27. August 2021 / 15:43 Uhr

"Da wartet  was auf uns": Männer des GC Hannover schaffen Aufstieg in Bundesliga

"Da wartet  was auf uns": Männer des GC Hannover schaffen Aufstieg in Bundesliga

Christian Purbs
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Niklas Starcevic (kleines Bild) stand dem SPORTBUZZER nach dem Bundesligaaufstieg des GC Hannover Rede und Antwort.
Niklas Starcevic (kleines Bild) stand dem SPORTBUZZER nach dem Bundesligaaufstieg des GC Hannover Rede und Antwort. © Christian Kunze
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Nach 40 Jahren wird wieder erstklassig gegolft: Die Männer des GC Hannover schaffen den Aufstieg in die Bundesliga. Wir haben mit Aufstiegsheld Niklas Starcevic über die große Bedeutung von halben Punkten und das Abenteuer 1. Liga gesprochen.

Mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga ist dem Männerteam des Golfclubs Hannover ein Überraschungscoup gelungen, denn das Team aus Garbsen hatte keiner auf dem Zettel. Mit einem furiosen Schlussspurt in der 2. Bundesliga Nord qualifizierte sich die GCH-Mannschaft erst am letzten Spieltag für das Relegationsspiel gegen den Dortmunder GC, das die Spieler von Trainer Alexander Schmitt mit 7:5 gewannen. Einer der Aufstiegshelden ist Niklas Starcevic. Im Interview spricht der 28-Jährige (Handicap −1,7), der als technischer Ladungsmeister bei der Bundeswehr arbeitet und seit 2013 beim GCH aktiv ist, über die große Bedeutung von halben Punkten und das Abenteuer 1. Liga, das für den GCH im nächsten Frühjahr beginnen wird.

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Hallo, Herr Starcevic, als der Aufstieg in die Bundesliga perfekt war, hat Ihr Trainer Alexander Schmitt von ganz vielen besonderen Momenten an diesem Tag gesprochen. Was war denn Ihr ganz großer Moment?

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Dass ich mein Match im Einzelspiel auf der letzten Bahn noch teilen konnte. Ich lag vom ersten Loch an hinten, aber auf den letzten Bahnen haben mein Gegner und ich unser bestes Golf gespielt. Auf der letzten Bahn lag ich noch mit einem Loch zurück. Mit meinem Abschlag habe ich das Fairway getroffen, mein Gegner hat links in die Büsche geschlagen und noch einen Fehlschlag gemacht. Da war mir der halbe Punkt sicher, das war der Sieg für uns – aber das wusste ich in diesem Moment noch nicht.

Und wie haben Sie es erfahren?

Ein paar Spieler aus unserer Mannschaft und einige Unterstützer aus dem Verein standen bei mir am Grün und haben über das ganze Gesicht gestrahlt. Erst da habe ich realisiert, dass wir es wirklich geschafft haben.

Schöne und ausgelassene Momente dürfte es auch bei der Aufstiegsfeier gegeben haben …


Die Aufstiegshelden des GC Hannover.
Die Aufstiegshelden des GC Hannover. © Christian Kunze

Als wir alle am 18. Grün waren, haben wir uns in den Armen gelegen und schon mal mit dem Feiern angefangen. (lacht) Das hatten wir uns nach dieser unglaublichen Saison auch verdient.

Um das Entscheidungsspiel gegen Dortmund überhaupt zu erreichen, hat das ­GCH-Team einen starken Schlussspurt mit drei Siegen in Folge hingelegt. Warum lief es auf einmal so gut?

Ganz ehrlich: Das weiß ich nicht. Unser Ziel war es, die Liga zu halten. Erster zu werden und damit die Chance zu haben, in die Bundesliga aufzusteigen, das war für uns zu Beginn nicht greifbar. Denn an den ersten beiden Spieltagen haben wir nicht besonders gut gespielt. Wir haben aber auch gemerkt, dass da deutlich Luft nach oben ist. Bei unserem Heimspieltag Ende Juni haben wir dann gezeigt, dass wir es besser können und unter Par gewonnen. Tja, und da waren wir wieder voll im Rennen …

… und sind dann als Erster über die Ziellinie.

In den letzten Spieltag sind wir punktgleich mit dem Berliner GC Stolper Heide und Hamburg-Treudelberg gegangen. Gewitter, Regen, da war alles dabei. Aber wir waren total fokussiert und haben es geschafft, uns als Erster für die Relegation um den Aufstieg in die Bundesliga zu qualifizieren. Damit hatte wirklich keiner gerechnet.

Was macht die GCH-Mannschaft aus, wo hat sie ihre Stärken?

Wir haben unsere Einzel extrem gut gespielt, das war sicherlich ein ganz wichtiger Faktor. Und die Chemie bei uns im Team stimmt. Da ist jeder für den anderen da, wenn der mal einen schlechten Tag hat.

Nach mehr als 40 Jahren ist der GCH wieder erstklassig. Was bedeutet der Aufstieg für den Verein?

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Auf jeden Fall mehr als nur Bundesliga-Spiele. Der Klub besitzt eine große Tradition und feiert in zwei Jahren sein 100-jähriges Jubiläum. Wenn wir es schaffen, die 1. Bundesliga zu halten, wäre das sensationell. Ein Erstligist in dem Jahr, in dem der Klub 100 Jahre alt wird: Das wäre noch ein Grund mehr zum Feiern. Klar ist aber auch: Ohne die Förderung durch Trainer, Sponsoren und den Vorstand hätten wir den Aufstieg garantiert nicht geschafft.

Und für Sie?

Ich freue mich riesig auf die Herausforderung und auf die Spiele gegen Mannschaften, die schon seit Jahren in der 1. Liga spielen. Die Qualität wird sehr hoch sein, da oben wird noch mal anderes Golf gespielt. In der Bundesliga wartet ein bisschen was auf uns.

Kennen Sie die anderen Golfplätze der 1. Bundesliga bereits oder ist auch viel Neuland dabei?

Ich kenne die Plätze nur vom Namen her, gespielt habe ich jedoch noch auf keinem dieser Plätze. Was vielleicht auch ganz gut ist.

Wird das Aufstiegsteam zusammenbleiben?

Wir haben eine junge Mannschaft, die so auch in die Bundesliga gehen wird. Zudem rücken auch immer wieder Spieler aus der Jugend nach wie zuletzt Linus Wunderlich, der eine richtig gute Saison gespielt hat und bei uns angekommen ist.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Dass wir wieder als Mannschaft unterwegs sein können. Das hat uns zu Beginn der Pandemie sehr gefehlt. Ich bin sicher, wir werden auch in der Bundesliga viel Spaß haben.