfL längst ein offenes Geheimnis. Sprich: Sollte Glasner trotz seiner erfolgreichen Arbeit beim VfL keinen anderen Job finden, droht ihm in Wolfsburg der Rausschmiss. Dann allerdings müsste der Bundesliga-Dritte eine Abfindung zahlen.

Auch RB Leipzig hatte sich mit Glasner beschäftigt, dort stand er neben Marsch und Pellegrino Matarazzo (VfB Stuttgart) auf der Kandidatenliste. Am Donnerstagvormittag verkündeten die Sachsen die Marsch-Verpflichtung, der US-Amerikaner wird am 1. Juli den Job des Cheftrainers dort übernehmen und hat einen Vertrag bis 2023 unterzeichnet. Salzburg soll für seinen Coach eine Ablöse von zwei Millionen Euro erhalten. Der neue RBS-Trainer Jaissle ist in der Bundesliga kein Unbekannter, spielte für 1899 Hoffenheim. Nach schwerer Knieverletzung stieg er früh ins Trainergeschäft ein, arbeitete als Coach bei Bröndby Kopenhagen und im Red-Bull-Nachwuchs.

Wolfsburg ist derweil längst auf der Suche nach einem Nachfolger - und kann dabei alte Gesprächsfäden wieder aufnehmen. Denn schon als im vergangenen Herbst ein Transferzoff den Bruch zwischen Glasner und Schmadtke sichtbar gemacht hatte, streckte der VfL seine Fühler nach möglichen Trainer-Kandidaten aus. Bereits damals im VfL-Visier: Mark van Bommel. Der ehemalige Bayern-Star gehört ebenso wie Dortmunds Edin Terzic und U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz wieder zu den Kandidaten.