11. Februar 2019 / 17:08 Uhr

Göttingen 05-Legende Helmut Hinberg wird 75 Jahre alt

Göttingen 05-Legende Helmut Hinberg wird 75 Jahre alt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Helmut Hinberg 1968 im Trikot des 1. SC Göttingen 05 im Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken
Helmut Hinberg 1968 im Trikot des 1. SC Göttingen 05 im Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken © r
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Eine 05-Legende feiert Geburtstag: Am Dienstag wird Helmut Hinberg, Rekordspieler des 1. SC Göttingen 05 und zehn Jahre lang Kapitän der Schwarz-Gelben, 75 Jahre alt.

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Einen Namen machte sich Hinberg bis 1977 in mehr als 500 Spielen für die 05er als knallharter Außenverteidiger. Der Linksfuß lief für Schwarz-Gelb nicht nur auf, er gab auch immer alles. Und er schaltete sich regelmäßig in die Angriffe ein: „Bei Ballbesitz wusste unser Torwart genau: Der Helmut marschiert. Das Loch in der Abwehr wurde dann von einem defensiven Mittelfeldspieler geschlossen“, sagte Hinberg vor einigen Jahren im Tageblatt-Interview. Ein „Schicki-Micki“ wie eine Doppelsechs habe es damals noch nicht gegeben – eine typische Hinberg-Aussage.

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Geboren wurde das 05-Idol im Wartheland im heutigen Polen. Im Alter von zwei Jahren kam er nach Güntersen und durchlief als Flüchtlingskind zunächst eine schwere Zeit.

In sportlicher Hinsicht wechselte er 1961 als 17-Jähriger vom SC Güntersen zum 1. SC Göttingen 05 – der damalige Ligaobmann Sukop hatte das Talent zum Training eingeladen. Was die können, kann ich auch, sagte sich der Youngster, und kurz darauf ließ er seinen Worten Taten folgen.

Hinberg prägte Göttingen 05

Hinberg prägte in seiner aktiven Laufbahn Göttingen 05 wie kaum ein zweiter Spieler: erst in der Amateur-Oberliga Ost, dann in der Regionalliga Nord und schließlich in der 2. Bundesliga Nord. Mit seinem Namen verbanden die Fans Kampf, Einsatz und große Laufbereitschaft – kurz: Hinberg war für viele ein Vorbild.

Die sportlich erfolgreichsten Jahre des Klubs fallen in die Ära Helmut Hinbergs. 1964 stieg 05 in die Regionalliga Nord auf, und 1966 scheiterte das Team als Vizemeister in Qualifikationsspielen zur Bundesliga-Aufstiegsrunde – 0:3 und 0:4 endeten die Vergleiche gegen den 1. FC Saarbrücken.

Vizemeister unter Rebell

Ein Jahr später wurde Schwarz-Gelb unter Trainer Fritz Rebell erneut Vizemeister, erreichte die Aufstiegsrunde, ging aber erneut leer aus. Diesmal hießen die Gegner Alemannia Aachen, Offenbacher Kickers, Tennis Borussia Berlin und wiederum Saarbrücken. Helmut Hinberg gratulierte vor 30000 Zuschauern in Aachen als erster dem Gegner zum Aufstieg, sein 1. SC 05 belegte vor Tennis Borussia den vierten Platz der Runde.

Im Jahr darauf das gleiche Spiel: Aufstiegsrunde erreicht, aber letztlich bleibt dem Klub die Bundesliga verwehrt. Nur war es 1968 denkbar knapp – 05 verpasste nur um Haaresbreite den Einzug in die deutsche Eliteklasse.

75000 Zuschauer in Berlin

Dafür bleiben die Spiele bei Hertha BSC Berlin vor 75000 Zuschauern und in Essen an der Hafenstraße vor 34000 Zuschauern genauso unvergessen wie die Heimspiele im Jahnstadion vor knapp 20000 Fans. „In den 60er-Jahren konntest du auf den Dörfern um Göttingen herum einbrechen, so viele Zuschauer sind zu den Spielen im Jahnstadion gekommen“, sagte Hinberg später über die Zeit, und fügte hinzu: „Wir hatten ein ganz ausgeprägtes Wir-Gefühl in der Mannschaft, haben alle an einem Strang gezogen.“

Ein weiterer Höhepunkt für Hinberg war 1974 die zweite Bundesliga. 1977 hängte der Außenverteidiger seine Fußballschuhe für immer an den Nagel, jedoch nicht ohne sein Wissen noch einige Zeit lang an die nächste und übernächste Generation weiterzugeben.

05-Anhänger haben ihn noch gut als erfolgreichen Trainer der A-Junioren in Erinnerung. Weitere Stationen waren für ihn Northeim und der Bovender SV.

Helmut Hinberg ist mit Marlis verheiratet, hat einen Sohn und zwei Enkel. Nicht nur die Familie wird am Dienstag in Erinnerungen schwelgen, auch der eine oder andere 05-Anhänger wird zurückblicken. „Bei mir ging über links die Post ab“, sagte Hinberg im Tageblatt-Interview. „Vor allem aber“, ergänzte er, „war ich, glaube ich, ein harter Hund“.

Von Markus Wahle und Eduard Warda