04. April 2021 / 21:36 Uhr

Matchwinner Fauser: "Das Positive mitnehmen und im Schlussspurt Gas geben"

Matchwinner Fauser: "Das Positive mitnehmen und im Schlussspurt Gas geben"

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of Gerrit Fauser von den Grizzlys Wolfsburg feiert das Tor zum 3:2 wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den NŸrnberg Ice Tigers am 04.04.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)
Raus mit der Freude: Gerrit Fauser bescherte den Grizzlys Wolfsburg in der Overtime sein zweites Tor und damit ein 4:3 n. V. gegen Nürnberg. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Zweiter Sieg in der Verzahnungsrunde. Ob das den Grizzlys Wolfsburg den notwendigen Schub gibt? Der ist nötig. Denn weil es gegen Nürnberg nur zu einem 4:3 nach Verlängerung reichte, ist Wolfsburgs Eishockey-Erstligist aus den Play-Off-Rängen gerutscht. Matchwinner Gerrit Fauser ist aber zuversichtlich.

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Es war eine schwere Geburt gewesen. 2:0 und 3:2 hatten die Grizzlys Wolfsburg in ihrem Eishockey-Erstligaspiel am Ostersonntag gegen den Süd-Letzten geführt. Gerrit Fauser hatte mit einem Hammer in Unterzahl für das 3:2 gesorgt. Doch wie schon vor kurzem in Mannheim und wie am Donnerstag in Nürnberg - kurz vor Schluss raubte der Gegner Wolfsburg mehr Zählbares. Immerhin wurde es noch ein 4:3 nach Verlängerung für Wolfsburg.

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Denn wieder waren die Grizzlys ergebnismäßig einfach nicht weg gekommen, schafften es nie, ihre Führung auszubauen. Die Gastgeber waren spürbar bemüht, mehr Druck auf des Gegners Kasten aufzubauen als in einigen anderen der jüngsten Spiele. Jedoch ist die defensive Stabilität aus der Zeit der Siegesserie noch nicht wieder da.

Fauser meinte: "Der Extrapunkt war sehr wichtig, beide Mannschaften haben um jeden Zentimeter gekämpft. Wir haben es besser gemacht als zuletzt, weil wir hart zum Tor durchgezogen sind und so Strafen herausgeholt haben." Zweimal trafen die Grizzlys in Überzahl, zudem, so Fauser, hätten die Strafzeiten für den Gegner auch Selbstvertrauen gegeben. "Das Wichtigste war, dass wir vor dem gegnerischen Tor präsenter waren, da mehr Scheiben gewonnen haben", fand er. "Die Offensive hat so besser funktioniert, jetzt müssen wir die Defensive solider hinbekommen. Das Positive müssen wir mitnehmen. Der Extra-Punkt war wichtig - jetzt in jedes Spiel mit dem selben Kampfgeist reingehen und im Schlussspurt richtig Gas geben."

Die Leistung war ein kleiner Schritt nach vorn, aber keine Offenbarung. Wobei: Der Erfolg war verdient und das Scheibenglück war bei gleich zwei Treffern bei den Gästen.

Grizzlys-Trainer Pat Cortina: "Beide Mannschaften haben mit viel Willen gespielt, Gottseidank haben wir Tore bei 5:3-Überzahl und bei 4:3-Überzahl geschossen." Er lobte: "Strahlmeier hatte wichtige Saves vor allem kurz vor Schluss. Wir haben gut reagiert nach Niederlage in Nürnberg. Wir wussten, das es nicht einfach wird. Wir haben einen Weg gefunden, es waren zwei wichtige Punkte." Allerdings war es einer zu wenig, um den Play-Off-Platz zu behaupten.

Grizzlys Wolfsburg gegen Nürnberg Ice Tigers am 4. April 2021

Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Nürnberg Ice Tigers am 4. April 2021. Endstand 4:3 n. V. Zur Galerie
Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Grizzlys Wolfsburg und den Nürnberg Ice Tigers am 4. April 2021. Endstand 4:3 n. V. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH, Boris Baschin

Wolfsburgs Trainer hob einen besonders hervor gratulierte auf diese Art einem Akteur, der in Nordamerika ein Unsung Hero" genannt werden würde - ein unbesunger Held: Jeff Likens. Cortina: "Jeff Likens, 750 Spiele in der DEL, unglaublich, Kämpfer! Er er war sehr wichtig heute mit seinem Kampfgeist für uns." In der Tat war der US-Amerikaner, der seine Karriere mit dem Saisonschluss beendet, einer der Aktivposten. Dass es in der Tabelle einen Platz rückwärts ging, weil die DEG drei Punkte einfuhr, sah er so professionell, wie er es immer sieht: "Jeder Punkt ist wichtig, jeder zählt. Wir kämpfen weiter, für einen, zwei oder drei. Jeder Punkt zählt." Zu seinem letzten Eishockey-Jubiläum sagte er: "Ich bin glücklich, dass ich in Wolfsburg so lange eine Heimat hatte und dass ich immer gesund geblieben bin."

Auf dem Eis gab es keine Zeremonie, aber, so verriet er: "Die Jungs haben mir in der Kabine einen speziellen Tag bereitet, viele Gegenspieler haben mir auf die Schulter geklopft. Es ist sehr schön, 750 Spiele zu machen, gesund geblieben zu sein und das ein einem Ort, den man liebt."

Frank Fischöder, Nürnbergs Trainer, sagte: "Ich glaube, dass Wolfsburg streckenweise die klareren Chancen hatte, deshalb geht der Sieg in Ordnung."

Am Dienstag (18.30 Uhr) spielen die Grizzlys gegen die Schwenninger Wild Wings. Vielleicht hat die DEL bis dahin schon entschieden, was mit den ausgefallenen Spielen der Iserlohn Roosters wird. Die Liga hat eine zeitnahe Entscheidung zur möglichen Nachholung angekündigt. Fehlen einem Team am Ende Spiele, zählt die Quotiententabelle. Vor- oder Nachteil für Iserlohn - das lässt sich nicht kalkulieren. Werden Spiele verloren, wird der Quotient schlechter. Spiele die ausfallen, kann man nicht verlieren. Aber eben auch nicht gewinnen, um den Quotienten zu verbessern.

UPDATE von Montag: Die DEL hat die Iserlohn-Partien - vorbehaltlich möglicher Entscheidungen des Gesundheitamtes neu angesetzt. Am Dienstag sollen die Roosters (Corona-Fall und Teamquarantäne bis Ostermontag) nun in Straubing spielen und am 15. April in Ingolstadt.