05. August 2021 / 14:28 Uhr

Greifswalds Garbuschewski macht Ansage an Augsburg: Wird kein lockeres Schiebchen gegen uns!

Greifswalds Garbuschewski macht Ansage an Augsburg: Wird kein lockeres Schiebchen gegen uns!

Horst Schreiber
Ostsee-Zeitung
In drei von sechs Spielen gewann Ronny Garbuschewski als Außenseiter im DFB-Pokal. Mit dem Greifswalder FC wird das gegen Bundesligist Augsburg ein mächtiges Unterfangen.
In drei von sechs Spielen gewann Ronny Garbuschewski als Außenseiter im DFB-Pokal. Mit dem Greifswalder FC wird das gegen Bundesligist Augsburg ein mächtiges Unterfangen. © Ronald Krumbholz
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Der Greifswalder FC träumt von DFB-Pokalcoup gegen Bundesligist FC Augsburg. Für Ex-Profi Ronny Garbuschewski wurde dieser Traum schon drei Mal wahr.

Ronny Garbuschewski kennt das Gefühl, als Außenseiter einen Großen aus dem DFB-Pokal zu werfen. In drei von sechs Pokalspielen, die der Ex-Profi auf dem Feld stand, gelang ihm die Überraschung. Die 50-Prozent-Quote würde er natürlich gern mit dem Greifswalder FC am Sonnabend gegen den FC Augsburg verbessern (Anstoß 15.30 Uhr). Es wäre angesichts des nominell himmelweiten Unterschieds von vier Ligen zwischen Ober- und Bundesligist der größte Coup des Neu-Greifswalders.

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Mit Chemnitz schlug Garbuschewski einst St. Pauli binnen 90 Minuten. In Düsseldorf rang er Mönchengladbach nach Verlängerung nieder. Zuletzt (2014) jubelte Garbuschewski wieder mit Chemnitz. Beim Erstrundenspiel gegen Mainz legte er in der Verlängerung, die 5:5 endete, zwei Tore auf und versenkte den ersten Elfmeter zum 10:9-Endstand. „Das war ein richtiges Highlight und bleibt natürlich in Erinnerung“, sagt Garbuschewski. Auf welchem Wege er gerne den FCA ärgern würde? „Letztlich ist es egal, wie man gewinnt. Beim Elfmeterschießen und der Verlängerung ist die Spannung noch einmal größer und es ist vielleicht noch ärgerlicher, wenn es dann nicht klappt“, antwortet der 35-Jährige und schiebt hinterher: „So ein Duell ist generell ein Höhepunkt für jeden Spieler.“

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So verlockend die Vorstellung von der Fußballromantik in Vorpommern – Greifswalder David schlägt bayrischen Goliat – auch ist, Garbuschewski lässt sich nicht auf Träumereien ein: „Man muss realistisch bleiben. Da kommt ein erfahrener Bundesligist auf uns zu!“

Ergeben will sich der Sachse aber auf keinen Fall. „Respekt ist immer angebracht. Wir dürfen aber nicht in Ehrfurcht erstarren, sondern müssen uns mit Selbstvertrauen Dinge zutrauen, probieren, den ersten Zweikampf zu gewinnen. Wir wollen Augsburg zeigen, dass das kein lockeres Schiebchen gegen uns wird.“


Ein, zwei Ideen, wie der GFC die Augsburger in Schach halten kann, hat Garbuschewski parat: Zunächst ordentlich Beton in der Defensive anrühren und auf Konter setzen. „Wir wissen, wer von uns dem einen oder anderen Augsburger weglaufen kann“, deutet der erfahrenste Greifswalder an. Der Außenseiter befasst sich detailliert mit den Gästen. „Natürlich gucken wir auf Augsburg, deren Taktik und Spieler. Wer kann sprinten, wen sollte man nicht aus 20 Meter schießen lassen. Je mehr du über einen Gegner weißt, desto besser. Da sollte sich jeder von uns mit seinem Gegenüber beschäftigen“, mahnt Garbuschewski, der zudem Standardsituationen als mögliche Erfolgszutat aufzählt. Extra Freistoß- oder Elfmeterschichten haben die Hanseaten aber nicht eingelegt. Die potenziellen Strafstoßschützen waren unter der Woche noch nicht ausgemacht. „Ich habe kein Problem, mir den Ball zu nehmen und ihn reinzumachen“, sagt Garbuschewski.

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Die Arena ist für einen Pokalfight bereit. Die Kameragerüste für die Live-Übertragung auf Sky sind seit Dienstag aufgebaut, die Banden mit „DFB-Pokal“-Schriftzug rahmen ebenfalls schon das Grün im Volksstadion. Routinier Garbuschewski macht das nicht (mehr) kirre. „Vor zehn Jahren hatte ich auch noch extra Abläufe für so ein wichtiges Spiel. Heute heißt es: am Spieltag rechtzeitig aufstehen, gut frühstücken, spazieren und dann in Spielmodus kommen.“ Er glaubt, dass die Anspannung gerade bei seinen jüngeren Teamkollegen kurz vor dem Spiel aufkommen wird. „Wenn sie sehen, das Stadion ist voll und da sind ein paar Kameras. Am Ende muss das jeder für sich verarbeiten und das Positive mitnehmen. Noch mal: wichtig ist Selbstvertrauen!“