29. Mai 2020 / 01:15 Uhr

Glasners Abwehr-Lob macht Knoches VfL-Abschied wahrscheinlicher

Glasners Abwehr-Lob macht Knoches VfL-Abschied wahrscheinlicher

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Abwehr-Freude, Abwehr-Leid: John-Anthony Brooks (l.) und Marin Pongracic bekamen Trainer-Lob, Robin Knoche (r.) ist seit dem Re-Start der Liga nicht mehr erste Wahl beim VfL – und wird Wolfsburg womöglch am Saisonende verlassen.
Momentan nur zweite Wahl: Trainer Oliver Glasner (kl. Bild) baut gerade nicht auf Robin Knoche (r.), sondern auf Jay Brooks (Foto l., l.) und Marin Pongracic. © Hufnagel/Hufnagel/Pool
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Vor der Corona-Pause noch erste Wahl, jetzt nicht mehr - die sportliche Zukunft von Robin Knoche, dessen Vertrag beim VfL Wolfsburg ausläuft, ist fraglicher denn je. Trainer Oliver Glasner setzt in der Innenverteidigung auf Marin Pongracic und John Anthony Brooks - und lobt deren Tempo.

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In Augsburg, gegen Dortmund und in Leverkusen - in den drei Spielen nach dem Re-Start der Fußball-Bundesliga war Robin Knoche, Eigengewächs des VfL Wolfsburg, Bankdrücker. Einzig am Dienstag in der Partie bei Bayer hatte er acht Minuten spielen dürfen. Dabei war der Abwehrmann, dessen Vertrag ausläuft, vor der Corona-Unterbrechung der Liga noch erste Wahl in der Innenverteidigung. "Er hat es bis vor ein paar Runden auch gut gemacht", sagt Trainer Oliver Glasner. Aber nun setzt der Österreicher auf Winter-Neuzugang Marin Pongracic und John Anthony Brooks - auch, weil beide schnell sind.

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Gegen Dortmund etwa war Pongracic mit gut 34 km/h der schnellste Spieler auf dem Platz, der Neuzugang von RB Salzburg legte zudem BVB-Shootingstar Erling Haaland an die Kette. Jetzt in Leverkusen erzielte er seine beiden ersten Tore im Profibereich und lieferte zusammen mit dem aufmerksamen Brooks erneut eine fast fehlerlose Partie ab. Der Trainer lobte: "Ich finde, dass Marin und auch Jay Brooks auf einem super Level verteidigen."

Und das sorgt dafür, dass Knoche schlechte Karten hat - in Sachen Startelf und in Sachen Vertragsverlängerung. Seit Jahresbeginn hat der 28-Jährige ein konkretes Angebot zur Verlängerung auf dem Tisch liegen – zu verringerten Bezügen. Wochenlang reagierten weder er noch sein Berater auf das Angebot. Vor zwei Wochen sagte Jörg Schmadtke dann, dass die Funkstille vorbei sei. Und wie ist der Stand jetzt? „Die Gespräche laufen, es wird zeitnah eine Entscheidung geben“, so der VfL-Manager am Donnerstag. Möglicherweise hat Knoche, der mit dem kommenden VfL-Gegner Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht wird, die für sich bereits getroffen. Denn in der Vergangenheit hatte er mehrmals betont, dass er auf dem Platz eine wichtige Rolle einnehmen möchte. Beim VfL ist das nach dem Re-Start nicht mehr der Fall.

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Marin Pongracic war der Mann des Spiels Zur Galerie
Marin Pongracic war der Mann des Spiels ©

Denn Glasner setzt auf Ponrgacic und Brooks. Zwei so schnelle Innenverteidiger habe er in seiner Karriere als Trainer noch nicht gehabt - und beide passen darum gut in die Abwehrformation. "Wir haben jetzt sehr, sehr viel Tempo in der Defensive – dadurch können wir auch mal höher spielen und trotzdem die gegnerischen Spieler wie Diaby noch ablaufen", sagt der Trainer und fügt hinzu: "Wenn man die Verteidigungslinie mal höher stellt oder Mittelfeldpressing spielt, können wir die Reihe von hinten sehr, sehr nah heranschieben."

Damit es "diese Zwischenräume, die Leverkusen und Dortmund sehr gut bespielen", kaum gibt. Dieses Rausrücken traue sich Pongracic und Co. zu, "weil sie auch dementsprechendes Tempo haben", so der Österreicher weiter. Mit dieser hohen Spielweise der Abwehrkette könne man ganz viele gefährliche Situationen bereits "im Keim ersticken".

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Knoche ist ein anderer Typ, überzeugt eher durch Stellungsspiel als durch Schnelligkeit - und ist darum wohl auch über das Saisonende hinaus kein Stammplatz-Kandidat. Offen ist, welche Konsequenzen ein Knoche-Abschied für die Kader-Planung hat. Neben Pongracic und Brooks sind für die kommende Spielzeit auch noch Marcel Tisserand sowie die ausgeliehenen Felix Uduokhai (Augsburg) und Jeffrey Bruma (Mainz) beim VfL unter Vertrag. Von der reinen Anzahl her sind das genug - auch ohne Knoche.