08. Juni 2021 / 15:27 Uhr

Göttinger Profifußballerin Pauline Bremer kämpft sich nach Kreuzbandriss ins Team zurück

Göttinger Profifußballerin Pauline Bremer kämpft sich nach Kreuzbandriss ins Team zurück

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
VfL Training, Frauen Wolfsburg, 19.05.2021, FUßBALL - VfL Wolfsburg, Training, Flyeralarm Frauen-Bundesliga, Saison 2020/21.Pauline Bremer VfL Wolfsburg, Leitender Physiotherapeut Omar Rüppel VfL Wolfsburg Wolfsburg *** VfL Training, Women Wolfsburg, 19 05 2021, FOOTBALL VfL Wolfsburg, Training, Flyeralarm Frauen Bundesliga, Season 2020 21 Pauline Bremer VfL Wolfsburg , Head Physiotherapist Omar Rüppel VfL Wolfsburg Wolfsburg
Pauline Bremer im Einzeltraining beim VfL Wolfsburg mit Physotherapeut Omar Rüppel. © Darius Simka/regios24 via www.imago-images.de
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Als im vergangenen Herbst das Kreuzband im rechten Knie riss, war das für die Göttinger Profifußballerin Pauline Bremer ein herber Rückschlag. Die Operation verlief gut, die Reha auch, sodass sie im Juli wieder ins Mannschaftstraining des VfL Wolfsburg einsteigen kann.

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Die Göttinger Fußball-Nationalspielerin Pauline Bremer in Diensten des Deutschen Pokalsiegers VfL Wolfsburg steigt nach ihrem Kreuzbandriss schon bald wieder ins Profitraining ein. Eine Untersuchung beim Experten in Berlin ergab, dass die bisherige Rehabilitation hervorragend verlaufen ist.

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Die Mühen und Entbehrungen der vergangenen Monaten haben sich gelohnt – das lädierte rechte Knie der Profifußballerin hält: So lautet zumindest der Befund der behandelnden Ärzte nach dem Abschlusstest in der Bundeshauptstadt. „Der Test war im Hinblick auf Kraft, Beweglichkeit und Sprünge richtig gut“, sagt die 25-Jährige. „Das Knie ist stabil.“

Pauline Bremer beim VfL Wolfsburg

Pauline Bremer beim VfL Wolfsburg Zur Galerie
Pauline Bremer beim VfL Wolfsburg © imago-images

In Berlin traf Bremer auch ihren Operateur, der sich ebenfalls sehr zufrieden mit dem Heilungsverlauf zeigte. „Er hat gesagt, dass es sehr gut aussieht und dass ich langsam weiter aufbauen soll“, berichtet die Fußballerin. „Es ist alles sehr gut nach Plan gelaufen.“

Freigabe für den Profisport am 11. Juli

Die Freigabe für den Profisport ist auf den 11. Juli datiert, die Vorbereitung auf die kommende Saison steht beim VfL Wolfsburg ab dem 18. Juli an. Bremer: „Das passt also perfekt.“

Zuvor steht in den nächsten Wochen weiteres Einzeltraining an, das sie in den vergangenen Wochen und Monaten ausführlich genossen hat. „Nach der Operation begann es erst mal nur mit Oberkörper-Training und hat sich langsam gesteigert. Später konnte ich aufs Fahrrad-Ergometer, dann habe ich angefangen zu laufen – und bin viel gelaufen“, erzählt die Göttingerin.

Seit ein paar Wochen steht sie wieder auf dem Platz, trainiert mit dem Ball. „Am Anfang waren es sehr kontrollierte Bewegungen, wir haben viel Laufschule und Koordination trainiert, um wieder ein Gefühl für den Platz zu bekommen“, so Bremer. Mittlerweile sind auch wieder Richtungswechsel und intuitivere Aktionen möglich, aber die Umgewöhnung unterliegt einem Prozess und ist gar nicht so einfach.

„Es ist dann erlaubt, wieder etwas reaktiver zu trainieren, aber am Anfang schaltet sich der Kopf oft ein, und man führt die Bewegungen langsamer und mit größerer Vorsicht durch“, erläutert die Profifußballerin, deren Karriere bei der SVG Göttingen begonnen hat. „Es geht darum, erst mal wieder Sicherheit in die Abläufe zu bekommen. Irgendwann werden die Bewegungen automatisiert, und man kann wieder Vertrauen in das Gelenk aufbauen.“

Trainiert wird in Wolfsburg, beim VfL, zu dem sie im vergangenen Sommer vor der gerade abgelaufenen Saison aus England von Manchester City gewechselt ist. Der Kreuzbandriss im Herbst war ein Rückschlag, dem guten Verhältnis zum Team konnte die Verletzung jedoch nichts anhaben.

Bremer erleidet Kreuzbandriss im Spiel gegen Sand

Die 25-jährige Fußballnationalspielerin Pauline Bremer aus Göttingen ist im vergangenen Jahr von Manchester City zurück nach Deutschland zum Deutschen Meister VfL Wolfsburg gewechselt. Bereits im Champions League-Finale war sie einsatzberechtigt, unterlag jedoch mit den Wölfinnen gegen Olympique Lyon. 

Ein Rückschlag in Form einer schweren Verletzung folgte im Bundesligaspiel des VfL Anfang Oktober gegen den SC Sand: Erst erzielte Bremer ihren zweiten Treffer im VfL-Trikot, dann riss das Kreuzband im rechten Knie. Die Operation in Berlin folgte allerdings erst am 6. Januar, weil Ende Oktober noch ein Nagel von ihrem doppelten Beinbruch aus der Zeit bei City entfernt werden musste. Die Zeit bis zur OP wurde jedoch für Muskelaufbau genutzt, und im Rückblick sagt die 25-Jährige: „Ich bin gut vorbereitet in die Operation gegangen.“ 

Der Gegner im Champions League-Finale 2020 ist ein Ex-Klub von Bremer: Für Lyon hatte sie zwischen 2015 und 2017 gespielt und dabei zweimal in Folge das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Championsleague-Triumph geschafft. Ihre ersten fußballerischen Gehversuche absolvierte die Stürmerin in ihrer Heimatstadt bei der SVG Göttingen 07, 2012 folgte der Wechsel zum Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam. Später ging es von Lyon aus nach England zu City.

Bremer war bei jedem Heimspiel der Wölfinnen dabei und nutzt während der Reha die gleichen Räumlichkeiten wie das Team. So konnte der Kontakt aufrecht gehalten werden. „Die Mädels sind super. Sie haben mich auch während der Reha immer unterstützt, sodass ich mich weiterhin zugehörig fühle“, berichtet die 25-Jährige.

Stimmungsmacherin mit Töpfen und Deckeln

Beim DFB-Pokalfinale gegen Frankfurt sorgte sie, auf der Tribüne sitzend, mit einigen anderen Mitspielerinnen für Stimmung. „Wir haben als Spielerinnen, die nicht im Kader waren, die Mannschaft von draußen lautstark unterstützt und mit Töpfen und Deckeln ordentlich Lärm gemacht“, berichtet Bremer. Noch einige Tage später sei sie heiser gewesen. Als der Sieg in der Verlängerung trotz der roten Karte gegen die VfL-Torfrau Almuth Schult eingefahren wurde, gab es kein Halten mehr.

DFB Pokal Finale der Frauen, Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg 30.05.2021 Felicitas Rauch 13, VfL Wolfsburg, Pauline Bremer 7, VfL Wolfsburg DFB Pokal Finale der Frauen, Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg, Koeln, SEQUENCES AND OR QUASI VIDEO Copyright: xBEAUTIFULxSPORTS/WunderlxRheinenergiestadion DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO. *** DFB Pokal Final Women, Eintracht Frankfurt VfL Wolfsburg 30 05 2021 Felicitas Rauch 13, VfL Wolfsburg , Pauline Bremer 7, VfL Wolfsburg DFB Pokal Final Women, Eintracht Frankfurt VfL Wolfsburg, Cologne, Rheinenergiestadion DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE
Pauline Bremer (r.) und Mitspielerin Felicitas Rauch mit dem DFB-Pokal. © imago images/Beautiful Sports

„Es war in der Verlängerung ein Hin und Her, und es ist viel schlimmer, wenn man auf der Tribüne sitzt und nicht eingreifen kann“, findet die Göttingerin. „Ich habe ziemlich gezittert.“ Im Anschluss habe sie sich „sehr gefreut“, aber die Freude unterscheide sich durchaus vom Erlebnis auf dem Platz, wenn man selbst gespielt hat. „Es ist nicht das gleiche, du hast keine Müdigkeit in den Beinen und kommst schon eher als Außenstehender dazu “, sagt sie.

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In Wolfsburg hat Bremer noch Vertrag bis 2023, und wenn sie Tritt gefasst hat, will sie sich auch wieder für internationale Aufgaben empfehlen. Aber die Rückkehr in die Nationalmannschaft ist vorerst Zukunftsmusik: Im Vordergrund steht zunächst einmal die Rückkehr in den Wolfsburger Kader – und dafür gibt Bremer momentan alles.