11. August 2021 / 17:49 Uhr

Göttinger Sport-Legenden: Uni-Basketballerinnen holen drei Titel in fünf Jahren

Göttinger Sport-Legenden: Uni-Basketballerinnen holen drei Titel in fünf Jahren

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Holten sich 2015 den Titel: Trainer Gökhan Özbas, Jana Lücken, Coco Dobroniak, Klaudia Grudzien, Maika Pilz, Vera König (stehend v.l.) und Birte Bencker, Lucy Thüring, Leonie Leykam und Fee Zimmermann.
Holten sich 2015 den Titel: Trainer Gökhan Özbas, Jana Lücken, Coco Dobroniak, Klaudia Grudzien, Maika Pilz, Vera König (stehend v.l.) und Birte Bencker, Lucy Thüring, Leonie Leykam und Fee Zimmermann. © r/privat
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Drei Titel in fünf Jahren. Als Basketballerinnen im Hochschulsport brachte die erfolgreiche Mannschaft der Universität Göttingen auch Bundesliga-Erfahrung mit. Dank dieser Erfolge wurde das Team auch für die Wahl der Göttinger Sport-Legenden des Jahrzehnts nominiert.

Was im Verein klappt, kann auch im Hochschulsport funktionieren: Die Basketballerinnen der Universität Göttingen sind 2015 so richtig durchgestartet, haben seitdem dreimal bei den deutschen Hochschulmeisterschaften ganz oben auf dem Treppchen gestanden, einmal wurden sie Dritte. Damit zählt das Team natürlich zu den Nominierten bei der Wahl zu Göttingens Sport-Legenden des vergangenen Jahrzehnts.

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Team G: Göttinger Uni-Basketballerinnen, DHM-Siegerinnen aus dem Jahr 2015

Lucy Thüring, Klaudia Grudzien, Maika Pilz, Jana Lücken, Birte Bencker, Vera König, Coco Dobroniak, Fee Zimmermann – das sind Spielerinnen, die eine erfolgreiche Phase des Göttinger Damenbasketballs geprägt haben. Und das eben nicht nur auf Vereinsebene. Als Studentinnen sind sie auch für ihre Universität aufgelaufen, bildeten das Grundgerüst der erfolgreichen Mannschaft, die sich zunächst selbst organisierte und coachte. „Das Potenzial war eigentlich immer da, meistens war allerdings bei den Meisterschaften im Halbfinale Endstation“, erzählt Gökhan Özbas, der 2015 das Traineramt übernommen hat.

Das Tageblatt die Göttinger Sportlegenden des Jahrzehnts gesucht
Das Tageblatt die Göttinger Sportlegenden des Jahrzehnts gesucht ©

Stamm hat drei Jahre lang zusammen gespielt

Thüring hatte ihn gefragt und er hat zugesagt. Im gleichen Jahr sicherte sich das Team auf Anhieb den ersten Titel. „Der Kern der Mannschaft stand bei der Übernahme, es gab immer mal wieder Ergänzungen. Beispielsweise kam die Griechin Viki Karambatsa dazu oder auch jüngere Spielerinnen von der BG 74 und vom ASC“, berichtet der B-Lizenz-Inhaber. 2018 haben dann die ersten Spielerinnen dieses Mannschaftsstamms Göttingen verlassen.

Ein Grund für den Erfolg der Spielerinnen sieht der 39-Jährige vor allem darin, dass die Spielerinnen „nicht nur basketballerisch harmoniert haben, sie passten auch menschlich gut zusammen. Sie haben sich gut ergänzt, einen tollen Spirit mitgebracht“, schwärmt der Coach.

Diese Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften stehen zur Wahl

Sportlerin

  • Neele Eckhardt Noack (Deutsche Meisterin im Dreisprung)
  • Hannah Buch (Deutsche Meisterin im Einzelzeitfahren der Junioren)
  • Jasmin Bothmann (Mehrfache Weltmeisterin im Minigolf)
  • Tonie Lenz (Sieg bei den Worldgames mit der Kanupolo-Nationalmannschaft)
  • Fiona Sieber (Siegerin German Masters/Schach)
  • Angelina Wucherpfennig (Deutsche Meisterin Schülerklasse Luftgewehr/Sportschießen)
  • Birte Kressdorf (Langstreckenschwimmerin, Durchquerung des Ärmelkanals)
  • Pauline Bremer (Fußball-Nationalspielerin, zweifache Champions-League-Siegerin)
  • Jennifer Crowder (Basketball-Nationalspielerin und Bundesliga-Spielerin und „Guard of the year“)
  • Barbara von Ende (mehrfache Deutsche Tennis-Meisterin der Senioren)

Sportler

  • Tobias Buck-Gramcko (Bahnrad-Juniorenweltmeister mit Weltrekord)
  • Rolf Geese (mehrfacher Senioren-Weltmeister und -Weltrekordler im Zehnkampf)
  • Lars Bode (Weltmeister im Drachenboot-Rennen)
  • Ansgar Knauff (Profi bei Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund)
  • Aaron Donkor (Linebacker in der NFL bei den Seattle Seahawks)
  • Florian Reichert (Seriensieger beim Göttinger Altstadtlauf)
  • Robert Kulawick (Gewinn der Eurochallenge mit der BG Göttingen und Publikumsliebling)
  • Fynn Kunze (Deutscher Jahrgangsmeister über 200 Meter Rücken)
  • Nils Knöchelmann (Deutscher Meister Para-Bogenschießen)
  • Lukas Richter (Sieg bei den Worldgames mit der Kanupolo-Nationalmannschaft)

Mannschaften

  • Tanzsportteam Göttingen (Deutscher Meister und WM-Dritter Standard-Formation)
  • BG Göttingen (Gewinn der Basketball-Eurochallenge)
  • C-Junioren I. SC Göttingen 05 (Teilnahme Fußball-Regionalliga, höchste Spielklasse)
  • Minigolfclub Göttingen Damen (Deutscher Mannschaftsmeister)
  • RV Stahlross Obernfeld (André und Manuel Kopp, Deutsche Radball-Meister)
  • Göttinger Paddler Club Damen (Deutscher Meister)
  • Universität Göttingen Damenbasketball (Mehrfacher Deutscher Hochschulmeister)
  • TV Jahn Duderstadt (Dritte Handball-Bundesliga)
  • Universität Göttingen 3x3-Basketball (Finale der World University League der Herren)
  • Universität Göttingen Laufsport (Sabine Rothaug, Birte Friedrichs und Anke von Gaza: Deutsche Hochschulmeisterinnen im Orientierungslauf)

Abstimmen können Sie ab sofort im Internet unter gturl.de/sportlegenden

Damit auch Teilnahmen an internationalen Meisterschaften möglich waren, haben sich die Basketballerinnen aktiv in die Sponsorensuche eingeschaltet und sich intensiv darum gekümmert. „Gerade die Europameisterschafts-Teilnahmen waren schwierig zu finanzieren. Das lief mal über Crowdfunding, aber auch über Firmenkontakte, die die Mädels hatten. Unterstützung gab es auch vom Hochschulsport.“ Immerhin waren so EM-Reisen nach Zagreb (2016) und Posen (2019) möglich.

Erfolge auch bei Europameisterschaft in Portugal

Aus dieser Mannschaft sind dann auch 3x3-Teams entstanden, die sich für die Europameisterschaften in dieser noch jungen Basketball-Variante in Coimbra und Porto (beides Portugal) qualifizierten. Hier stießen dann auch die späteren Leistungsträgerinnen der Veilchen Ladies, Jenny Crowder und Theresa Simon dazu. Platz drei in Porto war das beste Ergebnis auf kontinentaler Ebene bislang, in den vergangenen beiden Jahren lief coronabedingt nicht viel – Meisterschaften waren Mangelware.


Und welche Erfahrung hat Özbas als Coach einer Frauenmannschaft gemacht? „Pauschal kann man nicht sagen, dass Damenteams schwieriger zu trainieren sind. Das wäre unfair.“ Es gebe vielleicht schneller mal Stress und Grüppchenbildung. „Das ist aber nichts, was man nicht in den Griff bekommen kann.“ Grundsätzlich sei es schwieriger, eine Universitäts-Mannschaft zu trainieren. „Das ist schlicht eine Zeitfrage, weil diese Teams meist nur für kurze Zeit zusammen spielen. Die Rahmenbedingungen sind einfach anders.“

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Absagen während der Corona-Pandemie

Vor dem ersten DHM-Titel 2015 habe die Uni-Mannschaft so regelmäßig wie ein Vereinsteam trainiert. Später sei es dann nicht so intensiv gewesen. Viel hänge davon ab, wie der Liga-Spielbetrieb laufe, in den die Basketballerinnen eingebunden seien. „Du willst als Coach ja auch Freizeit geben. Die Bundesliga-Spielerinnen brauchen die Off-Season zur Erholung, damit sie nicht so verletzungsanfällig sind“, erzählt Özbas, der selbst Uni-Spieler war und das Traineramt als „einen zweiten Nebenjob“ bezeichnete. Vor allem dann, wenn die Unimannschaften auch noch Gastgeber waren und viel Organisatorisches hinzu kam.

Wie es für die Universitätsmannschaft weitergeht, weiß er noch nicht. Sie wäre in den beiden Formaten 3x3 und 5x5 für die Europameisterschaft 2020 in Belgrad qualifiziert gewesen. Es kam aufgrund der Corona-Pandemie immer wieder zu Absagen und Verschiebungen.

Abstimmen könnt ihr im Internet unter gturl.de/sportlegenden oder direkt hier