09. Mai 2021 / 17:15 Uhr

Saisonabschluss der Grizzlys: Furchners Ansage nach Frust, Festerlings Handbruch

Saisonabschluss der Grizzlys: Furchners Ansage nach Frust, Festerlings Handbruch

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
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Im Herzen immer die Nummer 1! Coach Pat Cortina uind die Grizzlys bekamen beim Saisonabschluss nach der Vizemeisterschaft viele Gückwünsche. © Roland Hermstein
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Einige hundert Fans verabschiedeten am Sonntag die Grizzlys Wolfsburg, den frischgebackenen deutschen Eishockey-Vizemeister aus der Saison. Und einige Spieler für immer. In der Drive-In-Autogrammstunde bekamen sie viele Glückwünsche. 

Einige hundert Fans verabschiedeten am Sonntag die Grizzlys Wolfsburg, den frischgebackenen deutschen Eishockey-Vizemeister aus der Saison. Und einige Spieler für immer. In der Drive-In-Autogrammstunde bekamen sie viele Glückwünsche. Was wäre das für ein Wetter für eine Meisterfeier gewesen! Doch die Fans der Grizzlys Wolfsburg gaben auch nach der Vizemeisterschaft des Eishockey-Erstligisten beim Saisonabschluss unter Corona-Bedingen am Sonntag zahlreich ihrem Team die Ehre, übermittelten Glückwünsche, konnten sich im Vorüberfahren zudem Fanutensilien unterzeichnen lassen, mit dem einen oder anderen Lieblingsspieler und dem Stab um Coach Pat Cortina, dessen Bleiben nicht sicher ist, plauschen.

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Die Profis genossen es, so gut es ging, denn der Freitag-.K.o. saß immer noch in den Gliedern. Kapitän Sebastian Furchner sagte: "Der sportliche Höhepunkt für mich war der Finaleinzug. Leider der schon." Der Routinier, der vor seiner letzten DEL-Saison steht, gab zu: "Wir waren mit der Hand schon am Pokal, das ist die größte Enttäuschung meiner Karriere, das muss ich erstmal verdauen. Die halbe Rückfahrt habe ich im Bus schweigend aus dem Fenster geschaut."

Furchner wäre aber nicht Furchner, wenn er nicht auch das Herz eines Kämpfers und Willen hätte: So sagte der Kapitän seinem Team in einer internen Besprechung am Sonntag: "Viele glauben, bevor sie zu uns kommen, mit Wolfsburg kann man keinen Titel holen. Aber das stimmt nicht." Finanziell sei man Mittelmaß, "aber in zehn Jahren viermal ins Finale zu kommen - mit diesen Mitteln - ist eine brutale Leistung." Sportlicher Tiefpunkt der Saison sei die Auswärtsniederlage in Nürnberg gewesen, danach aber habe es eine Wende gegeben - "in den Play-Offs habe ich wieder gefühlt, warum ich Eishockey spiele - wie sich alle gesteigert haben, alle an einem Strang gezogen haben, wie die Stimmung in der Kabine war. Überragend."

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Grizzlys Wolfsburg: Saisonabschluss 2021

Grizzlys Wolfsburg: Saisonabschluss 2021 Zur Galerie
Grizzlys Wolfsburg: Saisonabschluss 2021 © Roland Hermstein

Handbruch bei Festerling

Sturmkollege Garrett Festerling konnte schwerlich signieren, er hatte sich am Freitag schon nach wenigen Minuten verletzt, das Handgelenk ist gebrochen. Glück im Unglück: es kann, sofern weitere Untersuchungen weiterhin keine Bänderverletzung erbringen, konservativ behandelt werden und einfach ausheilen. Festerling: "Solche Spiele sind die, auf die man in der Karriere hinarbeitet, man hat eine Saison für diese Chance gekämpft, dann das..." Der Zusammenprall mit Kai Wissmann und die Folge - "Pech". Festerling hatte sich im Schlussabschnitt sogar wieder auf die Spielerbank gesetzt. Doch der Center, der bleiben wird, spielte nicht mehr. Das letzte Spiel, ein persönlicher Tiefpunkt für den sympathischen Angreifer, der nach einigen Verletzungsproblemen eine starke zweite Saisonhälfte gespielt hatte ("Da hat der medizinische Stab Riesenanteil dran"). Aber, so freute er sich: "Wir sind im Laufe der Saison ein richtiges Team geworden und das gibt einem ein gutes Gefühl."

So empfand es auch Julian Melchiori, der bei seinem Europa-Debüt die ganze Liga beeindruckt hatte. Er sagte: "Wir waren genau zum richtigen Zeitpunkt heiß. Wie es ausgegangen ist, war natürlich enttäuschend, aber wenn man die ganze Saison betrachtet, war es eine ganz große Geschichte. Und viele werden auch in der neuen Saison dabei sein, das ist eine gute Sache." Auch er wird wiederkommen.

Abschied nehmen heißt es für die Fans auf jeden Fall bei Jeff Likens. Der Verteidiger beendet seine Karriere, bleibt aber noch eine Weile hier. "Ende des Monats geht es heim, wir bereiten jetzt in Ruhe den großen Umzug vor", sagte die Nummer 9, die in Berlin in ihrem letzten Spiel passend zu Kampfgeist und eisenharter Einstellung (er verpasste in 13 DEL-Jahren fast keine Partie) nochmal einen üblen Cut unter dem Auge davontrug.