12. Februar 2021 / 18:01 Uhr

Gold ist immer ihr Ziel: Wilma Laue ist mit 83 Jahren noch beim Sportabzeichen dabei

Gold ist immer ihr Ziel: Wilma Laue ist mit 83 Jahren noch beim Sportabzeichen dabei

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Während Wilma Laue gerne walkt, fahre ihr Ehegatte Manfred nur mit dem Fahrrad nebenher. Für das Sportabzeichen sei er zu faul, sagt er. Seine Frau Wilma ist da ganz anders.
Während Wilma Laue gerne walkt, fahre ihr Ehegatte Manfred nur mit dem Fahrrad nebenher. Für das Sportabzeichen sei er zu faul, sagt er. Seine Frau Wilma ist da ganz anders. © Fotos (2): Büchler
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Seit 2014 steht Wilma Laue beim Sportabzeichen wieder voll im Saft. Gold soll das Abzeichen der 83-Jährigen sein, die sagt, dass ihr ein Lauf über 50 Meter besser liegt, als einer über 30. „Da kann man mehr Tempo aufnehmen“, sagt die Rentnerin aus Abbensen.

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Es sei kein großes Aufraffen notwendig, sagt die 83-jährige Wilma Laue, die seit 2014 wieder regelmäßig ihr Sportabzeichen am Stützpunkt Edemissen absolviert. In ihrem Leben habe sie zwar nicht immer die Zeit gefunden, die Leistungen für das Sportabzeichen zu erbringen. Umso größer ist mittlerweile ihr Ehrgeiz. „Es muss immer in Gold sein“, sagt sie. Und das war es auch 2020 wieder, als sich die Abbensenerin ihr zwölftes Abzeichen verdiente.

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Sie habe schon immer Sport gemacht, und findet beim Suchen in den alten Unterlagen einige Urkunden von den ersten beiden Kreiskinderturnfesten. „Da musste ich schmunzeln. Beim ersten 1950 in Hämelerwald war ich nur auf dem 20. Platz. Beim zweiten in Clauen habe ich es wohl etwas besser gemacht und meinen ersten Sieg geholt“, berichtet Laue, die damals 14 Jahre alt war.

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Das erste Mal bei einer Prüfung für das Sportabzeichen war sie 1974, ließ sich danach aber eher unregelmäßig auf dem Sportplatz blicken. Sie hatte sich immer mal wieder an unterschiedlichen Stellen ehrenamtlich engagiert, war etwa bei den Landfrauen und hatte die Chorleitung inne. „Nachdem ich das aufgegeben hatte, ging ich wieder zum Sportabzeichen.“ Das war 2014. Seitdem war sie in jedem Jahr dabei.

Medizinball-Werfen, 50-Meter-Sprint, Seilspringen und die 7,5 Kilometer Nordic Walking – mit guten Leistungen in diesen vier Disziplinen hatte sich die 83-Jährige wieder das goldene Abzeichen verdient. „Dazu habe ich immer den Ehrgeiz“, betont Wilma Laue lachend. Vor allem bei der Sprintstrecke kann sie sich richtig ins Zeug legen. „Im Jahr zuvor waren es noch 30 Meter, jetzt hatten sie es auf 50 umgeändert. Und das liegt mir auch besser. Da kann man besser Tempo aufnehmen“, ist die Abbenserin überzeugt.

Sie lebt schon immer in dem Ort, wohnt dort mit ihrem Mann in dem Haus, in dem sie auch geboren wurde. Dass der Ehegatte ebenfalls für das Sportabzeichen ackert, dafür konnte Wilma Laue ihren Manfred nie so richtig gewinnen. „Wenn ich walke, dann sagt er nur: ’Ich fahre lieber mit dem Fahrrad nebenher.’ Er war auch mal beim Sportabzeichen, hat aber schnell gemerkt, dass es doch gar nicht so einfach ist“, berichtet Wilma Laue lachend.

Vor dem Corona-Lockdown hielt sich die 83-Jährige immer einmal pro Woche in einer Gymnastikgruppe fit. Und wenn genug Frauen dabei sind, „dann spielen wir danach immer eine Stunde lang Volleyball“. Obwohl ihre Mitstreiterinnen teils 20 Jahre jünger sind, hält Wilma Laue gut mit. Erst durch die Gymnastikgruppe war sie wieder zurück zum Sportabzeichen gekommen. „Die haben mich 2014 dahin mitgenommen“, berichtet sie.

In diesem Jahr will sich Wilma Laue ihr 13. Abzeichen verdienen – natürlich in Gold.

Stützpunktleiter Uwe Heuer: „Das motiviert zusätzlich“

Mit der Anzahl der Erwerber in seinem ersten Jahr als Stützpunktleiter in Edemissen ist Uwe Heuer zufrieden. „Trotz der besonderen Umstände hatten wir fast so viele Teilnehmer wie im Vorjahr“, erklärt er. „Ein Grund dafür ist, dass ganze Mannschaften mitgemacht haben.“

Viele Leichtathleten der LG Peiner Land erbrachten die geforderten Leistungen und auch zwei Handballteams der HSG Nord prüften im Sommer ihren Fitnessstand beim Sportabzeichen. Die Landesliga-Damen und die Reservemannschaft der Herren erwarben zu großen Teilen das Sportabzeichen.

Stützpunktleiter Uwe Heuer (vorne) freut sich, dass das Prüferteam in Edemissen zusammen bleibt.
Stützpunktleiter Uwe Heuer (vorne) freut sich, dass das Prüferteam in Edemissen zusammen bleibt. © Ralf Büchler

Stolz ist Uwe Heuer auch auf das Miteinander unter den Prüferinnen und Prüfern. „Ob alte Hasen oder Neulinge, alle haben sich immer untereinander geholfen. Das ist bemerkenswert“, erklärt der Stützpunktleiter. Von vielen Sportlern habe es positives Feedback gegeben, dass sie im Jahr 2021 auf alle Fälle wieder auf dem Sportplatz erscheinen werden. „Das motiviert dann natürlich noch mal zusätzlich. Es hat auch dazu geführt, dass jetzt doch alle Prüfer auch 2021 wieder dabei sind, was mich ganz besonders freut.“

Statistik: Gemeinde Edemissen

Zahlen

97 Erwerber (im Vorjahr 105) davon 83 Erwachsene (88) sowie 14 Kinder und Jugendliche (2).
30 Ersterwerber (im Vorjahr 18) davon 18 Erwachsene (17) sowie 12 Kinder und Jugendliche (1).
1 Erwerber mit Behinderung (im Vorjahr 15).
7 Familien legten das Familien-Sportabzeichen ab (im Vorjahr 2).
Ältester Erwerber: Heinz Meinecke (82 Jahre).
Älteste Erwerberin: Wilma Laue (83 Jahre).
Rekordhalterin: Ursula Küster (55 Abzeichen).
Vereinsrangliste: 1. TSV Edemissen (21), 2. TSV Wipshausen (19), 3. MTV Dedenhausen (10).
Ortsrangliste: 1. Edemissen (20), 2. Dedenhausen (17),3. Wipshausen (13).

Jubiläen

5. Abzeichen: Michelle Gavenat, Alexandra Schmidt, Miriam Ullrich, Tobias Faust, Janko Gresch.
10. Abzeichen: Peter Jäschke, Uwe Starke, Hans-Jürgen Teichert.
15. Abzeichen: Verena Gavenat, Michael Sack.
20. Abzeichen: Johannes Chmielewski.
35. Abzeichen: Michael Mörs.
55. Abzeichen: Ursula Küster.