13. August 2021 / 18:17 Uhr

Göttinger Sport-Legenden des Jahrzehnts: Lars Bode ist Weltmeister im Drachenbootrennen

Göttinger Sport-Legenden des Jahrzehnts: Lars Bode ist Weltmeister im Drachenbootrennen

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Das deutsche Weltmeisterboot mit Lars Bode, der vorn rechts sitzt.
Das deutsche Weltmeisterboot mit Lars Bode, der vorn rechts sitzt. © r / Bode
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Ein Göttinger gehörte zu den Paddlern, als Deutschland bei der Drachenboot-Weltmeisterschaft 2018 im US-amerikanischen Atlanta die Goldmedaille holte: Der 33-jährige Lars Bode ist deshalb für die Wahl der Göttinger Sport-Legenden des Jahrzehnts nominiert.

Es war unglaublich heiß bei der Drachenboot-Weltmeisterschaft 2018 im US-amerikanischen Atlanta, doch das deutsche Team zog gnadenlos durch und sicherte sich die Goldmedaille. Mit dabei auf der Olympiastrecke von 1996: der Göttinger Lars Bode, der deshalb für die Wahl der Göttinger Sport-Legenden des Jahrzehnts nominiert ist.

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Das Tageblatt die Göttinger Sportlegenden des Jahrzehnts gesucht
Das Tageblatt die Göttinger Sportlegenden des Jahrzehnts gesucht ©

Der Jubel im Ziel war groß, und noch heute fahre das Boot in fast identischer Besetzung, berichtet Bode. „Für Deutschland zu starten, ist besonders, ein besonderes Gefühl“, sagt der 33-Jährige, der langsam, aber sicher ins kritische Sportler-Alter kommt: „Mit 40 Jahren beginnt die nächste Altersklasse, ich befinde mich sozusagen auf der Zielgeraden der Premiumklasse.“ In dieser Hinsicht zehre er von seiner Erfahrung, sagt Bode und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich weiß, wann ich mich anstrengen muss.“

Lars Bode ist Sohn von Gerd Bode, der die Kanu-Rennsport-Abteilung des TWG 1861 Göttingen aufgebaut hat. Nach seiner Jugendzeit als Rennsportkanute begann Bode junior parallel zum Studium in Braunschweig im Leistungsteam in Hannover mit dem Drachenbootfahren. „Es ist ein Wettkampfsport, aber auf ein Team bezogen“, sagt er über seine Beweggründe.

Diese Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften stehen zur Wahl

Sportlerin

  • Neele Eckhardt Noack (Deutsche Meisterin im Dreisprung)
  • Hannah Buch (Deutsche Meisterin im Einzelzeitfahren der Junioren)
  • Jasmin Bothmann (Mehrfache Weltmeisterin im Minigolf)
  • Tonie Lenz (Sieg bei den Worldgames mit der Kanupolo-Nationalmannschaft)
  • Fiona Sieber (Siegerin German Masters/Schach)
  • Angelina Wucherpfennig (Deutsche Meisterin Schülerklasse Luftgewehr/Sportschießen)
  • Birte Kressdorf (Langstreckenschwimmerin, Durchquerung des Ärmelkanals)
  • Pauline Bremer (Fußball-Nationalspielerin, zweifache Champions-League-Siegerin)
  • Jennifer Crowder (Basketball-Nationalspielerin und Bundesliga-Spielerin und „Guard of the year“)
  • Barbara von Ende (mehrfache Deutsche Tennis-Meisterin der Senioren)

Sportler

  • Tobias Buck-Gramcko (Bahnrad-Juniorenweltmeister mit Weltrekord)
  • Rolf Geese (mehrfacher Senioren-Weltmeister und -Weltrekordler im Zehnkampf)
  • Lars Bode (Weltmeister im Drachenboot-Rennen)
  • Ansgar Knauff (Profi bei Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund)
  • Aaron Donkor (Linebacker in der NFL bei den Seattle Seahawks)
  • Florian Reichert (Seriensieger beim Göttinger Altstadtlauf)
  • Robert Kulawick (Gewinn der Eurochallenge mit der BG Göttingen und Publikumsliebling)
  • Fynn Kunze (Deutscher Jahrgangsmeister über 200 Meter Rücken)
  • Nils Knöchelmann (Deutscher Meister Para-Bogenschießen)
  • Lukas Richter (Sieg bei den Worldgames mit der Kanupolo-Nationalmannschaft)

Mannschaften

  • Tanzsportteam Göttingen (Deutscher Meister und WM-Dritter Standard-Formation)
  • BG Göttingen (Gewinn der Basketball-Eurochallenge)
  • C-Junioren I. SC Göttingen 05 (Teilnahme Fußball-Regionalliga, höchste Spielklasse)
  • Minigolfclub Göttingen Damen (Deutscher Mannschaftsmeister)
  • RV Stahlross Obernfeld (André und Manuel Kopp, Deutsche Radball-Meister)
  • Göttinger Paddler Club Damen (Deutscher Meister)
  • Universität Göttingen Damenbasketball (Mehrfacher Deutscher Hochschulmeister)
  • TV Jahn Duderstadt (Dritte Handball-Bundesliga)
  • Universität Göttingen 3x3-Basketball (Finale der World University League der Herren)
  • Universität Göttingen Laufsport (Sabine Rothaug, Birte Friedrichs und Anke von Gaza: Deutsche Hochschulmeisterinnen im Orientierungslauf)

Abstimmen können Sie ab sofort im Internet unter gturl.de/sportlegenden

Die Kunst des Drachenbootfahrens besteht darin, 20 Männer und Frauen, die in einem Boot in Zweierreihen sitzen, so zu organisieren, dass der bestmögliche Vortrieb erreicht wird. „Man paddelt mit einer hohen Frequenz nur auf einer Seite, da kommt es auf die Schlagrhythmus-Koordination an“, erläutert Bode. Neben einem Steuermann gibt es deshalb auch einen Trommler, aber der sei mehr oder weniger ein Relikt aus den Drachenboot-Urzeiten in China, die mittlerweile seit 2500 Jahren Geschichte sind.

Asiatische Teams sind auf kürzeren Strecken im Vorteil

„Wenn alle gleichzeitig ziehen, gewinnt man Rennen“, weiß Bode spätestens seit dem WM-Gold 2018 in Atlanta, als das deutsche Team über die 2000-Meter-Distanz erfolgreich war. Darüber hinaus gibt es Rennen über 200 und 500 Meter, wobei die kürzere Strecke international von Asiaten dominiert wird. „Die sind eher leichter, kleiner und dadurch mit einer hohen Frequenz auf kürzeren Strecken im Vorteil“, erläutert Bode.

Mitteleuropäer machten demgegenüber mit längeren Armen mehr Strecke pro Ruderschlag, müssten ein vollbesetzt etwa zwei Tonnen schweres Boot jedoch erst mal in Fahrt bringen. Bode wohnt und arbeitet seit geraumer Zeit in Mühlheim an der Ruhr, und wenn sein Kanusport-Verein im Drachenboot loslegt, kann über eine Distanz von vielleicht 200 Metern eine Geschwindigkeit von bis zu 20 Stundenkilometern gehalten werden. 2000 Meter werden in acht bis zehn Minuten absolviert – das nächste Mal, so es Corona zulässt, bei den Deutschen Meisterschaften im Herbst.


Bodes Mühlheimer Klub stellt mehr als drei Viertel des Nationalteams, die ambitionierten Leistungssportler trainieren, wenn nicht gerade Pandemie ist, vier- bis fünfmal pro Woche. „Drachenbootfahren ist meine große Leidenschaft“, sagt der Göttinger. Im Sommer sei es die beste Sportart der Welt, im Winter bereite sie wegen der Kälte manchmal Schmerzen – habe aber auch dann ihren Reiz: Trainiert wird immer nach dem Arbeitstag abends um 19 Uhr mit einer Lampe am Bug und einer Lichterkette ums Schiff, damit sich die Paddler sehen.

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Die WM in Indien 2020 wurde wegen Corona abgesagt. Momentan werden wieder fleißig Trainingskilometer abgespult, auch um pandemiebedingte Kraftdefizite wettzumachen. Für Bode ist so etwas eine Familienangelegenheit: Oftmals stehen Opa und Oma zusammen mit seinem Sohn Max am Ufer und schauen zu. Dann sehen sie Papa und Mama im Drachenboot trainieren – Bodes Lebensgefährtin ist auch gleichzeitig die Trainerin des Teams. „Sie sagt mir, was ich zu tun habe.“

Abstimmen könnt ihr im Internet unter gturl.de/sportlegenden oder direkt hier