18. Februar 2021 / 13:38 Uhr

Abenteuer Tel Aviv: Pauline Starke will in Israel zur Olympia-Kandidatin werden

Abenteuer Tel Aviv: Pauline Starke will in Israel zur Olympia-Kandidatin werden

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Pauline Starke, Giovanna Scoccimarro (eingeklinkt, links) und Igor Wandtke sind in Tel Aviv im Einsatz.
Pauline Starke, Giovanna Scoccimarro (eingeklinkt, links) und Igor Wandtke sind in Tel Aviv im Einsatz. © privat
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Schon die Anreise ist ein kleines Abenteuer gewesen, dabei wird es erst in Tel Aviv für Pauline Starke ernst. Die Judoka vom vom Stützpunkt Hannover will sich beim Grand-Slam-Turnier in Israel für Olympia empfehlen. Dafür gesetzt und ebenfalls dabei sind Igor Wandtke und Giovanna Scoccimarro.

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Die Aufregung war schon in Hannover greifbar. „Immerhin habe ich seit Februar 2019 nicht mehr gekämpft“, sagt Judoka Pauline Starke. Nun wurde die Hannoveranerin in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm vom Deutschen Judo-Bund für das Grand-Slam-Turnier in Tel Aviv nominiert. Ebenso wie ihre Kollegen aus dem Stützpunkt Hannover, Igor Wandtke (bis 73 kg) und Giovanna Scoccimarro (bis 70 kg).

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Schon der Flug am Sonntag war ein Abenteuer. „Es gibt ja keine offiziellen Flüge nach Israel“, erzählt Starke. Doch für das Turnier der IJF-World-Tour wurde vieles möglich gemacht. Von Düsseldorf ging es nach Istanbul. Dort hatte der Weltverband eigens für die 462 Teilnehmer ein Flugzeug gechartert. Wegen eines Schneesturms in Istanbul ging es schon mit zwei Stunden Verspätung los. Dann hieß es, Gepäck abholen, wieder aufgeben und im Charterflieger endlos warten.

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Endlich in Israel angekommen, standen Corona-Tests sowie der Bustransfer ins abgeriegelte Hotel an. „Wir waren erst um 2 Uhr in der Nacht auf den Zimmern“, sagt Starke. Und da mussten alle bleiben, bis das Testergebnis da war. „Das ist schon ein etwas anderes Turnier. Vorher gab es haufenweise Formulare, und du musst genau überlegen, welche Lebensmittel du mitnehmen willst. Man kann ja nicht eben mal in den Supermarkt gehen“, sagt Starke. Im Gegenteil: Das Hotelessen wurde in Tüten vor die Tür gestellt.

Trainingsraum im Hotel

Mittlerweile hat auch Starke ihr negatives Testergebnis bekommen. „Im Hotel haben wir einen kleinen Trainingsraum und einen Kiosk. Aber das Hotel verlassen dürfen wir nicht, nur die Zimmer.“ Am Donnerstag stehen die ersten Kämpfe in der Shlomo Arena an. „Ich glaube es erst, wenn ich auf der Matte stehe“, sagt sie. Die Chance, die Starke als Nummer 51 der Weltrangliste und Nummer zwei Deutschlands von Bundestrainer Claudiu Pusa bekommen hat, will sie nutzen. Noch ist sie keine Olympia-Kandidatin, „aber der Bundestrainer baut wohl auf mich“.

Das sieht bei den beiden anderen Hannoveranern anders aus. Scoccimarro, Nummer acht der Welt, und Wandtke (16) – waren auch 2020 schon für Tokio nominiert gewesen – haben ihr Ticket schon in der Tasche. Die Athleten der ersten Reihe hatten schon wenige Auftritte gehabt. „Ich kann frei kämpfen – ohne Druck. Eine komfortable Situation“, sagt Wandtke. Wie Scoccimarro ist er aber erst am Freitag an der Reihe.