12. Februar 2021 / 14:26 Uhr

Glasners Motto in Wolfsburg: Never change a singing team!

Glasners Motto in Wolfsburg: Never change a singing team!

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Weghorst singt, Glasner freut's: Die Stimmung beim VfL vorm Spiel gegen Gladbach ist gut.
Weghorst singt, Glasner freut's: Die Stimmung beim VfL vorm Spiel gegen Gladbach ist gut. © Boris Baschin / ESPN Twitter
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Der VfL Wolfsburg könnte am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach zum fünften Mal in Folge mit derselben Startelf auflaufen. Trainer Oliver Glasner freut sich - und lobt die Stimmung im Team, das neuerdings sogar Sangeskünste zeigt.

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"Never change a winning team!" - das ist ein beliebtes Fußball-Motto. Wenn's läuft, sollte man an der Startelf nichts ändern. Das gilt auch für den VfL Wolfsburg, wo Trainer Oliver Glasner zum Bundesliga-Spiel am Sonntag (18 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach zum fünften Mal in Folge eine identische Anfangsformation auf den Rasen schicken kann. Murren da nicht die vermeintlich chancenlosen Ersatzspieler? "Nein", sagt Glasner, "wir sind eine gemeinsame Gruppe, die gemeinsame Ziele hat. Ich hatte schon in den letzten Wochen den Eindruck, dass alle voll mitziehen." Was auch an einem ganz neuen Wolfsburger Motto liegt: Never change a SINGING team!

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Gute Stimmung in der Mannschaft - das liegt nicht nur an der VfL-Serie von fünf gewonnenen Zu-null-Pflichtspielen in Folge, das liegt auch am Umgang miteinander. Nach dem 2:0 am vergangenen Sonntag in Augsburg machten Kabinen-Videos die Runde, auf denen unter anderem Wout Weghorst als Sänger glänzte und auch die Ergänzungsspieler ungehemmt tanzten und jubelten. "Bei dem, was da gepostet wurde", so Glasner, "hat man gesehen, wie gut die Stimmung in der Mannschaft ist. Da waren nicht nur die dabei, die gespielt haben, und alle andere saßen frustriert rum. Wir sind eine erfolgreiche Gruppe, die alles dafür gibt, eine erfolgreiche Saison zu spielen. Wir trennen nicht zwischen denen, die spielen, und denen, die nicht spielen."

Dass alle Spieler wichtig sind, sei zwar eine häufig verwendete Floskel, "aber die Saison hat schon mehrfach gezeigt, dass es so ist", betont Glasner und verweist auf die letzten Monate des vergangenen Jahres, als einige Profis ausgefallen waren und andere sofort bereit waren. "Jeder Einzelne ist wichtig", sagt der Österreicher. Und genauso wichtig sei es, "dass wir uns über jeden Sieg miteinander freuen. Das macht den Fußball aus." Eben so, wie es in der VfL-Kabine nach dem Augsburg-Spiel zu sehen war. "Wenn du viel investierst, ist es das Schönste, sich zusammen zu freuen. Die Spieler haben gesungen, sie haben getanzt", so Glasner.

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Dass jetzt, wo es so gut läuft, jemand beim Tabellendritten abhebt, glaubt der Wolfsburger Coach nicht: "Ich habe gesagt, ich schaue genau, ob jemand nachlässt." Die Spieler sind voll fokussiert, um das Ziel Europa zu erreichen. Dass nun vermehrt über die Königsklasse gesprochen wird, stört den 46-Jährigen daher nicht. "Es ist gut, dass wir über dieses Thema sprechen", sagt Glasner. "Das ist mir lieber als jede Woche die Frage zu beantworten: Wie wollt ihr den Abstieg verhindern? Dann sprechen wir doch lieber über die Champions League."

Never change a singing team - das heißt auch, dass Paulo Otavio wohl in der Mannschaft bleibt. Glasner hatte zuletzt die starke Belastung des Linksverteidigers angesprochen, zudem steht Jerome Roussillon wieder als Alternative zur Verfügung. Aber, so der Coach: "Wir hatten eine lange Woche, die Jungs hatten ein paar Tage frei. Alle Spieler machen einen guten Eindruck, auch Paulo. Er steht genauso im Saft wie alle anderen." Verletzungssorgen gibt es aktuell auch nicht: "Personell sieht es sehr gut aus - alle sind fit und einsatzfähig. Wir können aus dem Vollen schöpfen. Die Jungs geben richtig Gas im Training."