11. November 2019 / 09:10 Uhr

Gold und Silber für Altenberger Bob-Pilot Richard Oelsner

Gold und Silber für Altenberger Bob-Pilot Richard Oelsner

DNN
Dresdner Neueste Nachrichten
Richard Oelsner (r.) feierte mit Anschieber Issam Ammour den Deutschen Meistertitel. 
Richard Oelsner (r.) feierte mit Anschieber Issam Ammour den Deutschen Meistertitel.  © Matthias Rietschel
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Die Deutschen Meisterschaften im Bobsport in Altenberg endet mit einigen Überraschungen , auch weil die Favoriten wie Nico Walther und Francesco Friedrich fehlten. Die Oberbärenburger Olympia-Vierte Stephanie Schneider war mit ihren Leistungen nicht zufrieden. 

Altenberg. Bob-Pilot Richard Oelsner hat die Chance beim Schopf gepackt. Auf seiner Heimbahn in Altenberg sicherte sich der ehemalige Junioren-Weltmeister mit Anschieber Issam Ammour bei der Deutschen Meisterschaft am Wochenende den Titel im Zweier und gewann zudem Silber im Vierer. Damit darf sich der für Oberbärenburg startende 24-Jährige vor der zweiten internen Selektion in dieser Woche am Königssee große Hoffnungen auf einen Platz im Weltcup-Team machen. Allerdings fehlte verletzungsbedingt Top-Pilot Nico Walther. Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich, der für die Weltcups gesetzt ist, nutzte die Wettkämpfe zu Materialtests. Im Spurschlitten zeigte der Pirnaer Ausnahmeathlet seine derzeit glänzende Verfassung. Im Zweier fuhr der mehrfache Weltmeister mit Anschieber Alexander Schüller in 54,26 Sekunden inoffiziellen Bahnrekord und auch im Vierer war er deutlich schneller als alle anderen unterwegs.

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Die große Überraschung lieferte im negativen Sinn der erfahrene Johannes Lochner, der sich sowohl im Zweier als auch im Vierer als Dritter nicht nur Oelsner, sondern auch dem neuen Vierer-Meister Christoph Hafer (Bad Feilnbach) geschlagen geben musste. Co-Bundestrainer Gerd Leopold freute sich aus sächsischer Sicht erst einmal über die Vorstellung von Oelsner: „Endlich hat Richard zu Saisonbeginn im Zweier und im Vierer zwei sehr gute Wettkämpfe abgeliefert. Platz eins und zwei auf der WM-Bahn sind tolle Leistungen. Die beiden jungen Teams haben Johannes Lochner, der die Bahn nicht unter Kontrolle bekam, ziemlich in Zugzwang gebracht. Das wird für ihn ein harter Kampf am Königssee.“

Winterbergerin Laura Nolte überrascht

Bei den Frauen sicherte sich in Abwesenheit der ebenfalls gesetzten Olympiasiegerin Mariama Jamanka (Oberhof), die ebenfalls nur Spurschlitten fuhr, die junge Laura Nolte nach vier Läufen den Titel. Die 20-jährige Winterbergerin verwies Junioren-Weltmeisterin Kim Kalicki (Wiesbaden), die seit vergangenem Jahr in Sachsen trainiert, auf Platz zwei. Nur Platz drei belegte die Oberbärenburger Olympia-Vierte Stephanie Schneider mit Anschieberin Ann-Christin Strack.

„Stephanie hat leider große Probleme damit gehabt, an beiden Tagen zwei stabile Läufe hinzubekommen. Am ersten Tag waren beide nicht fehlerfrei und am zweiten Tag lief es im ersten gut, der zweite klappte erneut nicht. Wir hätten sie natürlich weiter vorn erwartet. Nun muss sie sehen, wie sie das am Königssee zurechtbiegen kann“, meinte Gerd Leopold. Er zollte zugleich den beiden jungen Pilotinnen Lob: „Laura Nolte hat eine starke Startleistung und auch eine ausgeglichene Fahrleistung gezeigt. Ich denke, sie ist auf dem Weg in Richtung Weltcup. Auch Kim Kalicki hat sich gut entwickelt.“

Schon am Sonntag zog der Tross weiter nach Bayern, wo auf der Bahn am Königssee die zweite und zugleich letzte interne Ausscheidung stattfindet. Danach werden die Bundestrainer die Starter für die ersten Weltcups nominieren.