05. August 2021 / 11:15 Uhr

„Mein Sohn ist nach Greifswald gekommen, damit die USA Weltmeister wird“

„Mein Sohn ist nach Greifswald gekommen, damit die USA Weltmeister wird“

Marten Vorwerk
Ostsee-Zeitung
Der Kalifornier Michael Scavuzzo will in Greifswald zum Fußballprofi reifen.
Der Kalifornier Michael Scavuzzo will in Greifswald zum Fußballprofi reifen. © Foto: André Gschweng
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Der Greifswalder FC pflegt seit einigen Wochen eine Partnerschaft mit der International Soccer Academy. Drei US-Spieler hat der Oberligist schon an den Ryck geholt und will in die Regionalliga. Das passt zu den Ambitionen von Michael Scavuzzo.

Etwas schüchtern und als einer der Ersten kommt Michael Scavuzzo beim offiziellen Trainingsstart des Greifswalder FC am Vereinsgelände am Volksstadion an. Unter den Zuschauern bei der ersten Einheit des Neuzugangs aus den USA tummelt sich sein Papa, der schon stolz ein GFC-Cap trägt. „Mein Sohn ist nach Greifswald gekommen, damit die USA Weltmeister wird“, sagt Papa Scavuzzo und lacht den nicht ganz ernst gemeinten Größenwahn freundlich weg.

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Scavuzzo Senior deutet damit aber an, warum Michael den Weg zum GFC eingeschlagen hat: Der 19-Jährige soll in Greifswald reifen und sich für höhere Aufgaben empfehlen. Bestenfalls gemeinsam mit den anderen Hansestädtern für die Regionalliga.

Scavuzzo ist einer von mittlerweile drei US-Spielern im Kader der Oberliga-Mannschaft des Greifswalder FC. Joe-Joe Richardson und Bleon Salihu heißen die anderen beiden US-Amerikaner, die wie Scavuzzo von der International Soccer Academy aus einem Trainingscamp in Mallorca den Weg nach Greifswald gefunden haben. Seit kurzer Zeit pflegt der Verein die Partnerschaft mit der Akademie.

Eingefädelt hat dies Greifswalds Technischer Direktor und Ex-Trainer Roland Kroos. „Holger Gehrke, ein ehemaliger Bundesliga-Spieler, ist Trainer in diesem Camp auf Mallorca. Dort trainieren hauptsächlich US-College-Fußballer. Durch ihn kam der Kontakt zustande“, erklärt Kroos. Für den Verein sei diese Partnerschaft eine „super Sache“. Weitere Neuzugänge aus der Akadamie sind somit nicht ausgeschlossen. In Deutschland arbeiten neben Greifswald nur Eintracht Frankfurt und Schalke 04 mit der US-Schule zusammen. „Die beiden Vereine suchen dort vor allem Perspektivspieler, die zunächst in der U23 zum Einsatz kommen“, so Kroos.

Michael Scavuzzo kam über seine Mutter zur Akadamie. „Sie ist Leiterin des Trainingscamps auf Mallorca und hat mir den Weg dahin ermöglicht.“ Holger Gehrke war es dann, der für Scavuzzo den Kontakt mit dem GFC herstellte. „Holger dachte, Greifswald ist der perfekte Ort für den Start meiner Fußballkarriere. Nun bin ich überglücklich, hier zu sein“, schwärmt der gebürtige Kalifornier.

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Warum er nicht etwa Basketball, Football oder Baseball spielt, hat Scavuzzo seinem Vater zu verdanken. „Er hatte großen Anteil, dass ich mich für Fußball entschieden habe. Wir haben damals immer bis tief in die Nacht Spiele des AC Mailand verfolgt. Auch mich hat mein Vater beim Fußball immer unterstützt“, erzählt der Offensivspieler.


Sein Traum ist der Profifußball. Er sieht Greifswald dafür als perfektes Sprungbrett, will für den GFC aber auch alles dafür geben, den Aufstieg in die Regionalliga zu schaffen. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so schnell in die Stadt und in die Mannschaft verliebe“, schwärmt Scavuzzo,der sich in den ersten Testspielen perfekt integriert hat und in den ersten drei Partien fünf Treffer erzielen konnte. „Ich freue mich sehr, dass ich in den Tests dazu beigetragen habe, Spiele zu gewinnen. Das ist mein großes Ziel.“

Der neue Coach Martin Schröder hält große Stücke auf den Youngster. „Er bringt schon eine Menge mit, ist aber noch jung und muss noch viel lernen. Wir sehen Michael als Stürmer. Er interpretiert die Position für sich noch einmal ganz anders und macht das wirklich gut. In der Box ist Michael sehr torgefährlich“, lobt Schröder.

Auch in der Kommunikation gibt es keine Probleme mit den drei neuen US-Amerikanern. „Wir erklären die Trainingsübungen meist auf deutsch. Ein Mitspieler übersetzt dann für sie, sodass sie wissen, was sie machen sollen. Alle drei sind sehr wissbegierig und verstehen schon sehr viel und lernen auch deutsch“, erklärt Schröder. Lange werde es nicht mehr dauern, bis sie ohne Übersetzung alle Übungen verstehen. Auch Teamsitzungen werden nur auf deutsch abgehalten. Simultan wird dann übersetzt.

Wie das US-Trio um Scavuzzo in die Oberliga startet, wird in Greifswald mit Spannung erwartet. Ihren ersten großen Härtetest haben sie aber eine Woche vor Saisonstart am 7. August. Dann geht es in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Bundesligist FC Augsburg. Ein Team aus dem Profibereich, wo die US-Spieler eines Tages selbst einmal hinwollen.

MV-Duelle vom Greifswalder FC:

2. Sp., 14.8., 17 Uhr, Rostock

6. Sp., 10.9., 19.45 Uhr, Pampow

19. Sp., 30.1., 13 Uhr, Neustrelitz

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22. Sp., 20.2., 13 Uhr, Hansa II

34. Sp., 22.5., 14 Uhr, Schwerin

37. Sp., 12.6., 14 Uhr, Torgelow