07. November 2020 / 19:50 Uhr

Golflehrer Billy Bremner stirbt mit 56 Jahren - ähnlich früh wie sein berühmter Vater

Golflehrer Billy Bremner stirbt mit 56 Jahren - ähnlich früh wie sein berühmter Vater

Bodo Krüger
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Billy Bremner (rechts) ist mit 56 Jahren verstorben - in einem ähnlichen Alter wie sein berühmter Vater Billy Bremner (eingeklinkt).
Billy Bremner (rechts) ist mit 56 Jahren verstorben - in einem ähnlichen Alter wie sein berühmter Vater Billy Bremner (eingeklinkt). © dc3 Hannover / imago images
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In Gleidingen gehörte er gewissermaßen zum Inventar: Golflehrer Billy Bremner. Mit nur 56 Jahren ist der Sohn der schottischen Fußballegende Billy Bremner (senior) gestorben - ähnlich früh wie sein berühmter Vater. Ein Nachruf.

Er trug einen großen Namen, der ihm manchmal wohl auch eine Last war: Billy Bremner. So wie Billy Bremner, der überragende schottische Fußballer, der als Kapitän von Leeds United in den 60er- und 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts Triumphe feierte. Billy Bremner war Billy Bremners Sohn.

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Den Vater haben sie nach dessen Karriere in Leeds zum besten Spieler aller Zeiten gewählt und vor dem Stadion für ihn eine Bremner-Bronzestatue in Siegerpose errichtet. Der Sohn, der als PGA-Golflehrer beim Golfclub Gleidingen arbeitete, ist jetzt in Hannover mit 56 Jahren gestorben. Viel zu früh, wie man dann immer sagt. Aber immerhin wurde er ein Jahr älter als sein Vater.

Bremner sprach kaum über seine ruhmreiche Familiengeschichte

Wie mag sich Billy Bremner junior in jungen Jahren gefühlt haben – als Kind eines Volks- und Fußballhelden? Einfach war es bestimmt nicht immer. Wahrscheinlich ungefähr so, als hätte hierzulande Franz Beckenbauer einen seiner Söhne auch noch Franz genannt. Trotzdem findet, wer bei Google lange genug sucht, Bremner-Bilder eines glücklichen Familienidylls. Vater und Sohn in trauter Zweisamkeit. So wie auf dem WhatsApp-Profil von Billy Bremner, das ihn als ehrgeizigen Jungen beim Minigolf zeigt. Schwarz-weiß und an der Seite seines Vaters.

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Billy Bremner, der Golflehrer in Gleidingen, hat kaum über diese Zeit gesprochen. Und doch braucht es nicht viel Fantasie, um zu verstehen, warum der Sohn des großen Billy Bremner irgendwann seinen eigenen Weg gehen musste. Die Leidenschaft fürs Ballspiel hatte er geerbt. Nur war der Ball, den er liebte, viel kleiner als ein Fußball. Billy junior wollte schon als Kind Golfprofi werden, hatte Talent, aber nicht genug, um ganz oben auf der Tour mitzuspielen. Und so endete es wie so häufig: Aus dem hoffnungsvollen Jungprofi wurde ein trainierender Golf-Professional. Einer, der irgendwann von England nach Deutschland ging und seit fast 20 Jahren in Gleidingen gewissermaßen zum Inventar gehörte.

Charmanter, aber schweigsamer Schotte

Billy, das war der Pro, der mit leicht hängenden Schultern hinter seinen Schülern stand. Das Gesicht gerötet, die Hand am Kinn und nur selten ohne Mütze – so verbrachte er Stunde um Stunde auf der Driving Range. Viel geredet hat er nicht beim Training. Ein charmanter, aber eher schweigsamer Schotte halt, der erst wirklich ins Plaudern kam, wenn er nach der Arbeit mit ein paar befreundeten Golfern beim Bier zusammen saß. Greg Thomson, Hannovers Eishockey-Legende, war häufig dabei. Und dann ging es oft um Fußball. Um Hannover 96 und auch um Leeds United. Und viele, die ihn dann im Vorbeigehen freundlich mit einem „Hallo, Billy“ grüßten, hatten keine Ahnung, dass es auch mal einen Billy Bremner senior gab.

Billy Bremner junior ist am Mittwoch ins Bett gegangen und am Donnerstag einfach nicht mehr aufgewacht. Er wird in Hannover eingeäschert und kommt dann in eine Urne, die wie ein zu groß geratener Golfball aussieht. Freunde haben sich das ausgedacht. Und einer von denen wird dann, so bald es geht, mit dem Ball nach England fliegen – zu Mutter Bremner. Und die wird ihren Billy dort beisetzen, wo schon ihr Mann seine letzte Ruhestätte fand: Auf dem Friedhof von Doncaster, südöstlich von Leeds, sind Vater und Sohn dann wieder zusammen.