01. April 2020 / 14:10 Uhr

Göttingerinnen bilden den Stamm der Mannschaft des ASC 46

Göttingerinnen bilden den Stamm der Mannschaft des ASC 46

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
René Hampeis ist mit den ASC-Basketballerinnen viermal in fünf Spielzeiten aufgestiegen.
René Hampeis ist mit den ASC-Basketballerinnen viermal in fünf Spielzeiten aufgestiegen. © Harald Kuhl
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Sie haben es sich verdient: Die ASC-Basketballerinnen steigen in die 2. Bundesliga auf – und das mit einem Kader, in dem viele Spielerinnen stehen, die bei Vereinen in der Stadt das Basketballspielen gelernt haben.

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Mit dem Abbruch der Saison – zwei Spieltage vor dem Ende – haben sich die Basketballerinnen des ASC 46 Göttingen als Spitzenreiter die Meisterschaft in der 1. Regionalliga und damit auch den Aufstieg in die 2. Bundesliga gesichert. „Die Mannschaft hat es sich verdient“, sagt Trainer René Hampeis.

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Für die Königsblauen war es der vierte Aufstieg in fünf Spielzeiten – immer unter der Regie von Headcoach Hampeis. Mit Leonie Wegmann und Juliane Winkler sind noch zwei Spielerinnen dabei, die schon in der Bezirksoberliga aufgelaufen sind. Wegmann ist Mannschaftsführerin und freut sich auf die Herausforderung 2. Bundesliga. Gemeinsam feiern konnte das Team den Aufstieg bislang noch nicht. Am vergangenen Montag gab es jedoch einen Skype-Abend der Spielerinnen, der von 20.30 Uhr bis Mitternacht gedauert hat. „Wir werden bestimmt auch noch mit den Fans, unseren Familien und Helfern feiern“, sagt Wegmann, die im Team-Zusammenhalt einen wesentlichen Grund für den Erfolg sieht. „Wir machen auch außerhalb des Trainings viel zusammen, kochen beispielsweise gemeinsam. Die Grundstimmung ist einfach sehr positiv“, erzählt die 23-jährige Lehramtsstudentin.

Aus Gejagten werden Jäger

Sie sieht den Klassenerhalt als vorrangiges Ziel für die kommende Saison und hofft darauf, die etablierte Konkurrenz ein wenig ärgern zu können. „Das Niveau wird sicherlich ganz anders sein. Wir haben dann eine ungewohnte Rolle inne. Jahrelang waren wir immer die siegverwöhnten Gejagten, jetzt sind wir die Jäger“, gibt sich Wegmann kämpferisch. „Wir haben uns diesen Erfolg hart erarbeitet und werden gut vorbereitet in die nächste Saison gehen. Von mir aus könnte es sofort losgehen“, sagt die aus Wolfenbüttel stammende Basketballerin.

Bevor es tatsächlich losgehen kann, müssen noch die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Hampeis rechnet damit, dass der Verein „mitspielt“, der Vorstand sein „Okay“ gibt. Positive Signale gebe es aus dieser Richtung bereits, offiziell sei noch keine Entscheidung gefallen, weil es noch keine Zusammenkunft dazu gegeben habe.

Team bleibt im Kern zusammen

Welche Gegner auf die ASC-Spielerinnen in der kommenden Saison warten, steht noch nicht fest. Hampeis rechnet damit, dass aus den beiden Zweitliga-Staffeln Nord und Süd schlimmstenfalls sogar eine werden könne, weil vielleicht nicht alle Vereine ohne finanzielle Verluste aus der Corona-Krise herauskommen.

Seine junge Mannschaft, in der die meisten Spielerinnen gerade einmal Anfang 20 sind, wird im Kern zusammenbleiben. „Sie haben alle viel Lust, noch dazu zu lernen“, sagt Hampeis, der schnellen Basketball spielen lässt. Auch weiterhin soll das Gerüst des Teams aus Spielerinnen bestehen, die in Göttingen das Basketballspielen gelernt haben. „Wir fangen jetzt nicht an, teure Profis einzukaufen“, sagt der Headcoach, der inzwischen mit der Kaderplanung für die kommende Saison begonnen hat. Ob er mit der Kanadierin Kerri Kuzbyt planen kann, weiß er noch nicht. Die ausgebildete Lehrerin war für ein Jahr Bundesfreiwilligendienst in Göttingen, ist unmittelbar nach Saisonende – wegen den Corona-Pandemie – in ihre Heimat zurückgekehrt. „Wir sind in Kontakt. Ich könnte mir vorstellen, dass wir hier im Verein eine Aufgabe für sie finden würden, sollte sie zurückkommen“, sagt Hampeis.

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B-Lizenz ist in Arbeit

Der 36-Jährige, der als Betriebswirt im Projektmanagement des ASC 46 arbeitet, wird die Mannschaft – wie bisher auch – viermal wöchentlich trainieren. „Viele studieren und arbeiten. Vormittagstraining wird es bei uns nicht geben. Dazu fehlt mir auch die Zeit.“ Bis zum Saisonstart wird Hampeis auch die erforderliche B-Lizenz haben, daran arbeitet er.

Die Saisonvorbereitung soll im August starten. Ob tatsächlich ab Oktober gespielt wird, sieht der Trainer eher skeptisch. „Vier Trainingseinheiten neben der Arbeit sind schon heftig. Das habe ich während der Saison auch schon mal verflucht. Aber jetzt gerade fehlt es mir total, dass gar nicht trainiert wird und ich die Spielerinnen nicht sehe“, sagt der Göttinger.