10. März 2020 / 15:44 Uhr

Glawoggers Mut wird belohnt - Holsteins U19 schlägt RB Leipzig

Glawoggers Mut wird belohnt - Holsteins U19 schlägt RB Leipzig

Jürgen Schinke
Kieler Nachrichten
Die schonungslose Analyse nach der 1:9-Klatsche beim Hamburger SV zeigte die erhoffte Wirkung: Tom Kinitz (3. v. li.) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 gegen RB Leipzig mit seinen Teamkollegen.
Die schonungslose Analyse nach der 1:9-Klatsche beim Hamburger SV zeigte die erhoffte Wirkung: Tom Kinitz (3. v. li.) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 gegen RB Leipzig mit seinen Teamkollegen. © Uwe Paesler
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Gefahr erkannt, Gefahr zunächst gebannt! Holstein Kiels U19-Fußballer näherten sich zuletzt merklich der absoluten Gefahrenzone in der A-Junioren-Bundesliga. Lediglich den Auswärtskick beim Niendorfer TSV vermochten die Jungstörche mit 2:1 zu gewinnen, in allen anderen vier Begegnungen ging der Aufsteiger in der Staffel Nord/Nordost leer aus. Zum absoluten Tiefpunkt geriet der desolate Auftritt beim Hamburger SV, bei der 1:9-Schmach präsentierten sich die Schleswig-Holsteiner fahrig und in der Defensive desorientiert.

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Die teaminterne Analyse zeigte die erhoffte Wirkung, im Heimspiel gegen den Nachwuchs von RasenBallsport Leipzig präsentierte sich Holstein deutlich formverbessert. Gleich mit 3:0 (1:0) hielten Kapitän Paulsen und sein Team die favorisierten Jungbullen in Schach.

„Es machte sich bezahlt, dass wir deutlich tiefer standen. Die Jungs haben in den direkten Duellen extrem viel investiert und sind dafür am Ende des Tages mit drei Punkten belohnt worden“, sagte U19-Cheftrainer Dominik Glawogger. Auch die Systemfrage war dem Coach nicht heilig. Holstein vertraute dieses Mal auf eine Fünferkette und attackierte vorn nur situativ aggressiv.

Der Gast aus Sachsen schlug ein hohes Spieltempo an, die KSV-Youngster hielten mit einer kompakten Ordnung dagegen. Nach einer Viertelstunde konnte Innenverteidiger Ivan Mihaljevic eine brenzlige Situation im letzten Moment bereinigen. Anschließend bot sich dem aufgerückten Luis Saul die erste Chance per Kopf. Kurz vor der Halbzeitpause jubelten die Hausherren, als Tom Kinitz die Kugel nach einem Wolf-Freistoß gefühlvoll über die Mauer in den Winkel zirkelte (44.).

Diese Spieler haben Holstein Kiel in der Vergangenheit geprägt:

Dmitrijus Guscinas spielte zwar auch in Paderborn, Osnabrück, Koblenz und an der Seite von Mario Gomez bei VfB Stuttgart II, aber den nachhaltigsten Eindruck hat der Stürmer bei Holstein Kiel hinterlassen. Während seiner zwei Aufenthalte in Kiel (1999-2003 und 2007-2010) erzielte Guscinas 85 Tore in 210 Spielen. Zur Galerie
Dmitrijus Guscinas spielte zwar auch in Paderborn, Osnabrück, Koblenz und an der Seite von Mario Gomez bei VfB Stuttgart II, aber den nachhaltigsten Eindruck hat der Stürmer bei Holstein Kiel hinterlassen. Während seiner zwei Aufenthalte in Kiel (1999-2003 und 2007-2010) erzielte Guscinas 85 Tore in 210 Spielen. ©
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Nur wenige Minuten nach Wiederbeginn lag der Ausgleich in der Luft, aber DFB-Auswahl-Kicker Tom Krauß zeigte beim Strafstoß Nerven (50.). Insgesamt trug die meist stabile Abwehrordnung Früchte. Die Leipziger Torfabrik, die seit der Winterpause immerhin stolze 20 Treffer erzielte, konnte gegen die gallige Kieler Verteidigung nur wenige Torchancen kreieren. Mit Dampf und Effet in den Fünfmeterraum getretene Standards klärte die KSV-Abwehr in der Regel beharrlich und sicher.

Konsequentes Spiel gegen den Ball führte gar zum 2:0, Holstein spielte dabei eine Umschaltbewegung geschickt aus. Leon Gino Schmidt steckte gekonnt zu Maximilian Zoch durch, der Knipser ließ Keeper Schulze im Eins-gegen-eins keine Abwehrmöglichkeit (71.). Nach einem Foul an Schmidt zeigte Schiedsrichter Duschner (Borgfeld) auf den Punkt, Tom Kinitz sorgte mit trockenem Flachschuss ins untere Eck für den Schlussakkord (84.).

Die Frage, ob die Jungstörche aus dem 1:9-Missverständnis nun dauerhaft Lehren gezogen haben, steht indes weiter im Raum. So stand Holstein an diesem Tag auch das nötige Glück hilfreich zur Seite. „Nur weil wir 3:0 gewonnen haben, ist nicht alles wieder gut“, sagte Dominik Glawogger. Der KSV-Coach will für die kommenden Aufgaben die gegen Leipzig gezeigte Intensität in der Zweikampfführung von seinem Team einfordern.

KSV: Schmid – Paulsen, Saul, Cissé, Mihaljevic, Kinitz – Sterner (89. Safronow), Wolf (90. L. Wolff), Schmidt – Jungehülsing (67. Lipkow), Zoch (90.+1 Jusufi).

RB: Schulze – Rücker (46. Bias), Jäkel (67. Zimmer), Meyer, Madsen (46. Bidstrup) – Martel, Krauß (80. Cebulla), Wosz, Winter – Hartmann, Holm.

Schiedsrichter: Duschner (Borgfeld) – Tore: 1:0 Kinitz (44.), 2:0 Zoch (71.), 3:0 Kinitz (84., FE) – Zuschauer: 222.