15. Januar 2019 / 16:33 Uhr

Grafite: "Ich hoffe, dass der VfL Wolfsburg wieder an die guten alten Zeiten anknüpfen kann"

Grafite: "Ich hoffe, dass der VfL Wolfsburg wieder an die guten alten Zeiten anknüpfen kann"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Meisterspieler Grafite traf Sportdirektor Marcel Schäfer im VfL-Center.
Meisterspieler Grafite traf Sportdirektor Marcel Schäfer im VfL-Center.
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Da staunten einige nicht schlecht beim VfL... Am Dienstag weilte Wolfsburgs Meisterspieler Grafite bei seinem Ex-Klub - erstmals nach seinem Abschied 2011 war der Brasilianer wieder in Wolfsburg.

Ballannahme, Ballmitnahme, halbe Drehung um den Gegenspieler herum und dann mit voller Wucht hinein ins Glück: Das konnte beim VfL keiner so gut wie Grafite, der mit dem Wolfsburgern 2009 deutscher Meister wurde. Ein Top-Stürmer und ein Spaßvogel zugleich. Magisch und unvergessen: Sein spektakuläres Hackentor beim 5:1-Schützenfest im April 2009 gegen die Bayern. Dazu im Meisterjahr Torschützenkönig und Fußballer des Jahres. Am Dienstag weilte der Brasilianer erstmals wieder in Wolfsburg. Ein Kurztrip.

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Am Montagabend war er in Wolfsburg eingetroffen. „Als ich am Wolfsburger Bahnhof angekommen bin, waren die Erinnerungen an damals sofort da, es war einfach großartig“, erzählt Grafite, der sich am Dienstag mit Marcel Schäfer traf, mit dem er zusammen den Titel geholt hatte. Schäfer ist seit Sommer Sportdirektor beim VfL, Grafite ist mittlerweile TV-Mann. „Nach meiner Karriere wurde ich gefragt, ob ich als Spieleragent oder als Manager eines Klubs arbeiten möchte, aber ich wollte das erst mal nicht machen, später ist so ein Job immer noch möglich. Das, was ich jetzt mache, macht mir großen Spaß.“

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Der einstige Top-Stürmer sprach nun auch mit Schäfer über Spieler, „aber über keinen bestimmten“, versichert Grafite, der erstmals nach seinem Abschied 2011 wieder in Wolfsburg war. „Es hat irgendwie nie gepasst“, begründet der ehemalige Knipser, der nach seiner Zeit beim VfL noch für Al-Ahli in Dubai, für Al Sadd (Katar) sowie für Santa Cruz und Atletico Paranaense in Brasilien gespielt hatte. Mit 38 Jahren machte er dann Schluss. Jetzt die Rückkehr nach Wolfsburg. „Ich habe nicht aufgehört, den VfL zu verfolgen“, sagt Grafite und fügt hinzu: „Die vergangenen beiden Jahre waren sehr schwer für die Mannschaft und den Klub, weil der VfL gegen den Abstieg kämpfen musste. In diesem Jahr läuft es wiederum sehr gut. Weiterhin auf Bruno Labbadia als Trainer zu setzen, hat dem Team gut getan, und die Spieler, die im Sommer gekommen sind, waren schnell integriert und spielen auch gut. Ich hoffe, dass der VfL nach der guten Hinrunde auch eine gute Rückrunde spielt und dass die Wolfsburger an die guten alten Zeiten mit der Meisterschaft 2009 oder dem Pokalsieg 2015 anknüpfen können.“

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130 Pflichtspiele hat Grafite für den VfL gemacht, so viele wie für keinen anderen Klub – 75 Tore hat er dabei erzielt, 25 vorbereitet. 28 Tore waren es in der Meistersaison, eine Wahnsinns-Quote in einem Wahnsinns-Jahr. „Zehn Jahre ist das schon her mit der Meisterschaft - es ist Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergangen ist. Wir haben damals eine unglaubliche Saison gespielt, eine Saison, mit der keiner gerechnet hatte, wir haben den Titel geholt mit tollen Spielern wie Edin Dzeko, Zvjezdan Misimovic, Christian Gentner, Marcel Schäfer, Josué, Makoto Hasebe, Andrea Barzagli oder Diego Benaglio – wir hatten damals einfach eine unglaublich gute Mannschaft mit einem guten Trainer Felix Magath“, schaut der Torjäger zurück. Mit vielen der VfL-Meisterspieler hat er noch Kontakt. „Wir hatten einfach eine unfassbar schöne Zeit“, so der Brasilianer. „Es war einfach schön, mal wieder hier sein zu können.“ In Wolfsburg, beim VfL, mit dem er 2009 Geschichte schrieb.