30. Juni 2021 / 15:09 Uhr

Göttingerin Homeier springt mit erneuter Bestweite zum Deutschen U23-Meistertitel

Göttingerin Homeier springt mit erneuter Bestweite zum Deutschen U23-Meistertitel

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Zuständig für Riesensprünge: Merle Homeier (links), hier bei den Landesmeisterschaften mit Trainer Frank Reinhardt (Mitte).
Zuständig für Riesensprünge: Merle Homeier (links), hier bei den Landesmeisterschaften mit Trainer Frank Reinhardt (Mitte). © Swen Pförtner
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Die LGG Göttingen wird bei den U23-Europameisterschaften der Leichtathleten im estnischen Tallinn mit drei Athleten vertreten sein. Medaillenchancen hat die überragende Weitspringerin Merle Homeier, die bei den Deutschen U23-Meisterschaften in Koblenz mit neuem Landesrekord zum Titel gesprungen ist.

Sie hat es schon wieder getan: Die Weitspringerin Merle Homeier von der LG Göttingen hat erneut den niedersächsischen Landesrekord im Weitsprung verbessert, diesmal um zwei Zentimeter auf 6,61 Meter. Doch damit nicht genug – mit ihrer neuen persönlichen Bestweite sicherte sich die 21-Jährige bei den Deutschen U23-Meisterschaften in Koblenz die Goldmedaille.

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Homeier hatte erst am Wochenende zuvor bei den niedersächsischen Titelkämpfen im Göttinger Jahnstadion den 36 Jahre alten Landesrekord auf 6,59 Meter verbessert gehabt und war damit überlegene Landesmeisterin geworden. Bei den U23-Titelkämpfen in Koblenz steigerte sie sich nun zentimeterweise.

Homeier gelingt in Koblenz zentimeterweise eine Steigerung

Bereits im ersten Versuch gelang der 21-Jährigen eine Steigerung um einen Zentimeter auf 6,60 Meter. Im letzten Versuch packte die LGGerin dann noch einen weiteren Zentimeter drauf und triumphierte mit der Siegerweite von 6,61 Metern. „Das war schon ein wenig lustig“, sagt Homeiers Trainer Frank Reinhardt, der den Landesrekord als „schön und toll“ einordnet, jedoch klar stellt: „Der Titel ist viel wertvoller.“

Nach den Sprüngen im Jahnstadion Göttingen bei den Landesmeisterschaften war Homeiers Nominierung für die U23-EM vom 8. bis 11. Juli in Tallinn (Estland) nur noch Formsache gewesen, aber angesichts ihrer stabilen Form fährt die 21-Jährige nun ziemlich aussichtsreich zu den europäischen Titelkämpfen. Reinhardt: „Mit der Weite ist sie aktuell die Nummer zwei in Europa, könnte in Tallinn also vorn mitmischen.“

Reinhardt freut sich, dass sich Homeier nach einer Phase, in der sie Weiten im 6,30 Meter-Bereich gesprungen ist, seit den Landestitelkämpfen stabil im 6,50-Meter-Bereich bewegt und dass sich bei ihr „vieles automatisiert“ habe. Im Hinblick auf die EM hofft er auf einen „Ausrutscher nach oben“, der häufiger vorkomme. „Es wäre schön, wenn ihr so etwas in Tallinn passieren würde“, sagt der Trainer. Die 6,61 Meter seien bei minimalem Gegenwind gesprungen worden, „wenn sie das Brett genauso gut trifft, ist bei Rückenwind durchaus eine größere Weite möglich“.

18.06.2021, Göttingen: Leichtathletik-Landesmeisterschaften. Kira Wittmann (LG Göttingen). Foto: Swen Pförtner
Kira Wittmann, hier bei den Landesmeisterschaften, ist ebenfalls für Tallinn nominiert. © Swen Pförtner

Mit Kira Wittmann und Luis Oberbeck hat die LG Göttingen in Tallinn noch zwei weitere Eisen im Feuer – beide wurden ebenfalls für die EM nominiert. „Drei Starter bei einer internationalen Meisterschaft – so etwas hat es in der Vereinsgeschichte der LG Göttingen bisher noch nicht gegeben“, unterstreicht Reinhardt, der in Tallinn als zuständiger Trainer der sogenannten Horizontalspringerinnen, also der Weitenjägerinnen, vor Ort sein wird.


Wittmann belegte in Koblenz im Dreisprung den dritten Platz. Dabei blieb sie mit 13,26 Metern nur knapp hinter ihrer persönlichen Bestleistung von 13,35 Metern zurück. Oberbeck qualifizierte sich über 400 Meter als Vorlaufzweiter in 47,79 Sekunden für das Finale und belegte hier in 47,82 Sekunden den fünften Rang.

Oberbeck ist Ersatzmann für die 4 x 400 Meter-Staffel

Durch ihren dritten Platz löste Wittmann genauso das Ticket für Tallinn wie Oberbeck, dessen Nominierung durchaus überraschend kam. Im internen Szenario war allerdings bereits vorab kolportiert worden, dass ein fünfter Rang für die EM reichen dürfte. „Das muss man dann aber auch erst mal schaffen“, verdeutlicht Reinhardt. Der LGGer reist nun als Ersatzmann für die 4 x 400 Meter-Staffel nach Estland.

Die Dreispringerin Wittmann sei in den vergangenen Wettkämpfen stets zwischen 13,20 und 13,40 Metern gesprungen, berichtet Reinhardt. Der Coach hofft, dass sich sein Schützling bei einer internationalen Meisterschaft noch besser in Szene setzen kann.

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Für Wittmann und Homeier steht in Tallinn allerdings erst noch eine Qualifikation auf dem Programm, an der jeweils 30 Athletinnen teilnehmen. „Man hat nur drei Versuche, da ist die Nervenanspannung groß“, beschreibt Reinhardt die Wettkampfsituation. Allzu große Sorgen macht sich der Trainer aber nicht: Homeier sei eine stabile Athletin, „die in Koblenz ein gutes Ausrufezeichen gesetzt hat“. Wittmann sei zwar unerfahren, habe jedoch bereits vor zwei Jahren bei der U20-EM in Schweden einen guten Eindruck hinterlassen.