23. November 2020 / 10:44 Uhr

Grimmas ehemaliger Vereinspräsident Weike: „Fazit? Ziel erreicht!“

Grimmas ehemaliger Vereinspräsident Weike: „Fazit? Ziel erreicht!“

Tom Rietschel
Leipziger Volkszeitung
Frank Weike hatte beim Fußballclub Grimma jahrelang den Hut auf.
Frank Weike hatte beim Fußballclub Grimma jahrelang den Hut auf. © hanni
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Seit Anfang November fungiert beim FC Grimma Daniel Kurzbach als neuer Vorstandsvorsitzender. Sein Vorgänger Frank Weike blickt noch mal zurück und äußert seine Wünsche für die Zukunft des Vereins.

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Grimma. Frank Weike war bei den Oberliga-Fußballern des FC Grimma zuletzt im geschäftsführenden Vorstand und als Vorstandsvorsitzender aktiv. Seit Sommer 2012 arbeitete er im Verein – zunächst als stellvertretender Vorsitzender, wobei er seit Januar 2018 aufgrund der schweren Krankheit von Präsident Egon Pape sogar an vorderster Front stand. Zur letzten Mitgliederversammlung im vergangenen Oktober räumte er jedoch seinen Posten als Vorstandsvorsitzender aufgrund beruflicher Verpflichtungen. Im Interview spricht Weike über seine Funktionärsarbeit, Reserven des Vereines und die Erwartungen an seine Nachfolger Daniel Kurzbach und Stefan Küster.

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Wie lautet das Fazit seit Ihrer Übernahme im Januar 2018?

Es ging darum, die Arbeit von Egon Pape fortzusetzen und zu vollenden. Dabei hatte natürlich die Fertigstellung des neuen Grimmaer Stadions oberste Priorität. Trotzdem durften wir es zeitgleich allerdings nicht vernachlässigen, den Verein auch während der Bauphase stabil zu halten. Zusätzlich wollten wir den Oberliga-Aufstieg unserer Herrenmannschaft im Sommer 2019 als Sprungbrett nutzen, um den Verein in seiner Gesamtheit für Sponsoren attraktiv zu machen. Dies alles ist gelungen – demzufolge lautet mein Fazit: Ziel erreicht!

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Wie kam damals überhaupt der erste Kontakt zum FC Grimma zustande?

Die Gruma Automobile GmbH war marketingtechnisch gesehen nicht gut aufgestellt. Aufgrund der sehr guten innerstädtischen Lage der Grimmaer Sportstätten hatte ich als Geschäftsführer den Kontakt zum FC Grimma aufgenommen. Im Nachgang kann ich sagen, dass es für die Gruma eine sehr gute Entscheidung war.

Wie hoch waren die damaligen Überredungskünste, Ihnen den Posten als stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden schmackhaft zu machen?

Eigentlich brauchte ich die gar nicht. Ich wollte in den Vorstand, um einen Überblick über das verwendete Sponsorengeld der Gruma zu bekommen und gegebenenfalls Einfluss nehmen zu können.

Was waren im Jahr 2012 die ersten Eindrücke, die Sie vom FC Grimma hatten?

Ich war sehr beeindruckt vom Vorstandsvorsitzenden Egon Pape und dem damaligen Schatzmeister Thomas Schulke. Beide machten einen richtig guten Job. Insbesondere meine ich damit, wie man es verstanden hatte, den FC Grimma kurz nach dessen Neugründung mit einem kleinen Budget aufrechtzuerhalten. Diese Top-Leistung beeindruckte mich, weiterhin imponierten mir die fleißigen Mitstreiter auf allen Vereinsebenen.

Seit 2012 ist beim FC Grimma viel passiert. Stadionneubau, Trainerwechsel bei den Herren, der langersehnte Aufstieg der Herren in die Oberliga. Wie beurteilen Sie generell die Entwicklung des Vereins?

Das Fundament ist gestellt – der FC Grimma hat gute Voraussetzungen, fortan den Club als Verein leben und wachsen zu lassen. Das war der Plan.

Was sind Ihrer Meinung nach Punkte, wo der Verein noch Reserven besitzt?

Ich glaube, im Mitgliederwesen ist noch einiges rauszuholen. Dies betrifft vor allem die ehemaligen Fußballer, die früher das Trikot von Motor Grimma oder dem Nachfolgeverein SV 1919 getragen haben. Von ihnen haben sich einige nach Bekanntgabe des Stadionneubaus leider zurückgezogen. Hier gilt es, unbedingt die notwendigen Gespräche zu führen, um genau diese Sportfreunde zurückzugewinnen. Tradition ist in einem Verein generell von extrem wichtiger Bedeutung. Ich glaube ich sage nichts Falsches, dass alle beim Fußballclub Grimma herzlich willkommen sind.

Bleiben Sie dem Verein trotz des Rücktritts als Vorstandsvorsitzender in irgendeiner Form erhalten? Wenn ja, in welcher?


Ich werde dem Verein weiter mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Allerdings nicht mehr in der ersten Reihe.

Der bisherige Stellvertreter Daniel Kurzbach ist als Ihr Nachfolger zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt worden. Stefan Küster (Geschäftsführer Automobile Muldental) kommt für Sie in den geschäftsführenden Vorstand mit rein und ist als stellvertretender Vorstandsvorsitzender von den Mitgliedern gewählt worden. Was sind Ihre Erwartungen an die beiden?

Wichtig ist, dass es gelingt, noch weitere Fußballfreunde für die Vorstandsarbeit zu begeistern. Insgesamt müssen die Belange des Vereins auf mehr Schultern verteilt werden. Diesbezüglich gibt es noch einiges zu tun.

Werden Sie irgendetwas besonders vermissen?

Definitiv die vielen positiven Gespräche mit den Mitgliedern des Vereins. Weiterhin möchte ich mich an dieser Stelle für die vielen lieben Worte nach der letzten Mitgliederversammlung recht herzlich bedanken.

Was sind Ihre Wünsche für die kommenden Wochen und Monate?

Für mich wäre schön, dass die Stadt Grimma ihr Vorhaben wahr macht und das neue Stadion weiterentwickelt. Weiterhin würde ich mir wünschen, dass die Eltern der diversen Jugendmannschaften verstärkt den Kontakt zum Vorstand des FC aufnehmen, um sich konstruktiv auszutauschen. Vereinsleben kann nur dann positiv gestaltet werden, wenn transparent über Probleme geredet wird.