07. Oktober 2019 / 18:17 Uhr

Göttinger Tänzer wollen jetzt auch Meistertitel holen

Göttinger Tänzer wollen jetzt auch Meistertitel holen

Ferdinand Jacksch
Göttinger Tageblatt
Die Göttinger Standardformation will diesmal zum Deutschen Meistertitel tanzen.
Die Göttinger Standardformation will diesmal zum Deutschen Meistertitel tanzen. © Hey
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Die Göttinger Standardformation greift in der kommenden Saison nach dem Deutschen Meistertitel. Im Tageblatt-Interview spricht Christian Schröder, Vorsitzender des TSC Schwarz-Gold, über die Entwicklung des Teams, die Aussichten – und seinen Spitznamen „Hase“.

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Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft der Standardformationen, nun Hoffnung auf den Deutschen Meistertitel bei den Titelkämpfen am 9. November: Christian Schröder, seit Mai Vorsitzender des TSC Schwarz-Gold Göttingen, erlebt gleich in den ersten Monaten seines Amtsantrittes erfolgreiche Zeiten.

Welche Ziele haben Sie sich als Nachfolger von Jens Wortmann im Vorsitz des TSC Schwarz-Gold Göttingen im ASC Göttingen 1846, wie die Formationen in nationalen und internationalen Wettkämpfen firmieren, auf die Fahnen geschrieben?

Zunächst einmal bin ich ja nicht allein, sondern bekomme viel Unterstützung durch meine Vorstandskollegen. Gemeinsam arbeiten wir daran, den TSC gegen den allgemeinen Trend, das schwindende Interesse vor allem im Bereich der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, auch in Zukunft nach vorn zu entwickeln. Durch die Sogwirkung unserer Formationen gerade in dieser Altersgruppe haben wir da gegenüber anderen Vereinen einen großen Vorteil, den wir nutzen möchten.

Wohin führt der Weg der A-Formation des Tanzsportteams Göttingen, nachdem mit der jüngsten Bronzemedaille bei der WM in Moskau der vorläufige Höhepunkt in der Vereinsgeschichte erreicht wurde?

Das nächste große Ziel ist die Deutsche Meisterschaft im November in Hamburg, bei der wir nach dem Sieg in der vergangenen Bundesligasaison nun auch den Deutschen Meistertitel erringen möchten. In den nächsten Jahren werden wir dann versuchen, uns international weiter zu etablieren und auch auf dieser Ebene noch weiter nach vorn zu kommen.

Christian Schröder (links) mit Cheftrainer Markus Zimmermann
Christian Schröder (links) mit Cheftrainer Markus Zimmermann © R
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Um dies zu erreichen, muss ja viel Geld in die Hand genommen werden. Wie hoch ist der Etat für die Göttinger Formationen und wie wird dieser gedeckelt?

Da kommt schon eine nicht unerhebliche Summe zusammen. Schließlich haben wir für die Musik, die Fräcke, die Kleider, aber auch die Reise nach Moskau einiges an Ausgaben. Andererseits haben wir zum Glück die Unterstützung der Vereine, vor allem des ASC Göttingen, und unserer Sponsoren, allen voran der Sparkasse Göttingen.

Erst Tänzer, dann Trainer

Der 45-jährige Christian Schröder ist Geschäftsführer bei einem Finanz-IT-Unternehmen. Mit 14 Jahren besuchte er nach der Konfirmation die Tanzschule und brachte es in bis zum Deutschen Tanzabzeichen in der Kategorie Goldstar. 1993 kam Schröder zum Studium nach Göttingen. Hier stieg er gleich in die neu gegründete Formation ein. Ab 1999 stieg er dann auch im Einzeltanzen von der C- bis in die S-Klasse auf. 2004 beendete der heutige Vereinsvorsitzende sowohl im Einzel- als auch im Formationstanzen seine aktive Laufbahn. Danach war Schröder als Trainer aktiv, zunächst bei der damals neuen A-Formation, dann ab 2011 bei der B-Formation. Seit 2015 ist Schröder nur noch Fan und seit kurzem Vorsitzender des TSC, der sich bei der Präsentation am Sonnabend, 19. Oktober, ab 18 Uhr in der Sparkassen-Arena vorstellen wird. Der Eintritt ist frei.

Cheftrainer Markus Zimmermann würde in Göttingen gerne einmal einen internationalen Wettbewerb durchführen. Ist das logistisch und wirtschaftlich eigentlich zu leisten?

Zumindest für eine Deutsche Meisterschaft haben wir uns ja bereits einmal beworben, aber leider nicht den Zuschlag erhalten. Insofern ist das durchaus geplant und auch zu leisten, allerdings brauchen wir dafür auch die Unterstützung der Stadt Göttingen und der Göttinger Wirtschaft. Ohne Sponsoren ist eine solche Veranstaltung nicht machbar.

„Deutscher Meister in der Gunst des Publikums“ – diese inoffizielle Auszeichnung hat das Tanzsportteams schon mehrfach in den Medien erfahren. 1500 Zuschauer im Schnitt bei der jährlichen Präsentation, die ja jetzt am 19. Oktober wieder in der S-Arena ansteht, über 2000 Fans beim Heimturnier, das 2020 bereits für den 8. Februar terminiert ist. Da kann doch ihr Herz nur höher springen, nachdem Sie diese Veranstaltungen zum Teil auch noch fachkundig moderieren?

Ja, ich bin in jedem Jahr aufs Neue beeindruckt und bewegt vom Rückhalt, den der Tanzsport in der Göttinger Bevölkerung erfährt. Ich finde es auch immer wieder schön, dass das Göttinger Publikum nicht nur unsere eigene Mannschaft, sondern alle Teams mit Applaus belohnt. Wir erhalten von den anderen Vereinen dafür immer wieder viel Lob.

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Wird es eines Tages auch wieder eine Lateinformation geben, die sich am Ligabetrieb beteiligt?

Das wäre auf jeden Fall toll. Allerdings steht und fällt das mit den Tänzerinnen und Tänzern, und da haben wir aktuell noch nicht wieder genügend Leute beisammen. Daher konzentrieren wir uns vorläufig mehr auf das Einzeltanzen und natürlich auf unsere Standardformationen.

In Vereinskreisen sind Sie ja nur unter Ihrem Spitzennamen „Hase“ bekannt. Wie sind Sie dazu gekommen?

Oh, das geht zurück bis in meine aktive Zeit als Formationstänzer. Meine damalige Freundin und ich haben uns scherzhaft gegenseitig „Hase“ und „Maus“ genannt, weil das die Klischee-Spitznamen schlechthin sind. Das hat sich dann irgendwann in der Formation verselbständigt und bis heute gehalten.

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