19. Februar 2022 / 19:18 Uhr

"Gleichbehandlung völlig ad absurdum geführt": Köln-Boss Wehrle kritisiert Absage für mehr Zuschauer

"Gleichbehandlung völlig ad absurdum geführt": Köln-Boss Wehrle kritisiert Absage für mehr Zuschauer

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Alexander Wehrle verlässt den 1. FC Köln in Richtung Stuttgart.
Alexander Wehrle verlässt den 1. FC Köln in Richtung Stuttgart. © IMAGO/Eibner (Montage)
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Der 1. FC Köln hoffte bis zuletzt auf eine Erhöhung der Zuschauer-Zahl für das Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Vor dem Verfassungsgerichtshof des Landes Nordrhein-Westfalen kassierte der Bundesliga-Klub jedoch eine Absage. Finanzchef Alexander Wehrle hat diese Entscheidung scharf kritisiert.

Beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt durften am Samstag 10.000 Zuschauer ins Stadion. Der Gastgeber hatte bis zuletzt auf das Entgegenkommen der juristischen Instanz gehofft. Dieses blieb jedoch aus – die Rheinländer kassierten eine Absage. "Wir haben bis gestern für 25.000 gekämpft", erklärte Alexander Wehrle gegenüber Sky und gab an, den Riegel für mehr Fans mit Blick auf den Karnevals-Klub zu einem kuriosen Zeitpunkt vorgeschoben bekommen zu haben. "Wir haben um 22:22 Uhr die Absage bekommen", so Wehrle.

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Im Streit um mehr Zuschauer bei den Kölner Spielen hatten die Rheinländer weder vor dem Oberverwaltungsgericht Münster noch dem Verfassungsgerichtshof des Landes Nordrhein-Westfalen Erfolg. Zuletzt lehnten die Verfassungsrichter den Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen die Beschränkung auf 10.000 Zuschauer bei Fußballspielen durch das Land Nordrhein-Westfalen ab. Eine Entscheidung, die Wehrle moniert: "Das ist Wahnsinn. Der Grundsatz der Gleichbehandlung ist völlig ad absurdum geführt", schimpfte der 47-Jährige hinsichtlich der unterschiedlichen Zuschauer-Zahlen innerhalb der Bundesliga, nur um hinterherzuschieben: "Aber ich rege mich nicht auf".

Bund und Länder hatten am Mittwoch beschlossen, dass ab dem 4. März landesweit überregionale Großveranstaltungen - zu denen die Bundesliga-Spiele zählen - mit bis zu 25.000 Fans ausgerichtet werden dürfen (bei einer maximalen Auslastung von 75 Prozent). Vom 20. März an sollen alle tiefgreifenden Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus fallen.

Wehrle: Abschied aus Köln "vielleicht ein bisschen früher als April"

Dass der Kölner Finanzchef den Klub verlässt, ist indes beschlossene Sache. Auf seinen Abschied bereite er sich bereits zunehmend vor. "Ich versuche schon, ein bisschen emotionale Distanz aufzubauen", sagte der 47-Jährige. Das brauche er für sich in den kommenden Wochen. Wehrle wird zum VfB Stuttgart zurückkehren und dort Vorstandsvorsitzender der ausgegliederten Profiabteilung. Der genaue Zeitpunkt des Abschieds ist noch offen, "vielleicht ein bisschen früher als April", sagte Wehrle. Als Sky-Experte Lothar Matthäus die Länderspielspielpause Ende März ansprach, sagte Wehrle: "Lothar ist einfach Experte." Wehrle hatte bereits zwischen 2003 und Anfang 2013 als Referent des Vorstands für die Stuttgarter gearbeitet.

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