12. September 2021 / 18:40 Uhr

Golm-Trainer Robert Stielow appelliert für mehr Fairness und Fußball: "So macht das keinen Spaß"

Golm-Trainer Robert Stielow appelliert für mehr Fairness und Fußball: "So macht das keinen Spaß"

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Robert Stielow, Grün-Weiß Golm
Golms Trainer Robert Stielow war trotz des Sieges seines Teams am Samstag alles andere als glücklich. © Marius Böttcher
Anzeige

Landesklasse West: Der Trainer der SG Grün-Weiß Golm kann sich über den vierten Sieg im vierten Saisonspiel nur bedingt freuen.

Grün-Weiß Golm – Eintracht Falkensee 3:2 (1:0). Tore: 1:0 Carlos Isaac Eugui Mora (45.+3), 1:1 Neils Jensch (80., Strafstoßtor), 1:2 Jan Kibbieß (87.), 3:2 Weiser (90.+1,90.+2). Rote Karte: Ercan Ersen (26., Eintracht, Tätlichkeit). Gelb-Rote Karte: Mikael Arsumanjan (25., Golm). Sportlich könnte es für die Landesklasse-Kicker der SG Grün-Weiß Golm derzeit nicht viel besser laufen: Mit vier Siegen aus vier Spielen ist die Mannschaft von Trainer Robert Stielow in der Landesklasse West das einzige verlustpunktfreie Team und steht an der Tabellenspitze.

Anzeige

Gegen Eintracht Falkensee kam das Team nach spätem Rückstand in Minute 87 noch einmal zurück und sammelte nach einem Doppelpack von Angreifer Hannes Weiser in der Nachspielzeit den nächsten Dreier ein. "Die Mannschaft hat eine Riesenmoral bewiesen, dafür zolle ich ihr großen Respekt", so Stielow, dessen Freude aber gedämpft war.

Mehr zur Landesklasse West

Ähnlich wie beim letzten Heimspiel gegen den Langener SV kam es wieder zu zahlreichen Nebenschauplätzen. Die erste Halbzeit hatte dabei nicht viel mit Fußball zu tun. So sei es am Samstag zu einer Rudelbildung auf dem Platz gekommen. An Fußball war da erstmal nicht zu denken. Nachdem Golms Mikael Arsumanjan zunächst Gelb-Rot sah und sich anschließend gegen Eintracht-Kicker Gregor Lohse noch zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ, flog auch Gästekicker Ercan Ersen vom Feld. "Die Schiedsrichter hatten es von Anfang an schwer und sahen nicht immer glücklich in ihren Entscheidungen aus. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass den Schiedsrichtern gefühlt alles angelastet wird. Mittlerweile wird doch jeder Pfiff reklamiert. So auch wenn sich auf oder neben dem Platz nicht ordentlich benommen wird. Wir sollten alle froh sein, dass wir überhaupt Schiedsrichter haben, die sich das noch antun", erklärte Stielow im Nachgang der Partie.

"Der Fußball lebt leider viel zu oft von Beleidigungen und unfairen Gesten. Nein, niemand hat sich zu freuen, wenn sich jemand auf dem Platz verletzt. Und nein, es ist kein taktisches Geplänkel, wenn ich meinen Gegner das ganze Spiel über beleidige. Genauso gehören Ehrenamtler in jeglichen Positionen nicht beleidigt, denn der Fußball lebt von ihnen", appelliert der Trainer der Golmer. "Das ist auch nach dem Spiel nicht mehr vergessen. Im übrigen gilt das für Spieler, Fans und Betreuer. Wir mussten aufgrund von Corona so lange pausieren und konnten unserem Hobby so lange nicht nachgehen. Das Hobby bestand aber darin, Fußball zu spielen und sich dabei zu messen. Das vermisse ich zur Zeit einfach viel zu oft", lässt Stielow an seinen Gedanken teilhaben. "Bei allem Ehrgeiz: Ich will einfach mal wieder nach einem harten, aber fair geführten Spiel mit der anderen Mannschaft bei einem Gerstensaft zusammensitzen können und das Spiel auswerten. Gemeinsam Fußballfeste feiern. Aber vielleicht ist mein Eindruck auch falsch und Fußball ist lediglich 90 Minuten alles rund machen, was nicht meine Farben trägt."