05. September 2020 / 08:27 Uhr

Schweiz-Kapitän Granit Xhaka über das Duell gegen Deutschland und eine mögliche Gladbach-Rückkehr

Schweiz-Kapitän Granit Xhaka über das Duell gegen Deutschland und eine mögliche Gladbach-Rückkehr

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schweiz-Kapitän Granit Xhaka spricht im Interview über das Nachbarschaftsduell mit Deutschland und Ex-Klub-Gladbach.
Schweiz-Kapitän Granit Xhaka spricht im Interview über das Nachbarschaftsduell mit Deutschland und Ex-Klub-Gladbach. © Getty Images
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Für Deutschland steht bereits am Sonntag das zweite Spiel der Nations-League-Saison an. Mit Granit Xhaka trifft die DFB-Elf auf einen alten Bekannten aus der Bundesliga. Im SPORTBUZZER-Interview spricht der Kapitän der Nati und Star des FC Arsenal über das Spiel gegen Deutschland, eine mögliche Rückkehr zu Ex-Klub Gladbach und den Zoff mit den Arsenal-Fans.

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Granit Xhaka ist mit viel Rückenwind in die Nations League gestartet. Der Kapitän der Schweiz gewann mit dem FC Arsenal in der vergangenen Saison den englischen Fußballpokal. Jüngst holten er und sein Team auch den Community Shield, also den englischen Supercup, gegen den Meister FC Liverpool. Beim Länderspielauftakt setzte es allerdings eine Niederlage gegen die Ukraine (1:2). Nun steht am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF) in Basel das Nations-League-Spiel gegen Deutschland an.

SPORTBUZZER: Herr Xhaka, viele finden die Nations League unnötig, andere sogar überflüssig – welchen Stellenwert hat der Wettbewerb für Sie?

Granit Xhaka (27): Die Nations League ist ein anspruchsvoller Wettbewerb außerhalb der großen Turniere oder Qualispiele und weitaus besser als reine Freundschaftsspiele, die man sonst absolviert. Wir sind ja jetzt in der Gruppe A, wo wir große Herausforderungen haben und gegen große Nationen spielen. Diese Spiele bringen uns als Team durch das hohe Niveau auch spielerisch weiter nach vorne.

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Ist es für ein kleines Land wie die Schweiz wichtiger als beispielsweise für Deutschland?

Was heißt hier klein? Geografisch vielleicht, aber fußballerisch sind wir als Schweiz sicher keine „kleine“ Nation mehr. Wir waren in den letzten Jahren bei den großen Turnieren immer mit dabei. Aber von dem Modus profitieren wir sicher mehr als die etablierteren Teams.

Granit Xhaka über die Schweiz: "Wir sind keine kleine Fußballnation mehr"

Letztes Jahr war die „Nati“ sogar beim Finalturnier dabei. Wo ordnen Sie die Schweiz ein?

Wir sind keine kleine Fußballnation mehr. Wir haben eine super Mannschaft, einen klasse Trainer, einen tollen Staff und ein gutes Umfeld. Zudem haben wir auch spielerisch sehr große Fortschritte gemacht. Daher sehe ich uns als Mannschaft ganz sicher nicht mehr bei den Underdogs oder Überraschungsteams.

Ist es für Sie als ehemaliger Bundesliga-Star noch etwas Besonderes, gegen Deutschland zu spielen?

Zunächst einmal: Jedes Spiel, was ich für die Schweiz bestreite, ist für mich besonders – egal ob es gegen Deutschland, Malta oder wen auch immer geht. Vielleicht ist Deutschland etwas Besonderes, weil ich schon in der Bundesliga gespielt habe. Aber sonst ist jedes Spiel für mich etwas Besonderes, in dem ich für meine Heimat auflaufen darf.

Wie eng verfolgen Sie die Bundesliga und Ihren Ex-Klub Gladbach noch?

Die Bundesliga verfolge ich immer noch sehr aufmerksam, soweit es für mich zeitlich möglich ist, natürlich vor allem die Borussia. Ich habe auch noch sehr guten Kontakt zu Mönchengladbach. Zu den Schweizern dort im Team, aber auch zur dortigen Führungsetage. So habe ich in meinem Urlaub etwa Max Eberl einen kurzen Besuch abgestattet, das ist für mich ganz normal und hat mit Respekt vor diesem großartigen Verein zu tun, der mir in meiner Karriere sehr viele Türen geöffnet hat. Daher wird der Verein immer in meinem Herzen sein.

Gladbach-Rückkehr? Xhaka: "Das muss für alle Parteien passen"

Ist eine Rückkehr nach Gladbach eines Tages denkbar?

Sagen wir mal so: Man weiß nie, was im Fußball passiert. Ich hatte in Mönchengladbach eine wirklich super Zeit, habe immer noch viele sehr gute Freunde dort, mit denen ich regelmäßig Kontakt habe. Ich habe dort meine wunderbare Frau kennengelernt und ihre Familie wohnt dort. Daher wird es mich immer wieder an den Niederrhein ziehen. Und zu einer Rückkehr in den Borussia Park: Das muss dann sicher für alle Parteien alles passen.

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Mit Florian Neuhaus ist ein Borusse erstmals beim DFB-Team dabei. Was wissen Sie über ihn und wie bewerten Sie die Entwicklung der Borussia?

Ich habe die Spiele regelmäßig verfolgt und klar habe ich die klasse Entwicklung von Florian Neuhaus gesehen, aber auch die des gesamten Teams. Das war schon wirklich überragend, was dort letzte Saison passiert ist. Dass Florian nun in den Kader berufen wurde, zeigt ja nur das Niveau, auch der jungen Spieler, auf dem die Borussia nun spielt.

Zoff mit Arsenal-Fans "kein Thema mehr"

Mit dem Wechsel zu Arsenal haben Sie den nächsten Schritt gemacht. Was sind die Ziele für die neue Saison und die nächsten Jahre?

Wenn ich zurückblicke, würde ich alles wieder so machen: Arsenal war sportlich der perfekte Schritt für mich, die Gunners sind ein Topklub, mit einer unglaublichen Erfolgsgeschichte und fantastischen Fans und mit Mikel Arteta haben wir nach Arsène Wenger und Unai Emery aktuell einen ganz speziellen Mann an der Seitenlinie, der noch einmal einen ganz anderen Spirit ins Team bringt. Ganz sicher wollen wir schnellstmöglich wieder in der Champions League spielen und jedes Jahr einen Titel gewinnen – das muss der Anspruch für einen solchen Verein sein.

Ist Ihr Zoff mit den Fans, den es letzte Saison gab, endgültig ausgestanden?

Für mich ist das kein Thema mehr und abgehakt. Ich konzentriere mich jeden Tag darauf, auf dem Platz meinen Job zu machen, dem Trainer zu folgen, das Team nach vorne zu bringen und natürlich unseren Fans mit Respekt und Wertschätzung entgegenzutreten. Das wird auch immer so bleiben.