06. September 2021 / 13:55 Uhr

Gold im Golden Score! Wolfsburgs Sarah Ischt überzeugt bei Judo-DM

Gold im Golden Score! Wolfsburgs Sarah Ischt überzeugt bei Judo-DM

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gold! Sarah Ischt vom VfL Wolfsburg ist deutsche Meisterin
Gold! Sarah Ischt vom VfL Wolfsburg ist deutsche Meisterin © Privat (2)
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Im Vorjahr gab's Bronze, jetzt wurde es Gold! Sahra Ischt vom VfL Wolfsburg stellte im Finale der Judo-DM in Stuttgart Sekunden vor dem Ende die Weichen auf Sieg!

Starker Auftritt, starke Nerven, glänzendes Gold! Sarah Ischt vom VfL Wolfsburg sicherte sich in Stuttgart bei der Judo-DM erstmals den Titel. Nach Bronze im Vorjahr war der Jubel im Wolfsburger Lager groß.

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Die nationalen Siegerinnen und Sieger wurden in diesem Jahr spät gekürt. Doch nach coronabedingter Verschiebung der deutschen Einzel-Meisterschaften wurde die Stuttgarter Scharrena am Wochenende doch noch Schauplatz der Titelkämpfe 2021. Rund 300 Judoka kämpften in 14 Gewichtsklassen um Titel und Medaillen.

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Da die Top-Stars wie die Lessienerin Giovanna Scoccimarro (MTV Vorsfelde) wegen Urlaubs und der Regeneration von ihren Olympia-Starts nicht teilnahmen, konnten sich Kämpferinnen und Kämpfer aus der zweiten Reihe und Nachwuchskräfte bewähren und in den Vordergrund bringen.

Und das gelang Ischt! In der Klasse bis 48 Kilogramm "bestritt sie ihre Vorkämpfe souverän", so der mehrmalige deutsche Meister und VfL-Abteilungsleiter Jean-Jacques Komosinski. Im Finale stand sie dann der favorisierten Nikita Krieger (Polizei SV Herford) gegenüber. "Wir treffen seit der U18 immer mal wieder aufeinander", so Ischt. "Meist mit dem besseren Ende für mich."

Danach sah es zunächst nicht aus. 80 Sekunden vor dem Ende wurde die Wolfsburgerin geworfen, kassierte eine Waza-ari-Wertung. Die Zeit wurde knapp. Und knapper. Denn ein anschließender Bodenkampf nahm nochmal 50 Sekunden von der Uhr. Ischt: "Danach waren nur noch 20 übrig. Da habe ich mir gesagt: 'Alles oder nichts!'" Der Wolfsburgerin gelang es tatsächlich, Krieger zu werfen. Ausgleich. Jetzt war sogar der Sieg nah, doch nach neun Sekunden löste sich die Herforderin aus dem Haltegriff. Eine Sekunde zu früh für die VfLerin. So ging es in den Golden Score.

Doch jetzt war Ischt nicht mehr zu stoppen. Nach fast eineinhalb-jähriger coronabedingter Wettkampfpause warf sie mit einem Soto Makikomi ihre Gegnerin zu Boden. Ippon! Das DM-Gold war perfekt.Die Wolfsburgerin jubelte, Komosinski lobte: "In dem Kampf wollte Sarah es wissen!"


Es war - nach Bronze im Vorjahr - ihr erster Titel bei den Frauen - und auf den nächsten Wettkampf muss Ischt nicht noch einmal 18 Monate warten. Am 18./19. September steht in Sarajevo (Bosnien und Herzegowina) ein European-Open-Turnier an.

Das langfristige Ziel von Ischt bleiben die Olympischen Spielen 2024 in Paris. „Es ist kein utopisches Ziel, aber auf dem Weg dorthin fehlt mir noch einiges, vor allem die Erfahrung gegenüber den Top-Athletinnen. Ich sehe mich aber auf dem richtigen Weg und wie es momentan läuft, sehe ich schon, dass es klappen kann“, sagte Ischt bereits im November. Jetzt untermauerte sie ihre Ansprüche.

„Es freut uns, dass überhaupt gekämpft werden konnte und sind angesichts der Zahlen von Aktiven und auch Zuschauern richtig glücklich“, bilanzierte Gerd Lamsfuß vom Organisationsteam, „schließlich war das die erste nationale Meisterschaft seit Ausbruch der Pandemie“. Ähnlich sahen es auch der Präsident des Deutschen Judo-Bundes, Daniel Keller, und Martin Bobert (Präsident des Württembergischen Verbands). Beide dankten bei der Eröffnung allen Beteiligten, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, für ihren Einsatz und zeigten sich „froh, dass wir wieder in der Halle sind!“ Lamsfuß weiter: „In unser Hygienekonzept haben die Verantwortlichen viel Arbeit gesteckt und es sehr gut gemacht, es wurde von Judoka und Zuschauern sehr gut angenommen! Nun hoffen wir, dass sich am Ende niemand infiziert hat und alle gesund geblieben sind!“