05. Juni 2021 / 23:24 Uhr

Göttinger Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack Deutsche Meisterin

Göttinger Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack Deutsche Meisterin

Andreas Fuhrmann
Göttinger Tageblatt
Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig: Neele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen holte mit einem Satz deutlich über 14 Meter Gold.
Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig: Neele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen holte mit einem Satz deutlich über 14 Meter Gold. © Axel Kohring via www.imago-images.de
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Die Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen ist Deutsche Meisterin. Im Rahmen der sogenannten Finals setzte sich die Athletin bei den Leichtathletik-Titelkämpfen in Braunschweig mit einer Weite von 14,26 m durch. Ihre Teamkollegin hingegen hatte unfassbares Pech.

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Sie ist ihrer Favoritenrolle gerecht geworden – und wie: Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack ist am Sonnabend bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig zum Titel geflogen. Im Rahmen der sogenannten Finals setzte sich die Athletin der LG Göttingen mit einer Weite von 14,26 m klar durch – und tankte weiter Selbstvertrauen für die Olympischen Spiele in Tokio. 

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Schon im Vorfeld der Wettkämpfe hatte LGG-Trainer Frank Reinhardt bei Eckhardt-Noack mit „einer 14 vor dem Komma“ gerechnet – und sollte damit Recht behalten. Das war allerdings auch bitter nötig, übertraf doch auch ihre ärgste Konkurrentin Kristin Gierisch (Chemnitz) mit 14,11 m die magische Marke und landete am Ende auf Rang zwei. Dritte wurde Maria Purtsa (Chemnitz) mit ebenfalls 14,11 m.

„Ich bin sehr, sehr zufrieden“, sagte Eckhardt-Noack nach ihrem Sieg. Den Titelgewinn habe sie sich vorgenommen, und dieser sei ihr auch geglückt – und das auch noch mit einer „zufriedenstellenden Weite“. Dabei sei der Sieg keinesfalls ein Selbstläufer gewesen, sagte die 28-Jährige, die von technischen Problemen zu Beginn des Wettkampfs sprach.

Auch Trainer Reinhardt war zufrieden: „Es ist alles planmäßig gelaufen.“ Zum Ende des Wettkampfs hätten sich die Konkurrentinnen seiner Springerin noch einmal herangekämpft, „das hat bei Neele den Funken ausgelöst“. Im fünften mit 14,15 m und sechsten mit 14,26 m sei bei Eckhardt-Noack „richtig die Post abgegangen“, lobte Reinhardt die Reaktion seiner Athletin.

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Die konnte ihren Titelgewinn in Braunschweig denn auch in vollen Zügen genießen – zumal bis zu 2000 Zuschauer zugelassen waren. „Das war total schön, es herrschte eine tolle Stimmung“, sagte die frisch gebackene Deutsche Meisterin. Sie sei überrascht gewesen von der Atmosphäre im Stadion.

Und die gute Stimmung setzte sich fort. Viele Glückwünsche erreichten Eckhardt-Noack nach ihrem Triumph. „Meine Fanbase ist sehr groß, meine Familie und Freunde haben sich sehr mit mir gefreut“, erzählte die 28-Jährige. „Ich bin nun die deutsche Nummer eins im Dreisprung.“ Dieser Erfolg gebe ihre weiter Selbstvertrauen für Olympia.

Göttingerin Kira Wittmann im Pech

Pech hatte hingegen Kira Wittmann. Die Dreispringerin von der LG Göttingen wollte sich für die in einem Monat in Tallin beginnenden U23-Europameisterschaften qualifizieren und benötigte dafür eine Weite von 13,30 m. Am Ende landete sie in ihrem besten Versuch bei 13,29 m – und verpasste die Quali damit um einen Zentimeter.

Trainer Reinhardt war dennoch zufrieden mit dem Wettkampf seiner Athletin, schließlich habe seine Athletin eine neue persönliche Bestleistung erreicht – und sei in einem sehr starken Starterinnenfeld Sechste geworden. „Klar, die Quali nur um einen Zentimeter zu verpassen, ist schade, aber sie hat noch drei weitere Gelegenheiten“, machte er Wittmann Mut.

400-Meter-Läufer Luis Oberbeck von der LG Göttingen war als Nachrücker bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig an den Start gegangen – und allein darüber sicherlich schon glücklich gewesen. Auch wenn seine 47,61 Sekunden im Vorlauf am Ende nicht zum Weiterkommen reichten, durfte sich der Göttinger dennoch über eine persönliche Bestzeit freuen.

Göttinger Weitspringerin Homeier holt Bronze

Malaika Mihambo ist erneut Deutsche Meisterin im Weitsprung. Bei den Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig gewann sie mit 6,62 Meter. Die Göttingerin Merle Homeier wurde mit 6,36 Meter Dritte. Homeier erzielte ihre beste Weite gleich im ersten Versuch und zeigte sich auch in den folgenden Sprüngen recht konstant. Damit wiederholte die 21-Jährige ihren Erfolg aus dem Vorjahr, als sie ebenfalls Bronze geholt hatte bei den Deutschen Meisterschaften. Die 6,36 Meter bedeuteten zugleich Saison-Bestleistung für die Göttingerin.

Dreisprung-Ergebnis

  1. Neele Eckhardt (Göttingen) 14,26 m; 2. Kristin Gierisch (Chemnitz) 14,11; 3. Maria Purtsa (Chemnitz) 14,11; 4. Jessie Maduka (Düsseldorf) 13,85; 5. Caroline Joyeux (Berlin) 13,36; 6. Kira Wittmann (Göttingen) 13,29; 7. Imke Daalmann (Leverkusen) 13,16; 8. Sarah Michelle Kudla (Berlin) 13,01; 9. Sophie Ullrich (Wiesbaden) 12,36; 10. Tina Pröger (Zirndorf) 12,19 m

Weitsprung-Ergebnis

Weitsprung

1. Malaika Mihambo (Brühl) 6,62 m; 2. Maryse Luzolo (Königstein im Taunus) 6,55; 3. Merle Homeier (Göttingen) 6,36; 4. Mikaelle Assani (Karlsruhe) 6,35; 5. Alexandra Wester (Köln) 6,22; 6. Lea-Sophie Klik (Chemnitz) 6,15; 7. Imke Daalmann (Leverkusen) 6,06; 8. Caroline Joyeux (Berlin) 5,90; 9. Nicola Kondziella (Bochum) 5,76

Weitere Ergebnisse aus Göttinger Sicht

Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften waren einer von vielen Wettkämpfen am Wochenende. Denn in insgesamt 18 Sportarten fanden im Rahmen der Finals nationale Titelkämpfe statt. An drei Standorten wurden bis Sonntag 140 deutsche Meistertitel vergeben. Und auch in anderen Disziplinen waren Göttinger Sportler am Start. Eine Auswahl:

Die Bogenschützen des ASC Göttingen waren beim Deutschland Cup im Rahmen der Finals in Berlin erfolgreich. Manuela Stender gewann in der Klasse Blankbogen Damen, während Stephan Stender in der Blankbogen Masters Klasse Silber und Hartmut Stöpler in selbiger Bronze erreichten. Para-Bogenschützin Flora Kliem sicherte sich Platz Sechs in der Para-Bogenklasse.

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Beim 3x3-Basketball verpasste das Team Göttingen mit Meike Oevermann, Lia Kentzler, Corinna Dobroniak und Klaudia Grudzien die Qualifikation für das Viertelfinale und wurde am Ende Neunter. Grund zur Freude gab es aus Göttinger Sicht dennoch. Bei der sogenannten Champions Trophy kamen Jenny Crowder von den flippo Baskets BG 74 Göttingen und ihre frühere Teamkollegin Theresa Simon mit Düsseldorf bis ins Finale, unterlagen dort jedoch Hannover mit 16:21.