14. September 2021 / 18:14 Uhr

„Gott sei Dank hat mich Nils Könnecker schon mit 17 Jahren zu den Herren geholt“

„Gott sei Dank hat mich Nils Könnecker schon mit 17 Jahren zu den Herren geholt“

Nico Schwieger
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marko Milicevic (am Ball) entwickelt sich in Vöhrum aktuell zu einem echten Knipser. Fünfmal traf er in vier Spielen – und gab einige weitere Vorlagen.
Marko Milicevic (am Ball) entwickelt sich in Vöhrum aktuell zu einem echten Knipser. Fünfmal traf er in vier Spielen – und gab einige weitere Vorlagen. © Foto: Ralf Büchler
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Der neue „Held der Woche“ im Kreis Peine, Marko Milicevic, hatte schon die Lust am Fußball verloren – Krankheiten und Verletzungen warfen den 20-Jährigen immer wieder aus der Bahn. Nun spielt er bei Arminia Vöhrum in der Fußball-Bezirksliga eine wichtige Rolle.

Gegen den VfB Peine schoss Arminia Vöhrums Marko Milicevic das schnellste Bezirksliga-Tor der noch jungen Saison, wofür er zu Peines Held der Woche gewählt wurde. Schon nach 20 Sekunden traf der Stürmer erstmals und legte nach der Pause zum 3:1 nach. Später gab Milicevic noch die Vorlage für den vierten Treffer der Arminia, die die Partie des 3. Spieltages mit 4:2 für sich entscheiden konnte. Im Interview mit der PAZ spricht der 20-Jährige aber nicht nur über Tore, sondern auch über seine Gesundheit – und seine schwer verlaufene Corona-Infektion.

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Marko, das war sicher das schnellste Tor, dass Sie jemals geschossen haben.

Nicht ganz. Als ich in der Jugend noch beim VfB gespielt habe, habe ich mal ein noch schnelleres Tor erzielt. Das hat damals nur etwas über zehn Sekunden gedauert.

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War es der Plan, direkt nach dem Anpfiff nach vorne zu stürmen und schnell den Abschluss zu suchen?

Das war eher zufällig. Ich wusste, dass ich lange Bälle bekommen werde, um meine Schnelligkeit auszuspielen. Ich wurde einfach gut in Szene gesetzt.

Sie führen die Torjägerliste mit fünf Toren nach vier Spielen an. Schauen Sie manchmal auf diese Statistik?


Mir ist es in erster Linie wichtig, dass wir als Mannschaft drei Punkte holen. Ich bin kein schlechter Verlierer, aber ich will immer gewinnen. Diese Ambition bringt das ganze Team momentan mit, auch wenn wir nicht immer der Favorit sind. Eigentlich gucke ich also nicht auf die Statistik, aber es ist natürlich ein schöner Nebeneffekt, wenn ich mit meinen Toren dem Team helfen kann.

Sie sind mit Ihren 20 Jahren noch am Anfang Ihrer Karriere. Denken Sie manchmal darüber nach, ob noch mehr für Sie drin ist als Bezirksliga-Fußball?

Ich habe beim VfB in der Jugend mal in der Landesliga gespielt, habe dann aber irgendwie die Lust am Fußball verloren. Dann habe ich mit Basketball angefangen. Gott sei Dank hat mich Nils Könnecker schon mit 17 Jahren zu den Herren geholt. Aktuell genieße ich die Zeit in Vöhrum, und dass ich überhaupt spiele. Ich hatte immer wieder mit Verletzungen und Krankheiten zu kämpfen und habe bislang höchstens 30 Pflichtspiele in drei Jahren absolviert.

Was waren das für Verletzungen?

Ich hatte eine Verletzung an der Lunge, etwas Ähnliches wie ein Lungenriss, wo die Lunge langsam kollabiert. Da war ich ein halbes Jahr raus. Davor hatte ich pfeiffersches Drüsenfieber. Da war ich jedes zweite Spiel krank, weil mein Immunsystem total geschwächt war. Und bevor die Saison angefangen hat, habe ich mir Corona eingefangen. Das hat mich ziemlich aus den Socken gehauen.

Wie schlimm war es?

Ich habe drei Wochen lang mit Fieber gekämpft. An zwei Tagen konnte ich mich im Bett gar nicht bewegen. Nachdem ich wieder negativ getestet wurde, hatte ich eine extreme Kurzatmigkeit. Ich war nach dem einfachen Treppensteigen schon total kaputt. Als ich letztens erkältet war, habe ich das auch wieder festgestellt. Meine Mutter und meine Schwester können bis heute nicht richtig schmecken.

Am kommenden Wochenende geht es für Sie gegen Groß Lafferde. Wie wird das Spiel?

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Ich muss betonen, dass diese Staffel extrem ausgeglichen ist. Das sieht man auch an den Ergebnissen. Der VfB steht aktuell ganz unten, obwohl ich sie spielerisch sehr stark fand. Wir müssen am Sonntag wieder abliefern und da ist auch was drin. Aber unterschätzen darf man keines der Teams.

Von Nico Schwieger