26. Dezember 2021 / 10:00 Uhr

Göttinger Nationalspielerin Pauline Bremer ist nach ihrer Verletzung wieder voll da

Göttinger Nationalspielerin Pauline Bremer ist nach ihrer Verletzung wieder voll da

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Pauline Bremer nach dem Champions-League-Spiel gegen Chelsea mit angereisten Göttingern von der SVG 07.
Pauline Bremer nach dem Champions-League-Spiel gegen Chelsea mit angereisten Göttingern von der SVG 07. © r /privat
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Pauline Bremer hat mit ihrem Klub VfL Wolfsburg in dieser Saison noch viel vor. Die Göttinger Profifußballerin hat ihre schwere Verletzung überwunden – und sich jüngst sehr über Besuch aus ihrer Heimat beim Champions-League-Spiel gegen Chelsea London gefreut.

Hinter der Göttinger Profifußballerin und Nationalspielerin Pauline Bremer liegen schwere Zeiten, doch jetzt kann sie wieder lachen: Mit ihrem Klub, dem Deutschen Pokalsieger VfL Wolfsburg, hat sie nicht nur in der Bundesliga alle Trümpfe in der Hand, die „Wölfinnen" haben auch in der Champions League mit einem Sieg gegen Chelsea das Viertelfinale erreicht. Und vor allem: Bremer ist nach langen Monaten der Verletzungspause wieder mittendrin statt nur dabei.

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Kaum war sie 2020 von Manchester City nach Wolfsburg gewechselt, passierte das, was nicht passieren durfte: Bremer zog sich nicht nur einen Kreuzbandriss zu, es wurden auch weitere Bänder in Mitleidenschaft gezogen – für die Göttingerin bedeutete die schwere Verletzung nach einem doppelten Beinbruch in ihrer Zeit in England einen weiteren Rückschlag. Den DFB-Pokalsieg mit Wolfsburg konnte sie nur als Zuschauerin feiern.

Der Heilungsprozess des Knies ist gut verlaufen

Mittlerweile strahlt die 25-Jährige jedoch wieder jede Menge Zuversicht aus. „Ich bin sehr zufrieden mit der Regeneration meines Knies", sagt sie. Klar sei gewesen, dass sich das Gelenk erst mal wieder an die Belastung gewöhnen musste. Manchmal habe das Knie nach einer hohen Belastung noch ein wenig reagiert, „aber dann war es meistens am nächsten Tag auch schon wieder alles gut". Der Heilungsprozess ist so gut verlaufen, „dass ich im Spiel und im Training eigentlich gar nichts mehr merke", sagt Bremer.


Die ersten Einsätze für Wolfsburg hat die Stürmerin bereits absolviert, unter anderem in der Champions-League-Begegnung gegen Chelsea. „Ich bin einfach sehr froh, jetzt wieder an die Mannschaft herangeführt zu werden. Es waren jetzt schon einige Spiele, die ich auch spielen durfte oder in denen ich eingewechselt wurde“ – für die Göttingerin sei es ein wichtiges Zeichen, „dass ich in einer Zeit, in der wir einfach sehr viele Spiele hatten und wenig trainiert haben, die Einsätze bekomme, um auch den Rhythmus wieder zu kriegen“.

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Die Verantwortlichen des VfL achten sehr genau darauf, dass die Belastung richtig gesteuert wird, „dass ich jetzt nicht innerhalb von sieben Tagen drei Spiele 90 Minuten durchspiele. Das geht einfach momentan noch nicht so, da haben die Trainer aber auch ein gutes Auge drauf.“ Natürlich sei es ihr wichtig, einen Stammplatz zu ergattern, „und ich würde am liebsten auch jedes Spiel spielen, weiß aber, dass es ein Prozess ist“. Sie finde es sehr gut, „dass die Trainer kein Risiko eingehen und mich nicht direkt wieder verheizen“. Sie werde im Gegenteil langsam aufgebaut, habe deshalb aber auch die Gewissheit, „dass ich Vollgas geben kann, wenn ich auf dem Platz stehe“.

Mit Wolfsburg hat Bremer in der laufenden Saison noch viel vor. „Wir sind mit einem richtig guten Spiel gegen Chelsea in die nächste Runde der Champions League eingezogen, da wartet jetzt mit Arsenal ein sehr interessantes Los. Wir wollen natürlich so weit wie möglich kommen“, sagt sie. Auch in der Liga stehe der VfL gut da, „da muss man einfach dranbleiben. In dieser Saison hat man schon gesehen, das sehr viel passieren kann. Die Mannschaften sind sehr eng zusammen, was natürlich sehr schön ist für die Spannung der Liga. Wir wollen einfach konstant unsere Spiele gewinnen und um die Meisterschaft mitspielen“, verdeutlicht die 25-Jährige. Und der DFB-Pokal? „Den wollen wir natürlich auch verteidigen“.

Besuch aus Göttingen beim Spiel gegen Chelsea London

Besonders gefreut hat die Göttingerin zuletzt, dass sie im Champions-League-Spiel gegen Chelsea London in Wolfsburg von Göttinger Weggefährtinnen und Weggefährten ihres alten Klubs SVG 07 angefeuert wurde. Am Ende gab es sogar noch ein Gruppenbild mit aus Göttingen mitgebrachtem Plakat. „Das war richtig schön, dass die SVGer da waren“, sagt Bremer. „Ich wusste, dass sie kommen wollen, aber nicht, dass sie so ein schönes Plakat malen.“ Es sei einfach schön, wenn sie auf diese Weise die Unterstützung aus der Heimat spüre und die alten Freunde so präsent seien. „Wolfsburg ist von der Entfernung her durchaus zu machen, sodass viele Leute zugucken können. Das freut mich, und das war in den Jahren, in denen ich im Ausland gespielt habe, viel weniger möglich.“

Pauline Bremer ist wieder voll da, sie ist mittendrin, statt nur dabei, doch vergessen ist die Leidenszeit nicht. „Für das kommende Jahr wünsche ich mir vor allem Gesundheit“, sagt sie. Sportlich und persönlich strebt sie natürlich den „maximalen Erfolg“ an und sagt über sich und den VfL Wolfsburg: „Wir haben vieles selbst in der Hand, wollen bei allen Wettbewerben dabei sein. Und dafür ist die Gesundheit natürlich sehr wichtig.“