24. August 2021 / 17:19 Uhr

Göttinger Lamine Diop fordert mit dem Bremer SV die Bayern-Abwehr heraus

Göttinger Lamine Diop fordert mit dem Bremer SV die Bayern-Abwehr heraus

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Lamine Diop tritt mit dem Bremer SV am Mittwoch gegen den FC Bayern an.
Lamine Diop tritt mit dem Bremer SV am Mittwoch gegen den FC Bayern an. © imago-images
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Dieses Los hatten sich viele Amateurklubs gewünscht: Der Bremer SV spielt in der ersten DFB-Pokalrunde gegen den FC Bayern München – und Lamine Diop, zuletzt Stürmer der SVG Göttingen, ist für die Hansestädter dabei. 

„Ja, ich bin ein bisschen aufgeregt.“ Wer soll es Lamine Diop verdenken, steht doch am Mittwochabend ein ganz besonderes Fußballspiel für den Stürmer an. Der 26-Jährige trifft mit seinem Verein, dem Bremer SV, auf den Deutschen Meister FC Bayern München. Das Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal wird im Weserstadion ausgetragen.

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Seit Wochen wird bei dem Oberligisten über das Hammerlos der ersten Runde gesprochen. Eigentlich wäre die Partie längst gespielt worden, aber Corona-Fälle bei den Bremern machten eine Verlegung notwendig. „Ich habe noch nie im Weserstadion gespielt. Beim Werder-Spiel gegen Paderborn war ich erstmals überhaupt als Zuschauer in dem Stadion“, berichtet Diop.

Am späten Dienstagnachmittag hat er die Arena dann erstmals als Spieler betreten. Seine Mannschaft hat sich an der heimischen Anlage getroffen, ist dann gemeinsam zur Spielstätte am Osterdeich gefahren, um sich Platz und Kabinen anzuschauen („Trainieren dürfen wir dort nicht“). Danach ging es wieder zurück zum heimischen Stadion am Panzberg, wo das Abschlusstraining stattfand.

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Nicht nur Diop ist aufgeregt, auch bei seinen Teamkameraden werde nur noch über die Begegnung gegen den Rekordmeister gesprochen. Zwischenzeitlich war am Wochenende das Oberliga-Spiel gegen den Blumenthaler SV, das 3:1 gewonnen wurde, in den Mittelpunkt gerückt. Anschließend wurde aber gleich wieder in den Pokalmodus gewechselt.

Auch wenn Bayern-Trainer Julian Nagelsmann, wie am Dienstagnachmittag bekannt wurde, auf Torhüter Manuel Neuer, Weltfußballer Robert Lewandowski und Nationalspieler Leon Goretzka verzichten wird, so rechnet Diop damit, dass die Münchener ihren Erstrunden-Gegner ernst nehmen werden. „Der Druck liegt bei den Bayern. Die müssen Titel gewinnen“, sagt der Fan des FC Barcelona, der – seitdem er zur Saison 2020/21 nach Bremen gewechselt ist – auch mit Werder sympathisiert. „Ich hatte so gehofft, dass sie die Liga halten. Ich wollte endlich einmal in einer Stadt wohnen, die einen Erstligisten hat“, sagt der angehende Lehrer für Sport und Biologie, der Ende Januar 2022 sein Referendariat an einer Oberschule im Norden der Hansestadt beenden wird.

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Er freue sich auf alle Spieler des FC Bayern, hätte als Stürmer gern gegen seinen treffsicheren „Kollegen“ Lewandowski auf der Gegenseite gespielt. Das Vorbild von Diop ist allerdings Thierry Henri, der zwischen 2007 und 2010 in 80 Spielen 35 Tore für Barcelona erzielt hat. Gespannt ist er auf die Bayern-Abwehr. „Bei uns sind die Verteidiger ja eher langsam, aber auf Bundesliga-Niveau wird das mit Sicherheit anders sein“, rechnet Diop mit harten Zweikämpfen im und um den Strafraum des FC Bayern.


Flexibel beim Trikot-Tausch

Über den Trikot-Tausch nach dem Spiel wurde in den Reihen des Bremer SV auch schon gesprochen. Das Lewandowski-Trikot hätte er nicht bekommen. „Wir haben einen Polen in der Mannschaft, das hätte dann die Polen-Connection unter sich ausgemacht“, erzählt der Stürmer, der in Göttingen zuletzt für die SVG in der Landesliga aufgelaufen ist. Mit Serge Gnabry, Leroy Sané, Alphonso Davies oder Kingsley Coman würde er aber ebenso gern das Trikot tauschen.

Auf Unterstützung aus den eigenen Reihen kann die Mannschaft des Bremer SV am Mittwochabend bauen. „Wir hatten die Möglichkeit, auf einer Liste Karten zu bestellen“, erzählt Diop. Da sei schon ordentlich etwas zusammen gekommen. Auch aus Göttingen werden Zuschauer im Weserstadion sein. „Dennis Erkner wird mit seiner Frau und seinem Sohn kommen“, erzählt Diop. Der SVG-Trainer wird mit Benjamin Duell einen weiteren ehemaligen Spieler seines Vereins bei den Bremern beobachten können.