10. März 2021 / 21:55 Uhr

Glasner-Zukunft offen? Das sagt Wolfsburgs Aufsichtsrats-Boss

Glasner-Zukunft offen? Das sagt Wolfsburgs Aufsichtsrats-Boss

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Lobt Trainer Oliver Glasner: Frank Witter, der Aufsichtsrats-Boss des VfL Wolfsburg.
Lobt Trainer Oliver Glasner: Frank Witter, der Aufsichtsrats-Boss des VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Über die Zukunft von Oliver Glasner, Trainer des VfL Wolfsburg, wird weiter munter spekuliert. Jetzt hat sich Frank Witter, Aufsichtsrats-Boss der Niedersachsen und VW-Vorstand, dazu geäußert: "Ich wüsste keinen Grund, warum ich an der Erfüllung des Vertrags zweifeln sollte."

Am Mittwochmorgen war es plötzlich still auf dem VfL-Trainingsplatz – es sprach nur einer: Oliver Glasner. Der Trainer des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten erklärte, was ihm im Trainingsspiel gerade nicht gepasst hatte. Genau diese Akribie des Österreichers war ein wesentlicher Grund, warum der VfL ihn einst haben wollte. Aber inzwischen ist längst nicht sicher, ob er trotz Vertrag bis 2022 in der nächsten Saison noch VfL-Trainer bleibt. Jetzt hat sich auch der "oberste" VfLer zur Glasner-Zukunft geäußert: Aufsichtsratschef und VW-Vorstand Frank Witter.

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„Oliver Glasner hat einen Vertrag bei uns über diese Saison hinaus. Ich wüsste aufgrund der Tabellenkonstellation keinen Grund, warum ich an der Erfüllung des Vertrags zweifeln sollte", so Witter zum SPORTBUZZER. Allerdings: Dass der Trainer mittels einer Ausstiegsklausel am Saisonende gehen könnte, bleibt nach wie vor undementiert. Witter: "Darüber wird spekuliert, aber ich werde nichts zu vertraglichen Inhalten unserer Mitarbeiter sagen. Vertragsinhalte sind vertraulich, insofern werde ich mich zu keiner Spekulation äußern – außer, dass der Vertrag wie bereits bekannt bis zum 30. Juni 2022 datiert ist. Die Rahmenbedingungen sprechen für eine Erfüllung."

Aber auch Witter kann nicht verhindern, dass über Glasners Zukunft weiter Mutmaßungen angestellt werden. Bei Borussia Mönchengladbach steht er auf der Liste der möglichen Nachfolger von Marco Rose, der zu Borussia Dortmund wechselt und 2019 vor der Unterschrift bei den Fohlen auch in Wolfsburg Top-Kandidat war. Allerdings: Nach SPORTBUZZER-Informationen ist Glasner für die Gladbacher nicht erste Wahl, andere Kandidaten rücken in den Fokus. Laut dpa gab es beispielsweise bereits Gespräche zwischen Ralf Rangnick und Borussen-Sportchef Max Eberl. Rangnick, der auch als neuer Bundestrainer nach der Europameisterschaft gehandelt wird, kann sich nach seinem Abschied von RB Leipzig 2019 wieder ein Engagement in der Bundesliga vorstellen. Als weitere Gladbach-Kandidaten gelten Jesse Marsch von RB Salzburg (für dessen Nachfolge Glasner im Gespräch ist) oder Young-Boys-Bern-Coach Gerardo Seoane, der wiederum auch bereits als Trainer für den VfL gehandelt wurde. Gerüchte, die Witter (noch) kalt lassen: "Bei anderen Vereinen und im Trainergeschäft insgesamt ist gerade vieles in Bewegung, ich sehe deshalb aber nicht zwingend einen Bezug zum VfL Wolfsburg.“

Statt sich mit möglichen Veränderungen beim VfL auf der Trainerposition zu beschäftigen, freut sich Witter vielmehr über die aktuell sportlich gute Lage - die auch Glasners Verdienst sei. "Der Trainer hat einen großen Anteil an unserer sportlichen Entwicklung – mit seinem Trainerteam ist er ein wesentlicher Baustein, aber natürlich braucht es auch einen Kader, mit dem man arbeiten kann." Vor allem die Entwicklung seit den beiden Relegationsjahren 2017 und 2018 sei erfreulich. "Wir haben schon seit längerer Zeit einen sehr wettbewerbsfähigen Kader", zuvor sei es "uns nur nicht zu jeder Zeit gelungen, die PS, die in ihm stecken, auf die Straße zu bringen. Das hat sich bereits unter Bruno Labbadia angefangen zu ändern und diese sehr erfreuliche Entwicklung hat sich unter Oliver Glasner fortgesetzt. Natürlich gehört auch das Umfeld wie zum Beispiel der medizinische Bereich, das Scouting bis hin zur Geschäftsführung dazu.“

Neben der Zukunft Glasners werden auch vetragliche Perspektiven für Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadkte, dem ein eher kühles Verhältnis zum Trainer nachgesagt wird, und Sportdirektor Marcel Schäfer mittelfristig ein Thema. Wie bei Glasner, so laufen auch die Verträge von Schmadtke und Schäfer bis 2022. Schmadtke hatte im SPORTBUZZER-Interview bereits angekündigt, dass "wir uns zum Jahreswechsel zusammensetzen werden. Dann gucken wir, ob das für beide Seiten noch sinnvoll ist und treffen eine Entscheidung. Bei diesem Fahrplan bleibt es."